Dodos kontra Sony-BMG

Dänische Pop-Band erzielt Erfolg vor Gericht

Die in den 80er-Jahren in Dänemark sehr erfolgreiche Pop-Band Dodo & the Dodos hat sich im Streit um die Internet-Vertriebsrechte vor Gericht gegen Sony BMG durchgesetzt. Das Urteil könnte weitreichende Folgen auch jenseits der dänischen Landesgrenzen haben.

Artikel veröffentlicht am ,

Wie die Copenhagen Post berichtet, darf Sony BMG nach dem Urteil des Eastern High Court die Musik der Dodos vorerst nicht mehr im Internet vertreiben. Das Berufungsgericht hat entschieden, dass die in den 80er-Jahren geschlossenen Verträge mit der Band nicht auf das Internet anzuwenden sind. Wenn Sony-BMG also die Musik der Dodos, die mit einer Million verkauften Alben eine der erfolgreichsten dänischen Bands überhaupt sind, online verkaufen will, muss der Musikkonzern neue Verträge über die Beteiligung der Band an den Einnahmen aushandeln.

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Sony-BMG hatte zuvor im Jahr 2002 per Rundschreiben an alle unter Vertrag stehenden Bands angekündigt, deren Musik in Zukunft an Online-Musikshops zu verkaufen - auch ohne Zustimmung der Bands. Dodo & the Dodos waren der Meinung, dass ihre Verträge mit Sony-BMG die Rechte für den Online-Vertrieb nicht mit einschloss und Sony-BMG vertragsbrüchig wäre. Die Band beschloss, den Musikgiganten vor Gericht zu bringen und ihre Rechte einzuklagen.

Anders Valbro, Gitarrist der Band, hat sich dazu gegenüber der Zeitung Berlingske Tidende so geäußert: "Es brauchte Mut, den Kampf aufzunehmen, und wir wussten, dass unsere Chancen nicht gut standen. Aber unsere Lage war so offensichtlich ungerecht, dass wir es alle versuchen wollten."

Die Band bekam Recht. Das Gericht entschied zu Gunsten der Dodos, dass Sony-BMG für den Online-Vertrieb einen eigenen Vertrag abschließen müsse. Die Band hat somit Gelegenheit, eine angemessene Beteiligung an den Gewinnen mit ihrer Musik auszuhandeln. Das Urteil dürfte für viele weitere Bands in ähnlicher Lage in Dänemark und über die Landesgrenzen hinaus ein Signal sein, ihrerseits auf neue Verträge zu pochen.

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Das Urteil wirft zugleich ein bezeichnendes Licht auf das Geschäftsgebaren von Unternehmen wie Sony-BMG, die in der Öffentlichkeit stets lautstark über die "Raubkopierer" aus den Tauschbörsen herziehen. Wie ist aber ein Unternehmen einzuschätzen, das ohne Erlaubnis die Musik von Bands im Internet verkauft und diesen das ihnen aus den Einnahmen zustehende Geld verwehren will? [von Robert A. Gehring]

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mrburns 20. Aug 2007

Da stimme ich zu. Wenn jemand den Titel Raubkopierer verdient dann ist es Sony-BMG. ISt...

brotherelf 19. Aug 2007

Das lässt sich nicht pauschal sagen, ohne die Verträge zu kennen, die die Bands mit Sony...

hubbi 17. Aug 2007

Einerseits sitzt man mit im Boot, wenn es gegen eine "Zwangslizensierung" für den...

tomtom 17. Aug 2007

Soviel zu dem Satz "Die armen Künstler leiden unter den Raubkopierern" Es "leiden" nur...



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