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USA: Schlag gegen Modchip-Händler

32 Durchsuchungen in 16 US-Bundesstaaten. In einer groß angelegten Aktion sind Industrie und Agenten aus 22 Büros des US Immigration and Customs Enforcement (ICE) gegen Importeure und Distributoren von Modchips für Spielekonsolen vorgegangen. In den USA gelten Modchips seit Einführung des umstrittenen Digital Millennium Copyright Act (DMCA) als verboten und es wurde seitdem wiederholt gegen Modchip-Händler vorgegangen.
/ Christian Klaß
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Am 1. August 2007 wurden im Rahmen der Aktion 32 Hausdurchsuchungen in 16 US-Staaten gegen Händler von "illegalen Geräten zum Umgehen von Kopierschutz-Technik in Top-Spielekonsolen" durchgeführt. Laut der ICE handelte es sich um die "bisher größte nationale Aktion gegen diese Art von illegalen Aktivitäten."

Durchsucht wurden dabei Geschäftsräume, Schaufenster und Wohnungen in Kalifornien, Florida, Hawaii, Idaho, Illinois, Maryland, Massachusetts, Michigan, Minnesota, New York, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, South Carolina, Texas und Wisconsin. Ziel waren Personen, die in den direkten Import, die Installation, den Verkauf und die Distribution der aus dem Ausland stammenden und in die USA geschmuggelten Modchips verwickelt sein sollen.

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Die "Modification Chips", kurz Modchips, und auch sogenannte "Swap Discs" erlauben es in der Regel, unerlaubt kopierte Spiele (Schwarzkopien) auf Spielekonsolen zu nutzen. Im Rahmen der landesweiten Durchsuchungen wurden illegale Produkte für Wii, PlayStation 2, Xbox und Xbox 360 erwähnt.

"Unerlaubte Geräte wie die heute im Rampenlicht stehenden werden nur aus einem Grund entwickelt, die Umgehung von Urheberrechtsschutzmaßnahmen" , betonte Julie L. Myers, Assistant Secretary der Homeland Security for Immigration and Customs Enforcement.

Dabei wird allerdings verschwiegen, dass viele Modchips auch noch Funktionen haben, die auf vielen Konsolen noch gesperrte Importspiele oder private Software-Entwicklung ermöglichen und es nicht nur den einen Grund zum Einbau eines Modchips gibt. Allerdings haben einige Hersteller wie etwa Sony Computer Entertainment bei der PlayStation 3 angefangen, den Kunden mehr Freiräume zu lassen und ihnen die Nutzung von legal in anderen Ländern gekauften Spielen zu erlauben.

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Bei der Wii-Konsole hat Nintendo sich hingegen – wie Microsoft bei der Xbox und Xbox 360 – für Ländercodes entschieden, so dass Fans von japanischen Spielen entweder eine zweite Konsole aus Japan brauchen – oder sich nach einen Modchip umschauen müssen, der auch gekaufte Importspiele lädt. Die private Software-Entwicklung für ihre geschlossenen Spielekonsolen oder Spielehandhelds sehen Unternehmen ebenfalls nicht sonderlich gerne, auch hier sind Modchips oft der Ausweg. Das ändert allerdings nichts daran, dass Modchips wegen der etwa über das Internet verbreiteten Schwarzkopien ein gravierendes Problem für die Spielekonsolen-Hersteller und ihre Partner darstellen.

In Bezug auf den Modchiphandel erklärt Myers weiter: "Diese Verbrechen kosten seriöse Unternehmen jährlich Milliarden von Dollar und fördern viele weitere Ebenen von Kriminalität, wie Schmuggel, Software-Piraterie und Geldwäsche." Das ICE führt dazu Schätzungen der Chamber of Commerce an, denen Zufolge der US-Wirtschaft jährlich zwischen 200 und 250 Milliarden US-Dollar durch Produktfälschungen und Piraterie verloren gehen und dies in Folge bis zu 750.000 Jobs kostet.

Die an der Aktion beteiligten Unternehmen, Nintendo und Microsoft, sowie der US-Branchenverband "Entertainment Software Association" (ESA) zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis der Durchsuchungen. Microsoft spricht von einem wichtigen Schritt für den Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen.


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