VMware wird GPL-Verletzung vorgeworfen

ESX-Server soll vom Linux-Kernel abstammen

Der Kernel-Entwickler Christoph Hellwig wirft VMware vor, mit ihrem Produkt ESX die GPL zu verletzen. VMware ESX soll einen Linux-Kernel verwenden und selbst von Linux abgeleiteter Code sein, so dass auch ESX unter der GPL veröffentlicht werden müsste.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Venturecake.com greift Hellwigs Aussagen zum Börsengang von VMware auf. VMware ESX ist als Virtualisierungslösung für große Rechenzentren gedacht und wird direkt auf der Server-Hardware installiert, ohne dass extra ein darunterliegendes Betriebssystem eingerichtet werden muss - ESX selbst ist also praktisch das Betriebssystem.

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Dass VMware dabei einen Linux-Kernel einsetzt, ist kein Geheimnis. Nach Angaben des Unternehmens soll aber nur die Service-Konsole, die zum ESX-Server gehört, auf einem Linux-Kernel 2.4 basieren. Venturecake.com schreibt allerdings, dass nicht ein zweiter Kernel läuft, sondern nur ein Linux-Kernel und der ESX-Server dann als Binärmodul geladen wird.

Binärmodule im Linux-Kernel sind eine Grauzone, Linux-Chefentwickler Linus Torvalds akzeptiert sie, andere Entwickler lehnen sie strikt ab. Torvalds ist der Meinung, dass Binärmodule zumindest nicht als vom Kernel abgeleitete Werke ("derived work") anzusehen sind, wenn sie von einem anderen Betriebssystem portiert wurden - dies soll also beispielsweise für die Grafiktreiber von ATI und Nvidia gelten.

Bei ESX würde dieser Punkt aber nicht zutreffen, womit - sofern ESX wirklich nur ein Modul ist - die Software von Linux abgeleitet wäre und daher ebenso wie der Linux-Kernel unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlicht werden müsste. Denn Linux verbleibt laut Venturecake.com beim ESX-Betrieb im Speicher und der ESX-Server ist nicht ohne Linux lauffähig.

Christoph Hellwig - der früher bei Caldera und dann bei SGI an der Linux-Portierung von XFS arbeitete - ist eben dieser Meinung. Er selbst habe nicht genügend Rechte an dem von VMware verwendeten Kernel, um die Firma zu verklagen, schrieb Hellwig schon 2006 auf der Open-iSCSI-Mailingliste. Auf der Linux-Kernel-Mailingliste machte Hellwig auch einen VMWare-Mitarbeiter direkt auf die Situation aufmerksam - VMware antwortete aber bisher nicht auf Hellwigs Vorwürfe. Ob diese überhaupt zutreffen, ist bisher auch keinesfalls klar. Letztlich liegt der ESX-Quelltext nicht offen, so dass dieser nicht untersucht werden kann und Hellwig sich für seine Analyse nur laufender ESX-Systeme bedienen kann.

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