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EU-Studie zur Internet- und Handy-Nutzung von Kindern

Illegaler Download urheberrechtlich geschützter Inhalte weit verbreitet. Eine aktuelle Eurobarometer-Studie zur Internet- und Handy-Nutzung von Kindern in Europa(öffnet im neuen Fenster) zeigt unter anderem, dass die meisten Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren über ein eigenes Mobiltelefon verfügen. Mit dem Internet sind sie gut vertraut, der Risiken sind sie sich bewusst. Illegale Downloads sind weit verbreitet, dabei ist die Angst vor Viren größer als die vor dem Staatsanwalt.
/ Jens Ihlenfeld
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Die von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Studie hat im Zeitraum von März bis Mai 2007 europaweit die Nutzung von Internet und Mobiltelefonen unter Kindern der Altersgruppen 9 bis 10 Jahre und 12 bis 14 Jahre untersucht. Mit der qualitativen Studie sollte in 29 Ländern sowohl das Online-Verhalten der Kinder als auch ihre Wahrnehmung der damit verbundenen Risiken und ihr Umgang damit untersucht werden.

Zu den wesentlichen Erkenntnissen gehört, dass die befragten Kinder mit dem Internet und dem Mobiltelefon gut vertraut sind. Drei Viertel von ihnen verfügen über ein eigenes Mobiltelefon. Während die jüngeren Kinder wöchentlich "einige Minuten" ins Internet gehen, nutzen die älteren Kinder es im Umfang von ein bis drei Stunden täglich. Dabei wird das Internet für Unterhaltungszwecke, zur Erledigung von Hausarbeiten und zum Download von Filmen, Musik, Computerspielen und so weiter genutzt. Der Charakter der Nutzung von Internet und Mobiltelefonen ist europaweit recht homogen.

Nach den Risiken befragt, antworteten die meisten der Kinder, dass die Risiken im Internet größer seien als bei der Mobiltelefon-Nutzung. In erster Linie werden Viren und Hackerangriffe als Risiken wahrgenommen. Die Konfrontation mit unerwünschten Inhalten wie Gewaltdarstellungen und Pornografie wird von den Kindern "(besonders den älteren) minimiert oder deren Einfluss heruntergespielt" . Die Kinder sind sich der Risiken durchaus bewusst, gehen sie zum Teil aber auch bewusst ein. Als Beispiel werden in der Studie die Weitergabe von E-Mail-Adressen an Fremde oder gar persönliche Treffen mit Fremden genannt.

Die Eltern und andere Erwachsene werden als Ansprechpartner nur bei "möglicherweise dramatischen Problemen" angesehen. Die Kinder versuchen eher, die Probleme selbst oder mit Hilfe ihrer Freunde zu lösen.

Was die mit dem illegalen Herunterladen urheberrechtlich geschützter Inhalte verbundenen Risiken angeht, sind sich die Kinder "auf einem theoretischen Niveau" solcher Risiken zwar bewusst, stellen sie aber zum Teil in Frage. Im Einzelnen bedeutet das, dass den Kindern "der illegale Charakter nicht immer klar ist" ; dass "das Herunterladen für rein private Zwecke nicht als betrügerisch angesehen wird" ; dass "das Argument, dass die Künstler dadurch geschädigt werden, nicht als sehr glaubhaft angesehen oder ganz zurückgewiesen wird" ; dass "das Gefühl, unangreifbar zu sein, weit verbreitet ist" ; und dass "das Risiko, sich beim Herunterladen einen Virus einzufangen, als deutlich größer eingestuft wird als das Risiko der rechtlichen Verfolgung" . [von Robert A. Gehring]


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