EU: Intel hat versucht, AMD aus dem Markt zu drängen (Upd)
Nach Ansicht der Kommission hat Intel sich auf dreierlei Art schuldig gemacht: Erstens habe Intel einigen OEMs substanzielle Rabatte gewährt, wenn diese den Großteil ihrer CPUs bei Intel kaufen. Zweitens habe Intel mehrfach OEMs dafür bezahlt, dass diese ihre auf AMD-Prozessoren basierenden Produkte später oder gar nicht auf den Markt bringen. Drittens habe Intel im Server-Bereich strategisch wichtigen Kunden seine Prozessoren im Durchschnitt unterhalb der Kosten verkauft.
Mit diesen drei Maßnahmen habe Intel versucht seinen größten Konkurrenten AMD vom Markt auszuschließen und damit die eigene dominante Marktposition ausgenutzt. Nach Ansicht der Kommission stützen sich diese drei Einzelmaßnahmen gegenseitig und sind Teil einer einheitlichen wettbewerbsfeindlichen Strategie.
Intel hat nun 10 Wochen Zeit, um auf die im "Statement of Objections" erhobenen Anschuldigungen schriftlich zu antworten und anschließend die eigene Sicht in einer mündlichen Anhörung darzulegen. Sollten sich die Vorwürfe der Kommission bestätigen, wird Intel die Rechtsverstöße einstellen und mit einer Strafe rechnen müssen.
Nachtrag vom 27. Juli 2007, 15:25 Uhr:
Erwartungsgemäß begrüßt AMD, die in mehreren Ländern Monopol-Klagen gegen Intel anstrengen , die Entscheidung der EU. Giuliano Meroni, AMD-Chef für Europa, den nahen Osten und Afrika meint: "Das ist ein Moment der Wahrheit für die gesamte IT-Industrie. Die Europäische Kommission nimmt es sehr ernst, den Missbrauch der dominierenden Position von Intel im weltweiten Mikroprozessormarkt zu beenden. Wir sind überzeugt, dass diese Beschwerdeschrift die Öffnung des weltweiten Mikroprozessorenmarktes beschleunigen wird, wovon Endkunden und PC-Unternehmen gleichermaßen profitieren werden."