AMD schlägt Optimierung der CPUs für Java und .NET vor

Neue Befehlserweiterung zur Verzahnung mit Software

Unter dem Namen "Light Weight Profiling" (LWP) plant AMD eine mögliche Erweiterung des Befehlssatzes seiner Prozessoren - für welche kommenden Modelle, ist noch nicht bekannt. LWL soll dafür sorgen, dass sich Software besser an die Auslastung der Einheiten einer CPU anpassen kann, dafür muss aber auch das Betriebssystem mitspielen.

Artikel veröffentlicht am ,

Mit einem "rekonfigurierbaren Prozessor" hat LWL wenig zu tun, vielmehr geht es darum, dass die Software besseren Einblick in das bekommt, was die CPU gerade tut. Die Programme können sich dann besser auf die Maschine einstellen, was gerade bei einer weiter steigenden Anzahl an Kernen und Threads sehr wichtig ist. Bisher können die Programme auch schon über maschinenspezifische Register (MSR) auslesen, was der Prozessor tut - LWL soll diese Kontrolle der Software über die Hardware aber sehr viel feiner abgestuft ermöglichen.

Um Leistungsverluste zu vermeiden, will AMD in der CPU einen eigenen Speicherbereich schaffen, der wie ein Ringpuffer arbeitet, also vom Prozessor selbst ständig neu gefüllt wird. Die Programme können nun selbst festlegen, wann sie diesen Speicher auslesen. Darin werden Ereignisse wie fehlgeschlagene Cache-Zugriffe festgehalten. Es liegt dann an der Software, wie sie darauf reagiert. Die neuen Register lassen sich aber auch so programmieren, dass sie in bestimmten Intervallen oder bei bestimmten Ereignissen einen Interrupt auslösen, der dann vom Betriebssystem abgefangen wird. Das OS muss dann die entsprechenden Maßnahmen treffen.

Daher ist LWL auch nicht ohne weiteres sofort zu implementieren, da es eine Abstimmung zwischen Betriebssystem, Anwendung und Prozessor voraussetzt. Als ersten, aber eher trivialen Schritt hat AMD vorgeschlagen, dass über den bereits in jedem aktuellen x86-Prozessor vorhandenen Befehl CPUID übermittelt wird, welche LWL-Zustände die CPU annehmen kann. Als weitere Maßnahme sollen die Programme, die auf LWL optimiert sind, beispielsweise selbst die Größe ihrer Datentypen oder das Starten von konkurrierenden Threads anpassen können.

Ziel des Ganzen ist natürlich eine höhere Rechenleistung durch gleichmäßigere Auslastung der Kerne und Funktionseinheiten des Prozessors. Da das System offen gestaltet ist und die CPU nicht beispielsweise dauernd Interrupts auslöst, die Programme aber ihrerseits nicht verpflichtet sind, stets die LWL-Zustände auszulesen, soll sich der Leistungsabfall durch die Überwachung des Zusammenspiels kaum bemerkbar machen.

AMD arbeitet an LWL, da streng strukturierte Frameworks und Laufzeitumgebungen wie Java und Microsofts .Net bei Programmierern immer beliebter werden. Laut einer Umfrage bei Software-Entwicklern für Webanwendungen durch die Evans Data Corporation sollen diese Software-Umgebungen in den kommenden Jahren weiterhin dominieren. Da aber Java und .Net genaue Kontrolle über die Funktionsweise der Anwendungen haben, könnten sie laut AMD von Mechanismen wie LWL profitieren. Die Ausrichtung auf Webservices legt nahe, dass entsprechende Funktionen als Erstes wohl in Server-Prozessoren zu finden sein werden.

Für welche kommenden CPUs AMD LWL plant, hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben. Vorerst gibt es erstmal einen "Vorschlag" genanntes PDF-Dokument von 26 Seiten, in denen das Konzept erläutert wird. Offenbar will AMD zunächst den Bedarf sondieren - und wohl auch ausprobieren, ob Betriebssystementwickler sich auf LWL einlassen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


derNetZwerg 21. Aug 2007

Mh - vielleicht verstehst du das Konzept wenn du den Beitrag noch einmal sorgfältig...

Javajaner 20. Aug 2007

In den letzten 3 Monaten fast 1,8 Milliarden Dollar Verlust!! Und das ist erst recht...

so en... 20. Aug 2007

Also das Programiertechnische ausen vor gelassen. Wenn ich im Net surfe und ein tolles...

AAPKC 18. Aug 2007

Kindergarten?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Starship Troopers
Paul Verhoevens missverstandene Satire

Als Starship Troopers in die Kinos kam, wurde ihm faschistoides Gedankengut unterstellt. Dabei ist der Film des Niederländers Paul Verhoeven eine beißende Satire.
Von Peter Osteried

25 Jahre Starship Troopers: Paul Verhoevens missverstandene Satire
Artikel
  1. Azure DevOps: Die Entwicklerplattform, die es richtig macht
    Azure DevOps
    Die Entwicklerplattform, die es richtig macht

    Azure DevOps ist eine mächtige und ständig wachsende Plattform. Ich bin Fan - und zwar aus guten Gründen.
    Ein IMHO von Rene Koch

  2. Lügenvorwürfe: Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe
    Lügenvorwürfe
    Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe

    Wie in Köln arbeiten Telekom-Werber offenbar auch in Karlsruhe mit fragwürdigen Methoden. Verbraucherschützer fordern ein Verbot solcher Besuche ohne Einwilligung.

  3. Energiekrise: Brauchen wir Atomkraftwerke noch?
    Energiekrise
    Brauchen wir Atomkraftwerke noch?

    Wegen des Kriegs in der Ukraine laufen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke bis Mitte April. Ein Weiterbetrieb wird gefordert. Wie realistisch oder sinnvoll ist das?
    Eine Analyse von Werner Pluta

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Kingston NV2 2TB 104,90€ • Patriot Viper VPN100 2TB 123,89€ • Alternate: Weekend Sale • WSV bei MediaMarkt • XIAOMI Watch S1 149€ • Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 Radeon RX 6800/XT 227,89€ • MindStar: be quiet! Dark Power 13 1000W 259€ • The Legend of Zelda: Link's Awakening 39,99€ [Werbung]
    •  /