AMD Tech Day: Zwei neue Architekturen, Phenom mit 3 GHz

So erwähnte AMDs Chef für Server und Workstations, Randy Allen, eher beiläufig man solle sich doch das ausgestellte System mit einem Phenom ansehen, das liefe bereits mit 3 GHz. Laut AMDs inoffizieller Roadmap sollen die K10-Kerne, allen voran der neue Opteron Barcelona, jedoch bis Ende 2007 maximal 2,5 GHz erreichen. An anderer Stelle erklärte Allen, die Fertigungsausbeute für die Barcelonas liege "über unseren Erwartungen" .
Bei den weiteren Vorträgen ließ sich AMDs neuer Chef der Grafik-Abteilung, Rick Bergman, immerhin noch hinreißen, seine neue Gamer-Plattform für "verfügbar noch dieses Jahr" festzulegen. Mit dem sattsam bekannten Patch auf DirectX-10 für "Call of Juarez" führte man eine Plattform aus dem Quad-Core-Prozessor Phenom FX, 790G-Chipsatz und ganzen drei HD 2900 XT-Grafikkarten vor. Ein kurzer Blick in der Video-Übertragung auf den Rechner ließ nicht erkennen, ob dieser Monster-PC mit geschätzten 700 Watt Leistungsaufnahme unter Last noch mit Luftkühlung auskommt. Das Video des Call-of-Juarez-Benchmarks findet sich auch im Test der 2900 XT bei Golem.de.
Noch vor solch phenomenalem Stromverbrauch - das Wort "Klima" kam auf dem Tech Day kein einziges Mal vor - sollen aber die Barcelonas für mehr "Performance pro Watt" in Servern sorgen. Wie bereits berichtet, sieht sich AMD hier beim direkten Vergleich mit der gesamten Plattform dank CoolCore vor Intels aktuellen Xeons. Das Unternehmen bekräftigte, dass man auch wegen der Leistungsaufnahme der von Intel favorisierten FB-DIMMs noch mit den Barcelona-Nachfolgern "Budapest" und "Shanghai" beim integrierten DDR2-Controller bleiben werde.
Der zweite neue Kern in M-Space-Bauweise heißt "Bobcat", womit aber kein Tier, sondern eine kleinere Planierraupe als ein Bulldozer gemeint ist, erklärte Hester. Hier will AMD mit einem oder mehreren Rechenkernen, gepaart mit Grafik und I/O-Funktionen unter anderem den Markt der Set-Top-Boxen bedienen - die dann auch mit x86-Code programmiert werden können. Auf Nachfragen erklärte AMDs CTO, dass man sich damit "durchaus auch einen UMPC vorstellen könne" . Dazu muss die Leistungsaufnahme von Bobcat aber am unteren Ende der angepeilten 1 bis 10 Watt liegen.
Passend zu den Codenamen nach schwerem Baustellen-Gerät rief Phil Hester nun auch bei AMD die bei Intel schon seit 2004 gepflegte "Plattformierung" aus. Das wurde bereits mit der Notebook-Empfehlung " Puma " für 2008 begonnen, in Zukunft bekommen auch andere AMD-Pakete Namen als Plattform. So heißt beispielsweise das oben erwähnte Gaming-Ensemble mit Phenom, 790G und 2900-XT-Karten "Pinwheel", 2008 wird daraus "Cartwheel", und 2009 - dann schon mit Bulldozer-Prozessor - ist es ein "Copperhead". Quer durch die Präsentationen gab sich AMD aber immer Mühe, Offenheit gegenüber anderen Komponenten zu betonen. So betonte auch CEO Hector Ruiz, dem natürlich das Schlusswort gehörte, er habe sich bei seinem Firmeneintritt im Jahr 2000 "wie in den Tagen des AT&T-Monopols gefühlt" , womit er klar auf Intel anspielte. Inzwischen, so Ruiz, sei vor allem durch den Erfolg des Opteron Intels Vormachtstellung gebrochen.



