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Spieletest: The Darkness - Horror, Action und Atmosphäre

Neues Spiel der Starbreeze Studios für PlayStation 3 und Xbox 360. Für das großartige "Chronicles Of Riddick" durften die Starbreeze Studios im Jahr 2004 Awards und andere Auszeichnungen in Massen einheimsen, jetzt legt man mit The Darkness nach - einem Horror-Action-Shooter, der auf einem Comic basiert und auf PlayStation 3 und Xbox 360 über weite Strecken neue Maßstäbe in Sachen Atmosphäre und Spannung setzt.
/ Thorsten Wiesner
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Seinen 21. Geburtstag hatte sich Auftragskiller Jackie Estacado sicherlich anders vorgestellt. Anstatt in Ruhe mit seiner Freundin zu feiern, geht alles schief, was schief gehen kann: Zunächst scheitert ein Auftrag, den er für seinen Mafia-Onkel Paulie erledigen sollte; der bedankt sich dafür, indem er seine Schergen auf den Neffen ansetzt. Und als würde es nicht ausreichen, beständig mit gut bewaffneten und brutal vorgehenden Mafiosi konfrontiert zu sein, ergreift auch noch eine düstere Macht, genannt "Die Finsternis", Besitz von Jackie – ohne dass der wüsste, wieso ausgerechnet er auserwählt wurde.

Einerseits macht die Finsternis Jackie zum Spielball ihrer dunklen Wünsche, andererseits profitiert der junge Auftragsmörder aber auch von dem neuen Wirt im eigenen Körper: Ihm wachsen etwa Tentakel, mit denen sich Gegner brutal und schnell ausschalten lassen; per Knopfdruck kann sogar ein einzelnes Tentakel abgelöst werden, das sich durch enge Korridore und Gänge schlängelt, durch die ein Mensch nicht passen würde. Und im weiteren Spielverlauf wachsen die dunklen Mächte von Jackie kontinuierlich; später lassen sich etwa auch schwarze Löcher beschwören, von denen Gegner einfach verschluckt werden. Hinzu kommen die so genannten Darklings - kleine böse Kobolde, die von Jackie heraufbeschworen werden können und ihm einige Drecksarbeiten abnehmen; etwa, indem sie sich auf Wachen stürzen oder Hindernisse aus dem Weg räumen.

Für all diese Aktionen wird allerdings dunkle Energie benötigt - und die sammelt Jackie nur dann ein, wenn er sich in der Finsternis aufhält. Es gilt also, von Schatten zu Schatten zu hechten oder aber die Laternen im nächtlichen New York auszuknipsen; ansonsten sind die Geheimkräfte schnell verbraucht und es bleibt einem nichts anderes übrig, als auf konventionelle Art und Weise - also mit herkömmlichen Schusswaffen - das eigene Leben und das der Freundin zu retten.

Im Spielverlauf erkundet Jackie diverse Areale New Yorks, muss in Appartements in Chinatown Kontaktpersonen ausfindig machen oder mit der U-Bahn in andere Stadtteile fahren, immer auf der Suche nach neuen Antworten auf die im Spielverlauf eher zahlreicher werdenden Fragen. "The Darkness" hält aber nicht nur inhaltlich, sondern auch spielerisch viele Überraschungen bereit - einen Teil des Spiels verbringt man nämlich nicht in der US-Metropole, sondern in einer Art unwirklicher Zwischenwelt, die zahlreiche grausame Überraschungen bereithält: verstümmelte Veteranen, brutale Kriegsmomente und düstere Zerstörungsszenarien etwa. Spätestens hier erklärt sich, warum The Darkness keine Jugendfreigabe erhalten hat: Optisch und akustisch sind diese Spielszenen purer Horror - im positiven Sinne, versteht sich.

Was den Entwicklern von Starbreeze dabei hoch angerechnet werden muss, ist die unglaublich dichte Spielatmosphäre: Die Story ist ebenso spannend erzählt wie geschickt in den Spielablauf integriert - filmreife Zwischensequenzen gehen nahtlos in Spielszenen über, die Spielwelt wirkt dank zahlreicher ansprechbarer Charaktere im Spiel, TV-Geräten mit den Spielablauf reproduzierenden News-Sendungen oder häufiger Telefongespräche immens lebendig. Hinzu kommen - vor allem, wenn man über einen HD-Fernseher verfügt - wunderbar düster ausgeleuchtete Umgebungen und hervorragend animierte Charaktere. Als Krönung muss dann die herausragende Sprachausgabe gewertet werden - die ist zwar komplett englisch (deutsche Untertitel sind allerdings vorhanden), dafür aber nahezu perfekt auf die Atmosphäre des Spiels abgestimmt und wartet mit einigen bekannten Namen auf; die Finsternis wird etwa vom ehemaligen Faith-No-More-Sänger Mike Patton gesprochen.

Wenig begeistert dürften sich Käufer der deutschen Version allerdings über die Veränderungen für den hiesigen Markt zeigen: The Darknes kommt in Deutschland komplett ohne Blut aus und wurde auch sonst an einigen Stellen deutlich beschnitten - will man etwa mit seinen dunklen Kräften die Seelen ermordeter Kontrahenten einsammeln, reißt man sie ihnen nicht wirklich aus dem Körper, sondern sieht stattdessen eine etwas unbeholfen wirkende Animation, bei der die eigenen Tentakel auch öfters mal neben den Leichnam des Kontrahenten greifen und trotzdem seine Seele erwischen. Angesichts der Tatsache, dass das Spiel keine Jugendfreigabe erhalten hat, hätten die Veränderungen sicherlich nicht ganz so weit gehen müssen.

Für die Einzelspieler-Kampagne benötigt man etwa 15 Stunden, danach wartet noch ein Multiplayer-Modus - in dem einerseits in typischen Modi wie Deathmatch, andererseits aber auch in recht netten Varianten etwa mit den erwähnten Darklings agiert werden darf. Sowohl für PlayStation 3 als auch für Xbox 360 ist das Spiel bereits im Handel erhältlich, der Verkaufspreis liegt bei etwa 60,- Euro.

Fazit:
Horror-Action, Ego-Shooter, Grusel-Adventure - The Darkness vereint diverse Genres, anstelle eines halbgaren Mixes ist den Entwicklern dabei aber ein Meisterstück in Sachen Atmosphäre und Spannung gelungen. Auf PS3 und Xbox 360 gibt es jedenfalls wenig vergleichbar fesselnde Programme; wie schon bei The Chronicles Of Riddick haben die Starbreeze Studios auch mit The Darkness eine absolute Pflichtanschaffung und schon jetzt eines der Spiele des Jahres erschaffen.


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