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Canon 40D mit 10 Megapixeln und Live-Bildfunktion

Autofokus mit neun Kreuzsensoren, eingebauter Staubentfernung und 3-Zoll-Display. Canon hat die EOS 40D vorgestellt - eine Spiegelreflexkamera für semiprofessionelle Anwender, die mit einem CMOS-Sensor mit 10,1 Megapixeln ausgerüstet ist. Damit entstehen Bilder mit 3.888 x 2.592 Pixeln. Die Kamera verfügt über eine recht hohe Bildfolge von 6,5 Bildern pro Sekunde und ist mit einem 3 Zoll großen Display mit 230.000 Pixeln auf der Rückseite ausgestattet, das nicht nur zur Menü- und Fotodarstellung genutzt wird, sondern auch auf Wunsch das Sucher-Echtzeitbild anzeigt.
/ Andreas Donath
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Das Vorgängermodell, die EOS 30D, gehört damit zur Vorgängergeneration. Die 40D arbeitet mit Canons neuem Bildverarbeitungsprozessor DIGIC III. Das Reinigungssystem des Sensors ist auch in der neuen Kamera vorhanden, wie auch schon in der EOS 400D und in der EOS-1D Mark III. Als Ergänzung zum Staubrüttelsystem hat Canon außerdem ein internes, softwareseitiges Dust-Delete-Data-System entwickelt, das in der Lage ist, die Position jedes sichtbaren Staubteilchens auf dem Sensor zu erfassen. Diese Staubteilchen können dann mit Hilfe einer optional erhältlichen Canon-Software nach der Aufnahme automatisch entfernt werden.

Der DIGIC-III-Prozessor ermöglicht Reihenaufnahmen mit bis zu 6,5 Bildern pro Sekunde, der Pufferspeicher hat eine Kapazität für bis zu 75 JPEG-komprimierte Aufnahmen und bis zu 17 Aufnahmen im RAW-Format. Danach wird eine kleine Speicherpause eingelegt. Hinsichtlich des Rauschverhaltens der EOS 40D teilte Canon mit, dass die Kamera noch bei ISO 1600 eine gute Bildqualität erreichen soll. Das obere Ende der Empfindlichkeitsregelung liegt bei ISO 3200.

Die Kamera verfügt über eine Funktion, die bislang eher bei Profi-Kameras angesiedelt war. Mit dem Tonwert-Priorität-Modus, der ab ISO 200 nutzbar ist, kann der Dynamikbereich zu Gunsten der Lichter ausgenutzt werden. Als Beispiele nennt Canon eine bessere Detailzeichnung, beispielsweise bei Hochzeitskleidern, Wolken und anderen hellen Objekten. Zur Belichtungsmessung stehen 35 Messsektoren zur Verfügung. Diese können zur Mehrfeldmessung oder zur Selektivmessung in Suchermitte (ca. 9 Prozent des Gesichtsfeldes), zur Spotmessung (ca. 3,8 Prozent des Gesichtsfeldes) oder für eine mittenbetonte Integralmessung genutzt werden. Die Verschlusszeiten rangieren von 30 bis 1/8.000 Sekunden.

Der Kamera wurde auch ein neues Autofokus-System spendiert. Es ist mit neun Messfeldern ausgerüstet, die alle als Kreuzsensoren fungieren. Das bedeutet, dass sie alle sowohl auf vertikale als auch auf horizontale Strukturen scharf stellen können. Viele DSLRs haben zwar Kreuzsensoren, doch meist sind nur einige Autofokus-Punkte so konstruiert und nicht alle.

In das Live-Bild lassen sich Gitternetzlinien oder auch ein Echtzeit-Histogramm einblenden. Die Live-Displays haben dort eine Berechtigung, wo z.B. über Kopf fotografiert werden muss und die Bildausschnittswahl sonst nur mit sehr viel Erfahrung und Glück zu meistern ist. Das Histogramm dient der Beurteilung der richtigen Belichtung. Außerdem sind als Zubehör zwei Wechsel-Mattscheiben erhältlich. Sie erzeugen entweder Gitternetzlinien für Architekturfotografie oder einen kreisförmigen Einstellring für manuelle Fokussierung bei Makro- und Porträtaufnahmen.

Normalerweise ist dabei der Autofokus aber deaktiviert, wenn der Spiegel hochgeklappt vor dem AF-Sensor steht. Ein Druck auf die AF-ON-Taste klappt den Spiegel kurz zurück, der Autofokus stellt scharf und der Spiegel schnellt wieder hoch, damit das Displaybild wieder eingesetzt werden kann. Die Livebild-Funktion ist nicht auf das Kamera-Display beschränkt, sondern lässt sich auch auf einem angeschlossenen Mac oder PC in Echtzeit nutzen. Auch die Kameraeinstellungen und das eigentliche Auslösen kann mit Canons Software ferngesteuert vorgenommen werden.

Das Modus-Wählrad der EOS 40D lässt dem Fotografen die Wahl zwischen den typischen Aufnahmeprogrammen und Automatiken, wobei sich auch drei eigene Einstellungs-Sets speichern und abrufen lassen. Auch das Menü lässt sich selbst konfigurieren. Dazu können unter dem Menüpunkt "My Menu" die am häufigsten benutzten Einstellungen abgespeichert werden.

Das Gehäuse ist innen mit einem Gerüst aus einer Magnesiumlegierung ausgerüstet, das die Kamera stoßfest machen soll. Der Akku- und der Speicherkartendeckel sind zudem gegen Spritzwasser und Staubeinflüsse abgedichtet.

Die Kamera misst 145,5 x 107,8 x 73,5 mm bei einem Leergewicht von 740 Gramm. Dazu kämen noch ein Objektiv und der Lithium-Ionen-Akku sowie die Speicherkarte. Die 40D nutzt Karten vom Typ CompactFlash I/ II und ist Microdrive-kompatibel. Ein USB-Anschluss sowie ein Videoausgang sind Standard.

Optional ist ein Schnurlos-Sender erhältlich. Der "Wireless File Transmitter WFT-E3" ist für den Bildtransfer mit einem FTP-Server gedacht. Außerdem kann die Kamera so ferngesteuert werden. Über den Internet-Browser kann damit der Auslöser betätigt oder Bilder von der Kamera heruntergeladen werden. Das ebenfalls unterstützte PTP-Protokoll ermöglicht die drahtlose Steuerung der 40D über die im Lieferumfang enthaltene Software "EOS Utility".

Außerdem kann die WFT-E3 an eine externe Festplatte gesteckt werden und mit einem angeschlossenen GPS-System auch Positionsdaten in die EXIF-Informationen der Bilddatei ablegen. Auch der Transmitter ist gegen Wettereinflüsse gesichert und kann als Griff mit Einstellrad und Auslöser auch für Hochformataufnahmen genutzt werden.

Als potenzielles Zubehör hat Canon zudem das Standard-Zoom EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS vorgestellt, das mit einem optischen Bildstabilisator ausgerüstet wurde. Auch das neu vorgestellte EF-S 55-200mm 1:4-5,6 IS verfügt über ein solches System.

Das Gehäuse der EOS 40D soll ab Oktober 2007 für rund 1.300,- Euro in den Handel kommen. Ein Objektiv ist in diesem Preis nicht enthalten. Auch die Objektive sollen zu diesem Zeitpunkt erscheinen: das 18-55 für rund 200,- Euro, das 55-200 für 300,- Euro. Die Canon-Neuheiten werden auch auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin gezeigt.


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