AT&T beschneidet Bush-kritischen Webcast von Pearl Jam
Sonntagnacht trat die Rockband Pearl Jam(öffnet im neuen Fenster) beim Lollapalooza-Festival in Chicago auf. Das Festival wurde von AT&T gesponsert und per Webcast übertragen. Fans, die beim Festival dabei waren, fiel auf, dass der Webcast nicht vollständig war. Pearl Jam hatte den Song "Daughter" zur Musik von Pink Floyds "Another Brick in the Wall" gespielt und dabei getextet "George Bush, leave this world alone" sowie "George Bush find yourself another home". Der erste Textteil wurde nur einmal statt zweimal und der zweite gleich gar nicht im Webcast gesendet. Die Veranstalter des Festivals fragten bei AT&T nach, wie das geschehen konnte. Der Telekom- und Internet-Gigant entschuldigte sich damit, dass es sich um einen "Schnittfehler" handeln würde, den ihr "Content-Überwacher" verursacht hätte.
Pearl Jam erklärt(öffnet im neuen Fenster) auf ihrer Homepage, dass dieses Ereignis Anlass zur Sorge darüber sei, welche Auswirkungen "Zensur und Medienkonzentration" auf die Information der Öffentlichkeit haben. Sie verweisen ausdrücklich auf die Debatte um Netzwerk-Neutralität und die Initiativen The Future of Music(öffnet im neuen Fenster) und Save the Internet(öffnet im neuen Fenster) . AT&T hatte in dieser Debatte wiederholt Zensurbefürchtungen zurückgewiesen und als übertrieben bezeichnet. Der Vorfall vom Sonntag sollte nach Meinung von Pearl Jam "ein Weckruf dafür sein, dass es um mehr als die Zensur einer Rockband geht" .
Pearl Jam hat angekündigt, in Kürze eine ungeschnittene Version von "Daughter" aus dem Konzert vom Sonntag auf ihrer Homepage bereitzustellen. [von Robert A. Gehring]



