Abo
  • Services:

Kultur, Kunst und Killerspiele

Deutscher Kulturrat veröffentlicht Buch zum 'Streitfall Computerspiele'

Computerspiele gehören laut Olaf Zimmermann, dem Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, "wie das Fernsehen, Pop- und Schlagermusik, der Unterhaltungsfilm oder die Unterhaltungsliteratur selbstverständlich zum kulturellen Leben". Der Spitzenverband der Bundeskulturverbände stellte in dieser Woche das neue Buch "Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz" vor.

Artikel veröffentlicht am ,

Olaf Zimmermann erklärte anlässlich der Buchvorstellung: "Immer mehr Künstler arbeiten bei der Erstellung von Computerspielen mit. Für Komponisten ist die Komposition von Computerspielemusik längst ein Markt wie die Komposition von Film- oder Werbemusik. Die Debatte um Computerspiele muss versachlicht werden und endlich stärker unter kulturpolitischen Aspekten geführt werden. Dazu gehört auch, die entsprechenden Instrumente zu entwickeln, wie qualitativ hochwertige Spiele gefördert werden können. Das Buch 'Streitfall Computerspiele' will zu dieser Debatte beitragen."

Stellenmarkt
  1. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  2. Viega Holding GmbH & Co. KG, Attendorn

Das Buch versammelt auf 108 Seiten Beiträge von 35 Autorinnen und Autoren, die zum Teil sehr unterschiedliche Positionen vertreten. Darunter auch die in der "Killerspiel"-Diskussion hervorstechenden Hardliner wie der bayerische Innenminister Günther Beckstein und Christian Pfeiffer, der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen, die beide stärkere Kontrollen und neue strafrechtliche Bestimmungen für Computerspiele fordern.

Den bestehenden gesetzlichen Rahmen ausschöpfen wollen hingegen Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW, und Fritz Rudolf Körper, Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Aus Sicht der Jugendforschung wird von Wilfried Kaminski, Professor für Kulturpädagogik an der Fachhochschule Köln, und Lothar Mikos, Professor für Fernseh- und Medienwissenschaft an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", klargestellt, dass Kinder und Jugendliche zwischen Spiel und Realität sehr wohl unterscheiden können.

Der deutsche Kulturrat stieg Anfang 2007 in die zum Teil recht unsachlich geführte "Killerspiel"-Diskussion ein, rief die Politik zur Mäßigung auf und forderte Kunstfreiheit statt Verbote für Computer- und Videospiele. Erwachsene sollen demzufolge das Recht haben, auch "Schund" zu erwerben.

Anlässlich der Buchveröffentlichung betonte Olaf Zimmermann deshalb erneut, dass die Kunstfreiheit auch für Computerspiele gelte. Wer gute Spiele haben wolle, müsse diese auch fördern, so Zimmermann wieder einmal in Richtung Politik. Nach dem Vorbild der Filmförderung könnte hier lenkend eingegriffen werden. In der Regierung wird darüber auch schon nachgedacht, doch es fehlen weiterhin konkrete Umsetzungen.

Laut Wolfgang Zacharias, dem Stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, sei zudem in der kulturellen Bildung eine Auseinandersetzung mit Computerspielen unumgänglich, um den Anschluss an die Jugend nicht zu verlieren.

Das vom Deutschen Kulturrat veröffentlichte Buch "Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz" (ISBN: 978-3-934868-13-7) kann für 9,- Euro (zzgl. Versandkosten) entweder online über den Kulturrat-Shop oder den Buchhandel bestellt werden. Herausgeber sind Olaf Zimmermann und Theo Geißler.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,25€
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)

TEO 17. Aug 2007

Naja die Auswahl ist nicht die beste. Quake: Gegner sind Cyborgs, also reine Fiktion...

Phlexonance 16. Aug 2007

Gerade in Videospielen dominiert das Triviale, nicht nur umfragen sondern die...

grüntee 16. Aug 2007

ist ja auch gut so....gefährlich wärs, wenns umgekehrt wäre

N!C 15. Aug 2007

Der Deutsche Kulturrat wurde 1981 als politisch unabhängige Arbeitsgemeinschaft kultur...

venkie 15. Aug 2007

Vollidiot mit Sicherheit nicht, allerdings ein offenbar begnadeter Kontaktenutzer. Als...


Folgen Sie uns
       


Leistungsschutzrecht und Uploadfilter - Golem.de Live

Nach der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten sprach sich am Mittwoch in Brüssel auch der Rechtsausschuss des Europaparlaments für ein Recht aus, das die digitale Nutzung von Pressepublikation durch Informationsdienste zustimmungspflichtig macht. Ein Uploadfilter, der das Hochladen urheberrechtlich geschützter Inhalte verhindern soll, wurde ebenfalls auf den Weg gebracht. Doch was bedeutet diese Entscheidung am Ende für den Nutzer? Und wer verfolgt eigentlich welche Interessen in der Debatte?

Leistungsschutzrecht und Uploadfilter - Golem.de Live Video aufrufen
Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Nach tödlichem Unfall Uber entlässt 100 Testfahrer für autonome Autos
  2. Autonomes Fahren Daimler und Bosch testen fahrerlose Flotte im Silicon Valley
  3. Kooperationen vereinbart Deutschland setzt beim Auto der Zukunft auf China

Smartphone von Gigaset: Made in Bocholt
Smartphone von Gigaset
Made in Bocholt

Gigaset baut sein Smartphone GS185 in Bocholt - und verpasst dem Gerät trotz kompletter Anlieferung von Teilen aus China das Label "Made in Germany". Der Fokus auf die Region ist aber vorhanden, eine erweiterte Fertigung durchaus eine Option. Wir haben uns das Werk angeschaut.
Ein Bericht von Tobias Költzsch

  1. Bocholt Gigaset baut Smartphone in Deutschland

Segelschiff: Das Vindskip steckt in der Flaute
Segelschiff
Das Vindskip steckt in der Flaute

Hochseeschiffe gelten als große Umweltverschmutzer. Neue saubere Antriebe sind gefragt. Der Norweger Terje Lade hat ein futuristisches Segelschiff entwickelt. Doch solch ein neuartiges Konzept umzusetzen, ist nicht so einfach.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Energy Observer Toyota unterstützt Weltumrundung von Brennstoffzellenschiff
  2. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  3. Kreuzschifffahrt Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    •  /