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Kultur, Kunst und Killerspiele

Deutscher Kulturrat veröffentlicht Buch zum 'Streitfall Computerspiele'. Computerspiele gehören laut Olaf Zimmermann, dem Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, "wie das Fernsehen, Pop- und Schlagermusik, der Unterhaltungsfilm oder die Unterhaltungsliteratur selbstverständlich zum kulturellen Leben" . Der Spitzenverband der Bundeskulturverbände stellte in dieser Woche das neue Buch "Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz" vor.
/ Christian Klaß
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Olaf Zimmermann erklärte anlässlich der Buchvorstellung: "Immer mehr Künstler arbeiten bei der Erstellung von Computerspielen mit. Für Komponisten ist die Komposition von Computerspielemusik längst ein Markt wie die Komposition von Film- oder Werbemusik. Die Debatte um Computerspiele muss versachlicht werden und endlich stärker unter kulturpolitischen Aspekten geführt werden. Dazu gehört auch, die entsprechenden Instrumente zu entwickeln, wie qualitativ hochwertige Spiele gefördert werden können. Das Buch 'Streitfall Computerspiele' will zu dieser Debatte beitragen."

Das Buch versammelt auf 108 Seiten Beiträge von 35 Autorinnen und Autoren, die zum Teil sehr unterschiedliche Positionen vertreten. Darunter auch die in der "Killerspiel"-Diskussion hervorstechenden Hardliner wie der bayerische Innenminister Günther Beckstein und Christian Pfeiffer, der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen, die beide stärkere Kontrollen und neue strafrechtliche Bestimmungen für Computerspiele fordern.

Den bestehenden gesetzlichen Rahmen ausschöpfen wollen hingegen Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW, und Fritz Rudolf Körper, Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Aus Sicht der Jugendforschung wird von Wilfried Kaminski, Professor für Kulturpädagogik an der Fachhochschule Köln, und Lothar Mikos, Professor für Fernseh- und Medienwissenschaft an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", klargestellt, dass Kinder und Jugendliche zwischen Spiel und Realität sehr wohl unterscheiden können.

Der deutsche Kulturrat stieg Anfang 2007 in die zum Teil recht unsachlich geführte "Killerspiel"-Diskussion ein, rief die Politik zur Mäßigung auf und forderte Kunstfreiheit statt Verbote für Computer- und Videospiele. Erwachsene sollen demzufolge das Recht haben, auch "Schund" zu erwerben.

Anlässlich der Buchveröffentlichung betonte Olaf Zimmermann deshalb erneut, dass die Kunstfreiheit auch für Computerspiele gelte. Wer gute Spiele haben wolle, müsse diese auch fördern, so Zimmermann wieder einmal in Richtung Politik. Nach dem Vorbild der Filmförderung könnte hier lenkend eingegriffen werden. In der Regierung wird darüber auch schon nachgedacht , doch es fehlen weiterhin konkrete Umsetzungen.

Laut Wolfgang Zacharias, dem Stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung, sei zudem in der kulturellen Bildung eine Auseinandersetzung mit Computerspielen unumgänglich, um den Anschluss an die Jugend nicht zu verlieren.

Das vom Deutschen Kulturrat veröffentlichte Buch "Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz" (ISBN: 978-3-934868-13-7) kann für 9,- Euro (zzgl. Versandkosten) entweder online über den Kulturrat-Shop(öffnet im neuen Fenster) oder den Buchhandel bestellt werden. Herausgeber sind Olaf Zimmermann und Theo Geißler.


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