Xbox 360: Die Festplatte wird immer wichtiger

Dazu kommt nun noch ein weiteres Problem: Die Xbox 360 ist zwar für hohe Auflösungen und komplexe 3D-Szenen geeignet, die damit einhergehende Datenmenge führt jedoch dazu, dass der Platz auf der DVD auch mit effizienter Kompression schnell zuneige geht. Bei der PlayStation 3 ist das wegen der 25 bis 50 GByte fassenden Blu-ray-Scheiben und einer großen Festplatte kein Problem. Bei der Xbox 360 gibt es nur die Möglichkeit, Daten wegzulassen, den Spieler zum DVD-Jockey zu machen oder nicht mehr auf die DVD passende Daten aus dem Internet auf die Festplatte nachzuladen.
Laut Epic-Games-Vizechef Mark Rein stellt sich diese Frage auch bei der Entwicklung von Unreal Tournament 3 (UT3) - während der Umfang des Netzwerk-Shooters bei der PlayStation 3 wegen der Blu-ray-Scheibe keine Probleme macht, steht bei der Xbox 360 noch nicht fest, wie vorgegangen werden soll. Möglicherweise werden ein bis zwei Maps fehlen, die dann auf eine Festplatte nachinstalliert werden können. Bei Gears of War habe das bereits funktioniert, so Rein - über Xbox Live könnten bereits mehr zusätzliche Inhalte für das Spiel heruntergeladen werden als auf die DVD gepasst hätte.
Epic Games will auch die zu erwartenden zahlreichen UT3-Mods auf die Konsolen bringen, was im Falle der Xbox 360 über Xbox Live erfolgen wird, womit es aber derzeit noch Probleme gibt - die Mods stammen von Usern und werden sonst frei im Netz verbreitet, während Xbox Live ein geschlossenes System ist. Microsoft hat laut 1UP schon angekündigt, sich PC-Mods öffnen zu wollen - die Publisher müssten dann allerdings die Verantwortung(öffnet im neuen Fenster) für die Fan-Produktionen übernehmen. Bevor das geklärt werden kann, wird sich Epic Games erst einmal um die Fertigstellung der PC- und PS3-Version von UT3 (Auslieferung im November 2007 ) sowie der PC-Version von Gears of War widmen. Auf die Xbox-360-Version von UT3 muss also noch länger gewartet werden.
Damit wenigstens Entwickler von serverbasierten Online-Spielen die Festplatte voraussetzen können, hat Microsoft anlässlich des Gamefest 2007 eine entsprechende Ausnahmeregelung bestätigt, wie 1Up berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Das überrascht zwar im Hinblick auf Final Fantasy XI nicht sonderlich, doch gibt es nun dafür bestimmte Regeln, die Entwicklern die Arbeit erleichtern dürften.
Die Entwickler müssen Microsoft mitteilen, wie viel Speicherplatz ihr Spiel brauchen wird und auf der Packung eine eindeutige Angabe dazu machen. Selbst wenn der Platz zum Start des Spiels nicht erreicht wird, muss das obere Limit angegeben werden, damit die Käufer wissen, womit sie rechnen müssen. Allerdings müssen die Entwickler dabei bedenken, dass die Festplatten eher klein sind und für den Kunden das Aufrüsten auf eine (in Europa noch nicht erschienene) 120-GByte-Festplatte recht teuer ist. Anders als bei der PlayStation 3 kann bei der Xbox 360 nicht einfach eine handelsübliche Festplatte ins Gehäuse gesteckt werden, stattdessen gibt es vergleichsweise teure Microsoft-Module zum Aufstecken.
Um Platzproblemen auszuweichen, könnten Entwickler auf Texturen und Objekte mit geringerer Auflösung zurückgreifen, den Zugang zu bestimmten Spielbereichen sperren oder Daten bei Bedarf streamen. Das einmal auf der Festplatte von einem Spiel angelegte "Master Storage File" (MSF) darf hingegen nur in Ausnahmefällen in der Größe verändert werden.
Nur bei serverbasierten Online-Spielen, die alleine nicht laufen und für die ein kostenpflichtiges Abonnement nötig ist, reicht laut Microsoft auch weiterhin der kostenlose Zugang Xbox Live Silver. In Bezug auf über Xbox Live Arcade vertriebene reine Download-Spiele hat Microsofts Xbox-Live-Team laut 1UP auf dem Gamefest 2007 angegeben, dass die zuletzt auf 150 MByte angehobene Größenbeschränkung auch in Zukunft ausreichen(öffnet im neuen Fenster) würden und für die Entwickler ein Anreiz für innovative Spiele sein sollen - während Sony Computer Entertainment bei der PS3 auch deutlich größere Download-Spiele erlaubt.



