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Neues Kühl-Design für Xbox 360 Elite - mit Heißkleber

US-Bastler zerlegt neue Konsole. Der bekannte Xbox-Modder Benjamin Heckendorn hat seine neue Xbox 360 Elite zerlegt. Dabei fand er einen neuen, zweiteiligen Kühlkörper für den Grafikprozessor samt Heatpipe. Zudem sind CPU und GPU durch einen merkwürdigen Heißkleber mit dem Mainboard verbunden.
/ Nico Ernst
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Ben Heckendorn ist in der Xbox-Szene kein Unbekannter. In einem seiner spektakulärsten Projekte baute er im Herbst 2006 eine Xbox 360 in ein Notebook-Gehäuse – samt Wasserkühlung. Natürlich interessiert sich der Tüftler auch für die neue Xbox 360 Elite im schwarzen Gehäuse, die seit Ende April 2007 in den USA verkauft wird. Heckendorn geht es allerdings weniger um die 120-GByte-Festplatte oder den HDMI-Ausgang des neuen Modells – er setzt gleich ein Skalpell – genauer gesagt das amerikanische X-Acto-Knife – an, um das Garantiesiegel zu durchtrennen und sich die Hardware der neuen Konsole genauer anzusehen.

Dabei fand Heckendorn eigentümliches, wie er mit Bildern auf seiner derzeit recht überlasteten Webseite(öffnet im neuen Fenster) belegt. Die Kühlkörper sollen aus einem anderen Material als dem vorher üblichen Aluminium gefertigt sein, das der Hardware-Fan nicht genauer identifizieren konnte. Sofort ins Auge fiel jedoch ein deutlich vergrößerter Kühlkörper für den Grafikprozessor. An den ohnehin schon vorhandenen Heatsink für die GPU ist über eine abenteuerliche Konstruktion mit einem Blech-Bügel und einer Heatpipe ein weiterer Kühler angeflanscht. Dieser schwebt nur knapp über Bauteilen auf dem Mainboard der Konsole.

Laut Heckendorn hat Microsoft an den Lüftern außer den Anschlüssen nichts geändert. Es gibt also offenbar keinen optimierten Luftstrom durch das Gehäuse der Konsole oder schnellere Rotoren – nur einen größeren Kühlkörper.

Als der Elite-Bastler die Kühler von den Chips entfernte, stieß er auf eine weitere Merkwürdigkeit. Die BGA-Gehäuse von CPU und GPU sind mit einer sehr präzise aufgetragenen Masse an den Kanten ans Mainboard geklebt. Heckendorn: "Das ist eines der skurrilsten Dinge, die ich in einem elektronischen Gerät gesehen habe, und ich habe auch schon ein Intellivision geöffnet!".

Der Tüftler spielt damit auf die von Mattel 1980 auf den Markt gebrachte Konsole an, die hektisch als Konkurrenz zum damals sehr erfolgreichen Atari VCS2600 zusammengeschustert worden war. Heckendorn hält die transparente Masse in der neuen Xbox für Heißkleber, er entfernte das Material und stellte fest, dass es deutlich härter als der haushaltsübliche Klebstoff ist.

Welchen Sinn die Befestigung von BGA-Chips auf einem Mainboard hat, lässt viel Raum für Spekulation. Möglicherweise dehnen sich die Chip-Gehäuse und das Mainboard unter Last durch die Wärmeentwicklung ungleichmäßig aus, und müssen so fester zusammengehalten werden, damit die BGA-Kontakte an der Unterseite der Chips nicht brechen. Beim Bau von modernen Grafikkarten ist beispielsweise bekannt, dass die verschraubten Kühler nicht nur für sicheren Sitz dienen, sondern auch als Entlastung der Spannungen an den BGA-Lötstellen.

Die von Benjamin Heckendorn gefundenen Veränderungen an der Xbox-Hardware – er entdeckte auch noch ein etwas leiseres und flacheres DVD-Laufwerk, das von BenQ stammt – entsprechen den Bildern nach zu urteilen den Modifikationen, die Microsoft bereits seit Monaten an Konsolen vornimmt, die zur Reparatur eingesandt wurden. Entsprechende Bilder sind beispielsweise bei Xbox-Scene(öffnet im neuen Fenster) zu finden.

Ob es sich bei der Elite-Xbox von Heckendorn um ein erstes Exemplar handelt, bei dem der neue Kühler ab Werk verbaut wurde, ist nicht bekannt. Ebenso ist fraglich, ob die neue Kühl-Konstruktion auch in anderen Modellen als der Xbox Elite verwendet werden wird.

Anfang Juli 2007 hatte Microsoft eine "unakzeptable Anzahl von Reparaturen bei Xbox-360-Konsolen" offiziell bestätigt und sich bei seinen Kunden entschuldigt. Zuvor machten immer wieder Berichte von Spielern die Runde, deren Konsole nach stundenlangem Benutzen grafisch aufwendiger Titel mit dem berüchtigten "Red Ring of Death" (RROD) ausgefallen waren.

Dabei leuchten drei LEDs um den Einschaltknopf rot auf, die Konsole zeigt so einen Hardware-Defekt an und reagiert nicht mehr. Als nicht von Microsoft bestätigter Grund wird Überhitzung angenommen. Das Unternehmen verlängerte zusammen mit der Entschuldigung die Garantie ab Kaufdatum für die Xbox 360 auf drei Jahre, was allerdings nur Ring-of-Death-Fehler betrifft.


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