Kein Zusammenhang zwischen Handy-Masten und Unwohlsein

Blindtests in Großbritannien: Echte Symptome vorhanden, auch ohne Strahlung

In einer dreijährigen Untersuchung zur Empfindlichkeit gegen die Strahlung von Mobilfunk-Sendemasten kommen Mediziner in Großbritannien zu folgendem Ergebnis: Personen, die sich schon vorher als elektrosensibel eingestuft hatten, zeigten echte Symptome - auch wenn die Antennen abgeschaltet waren.

Artikel veröffentlicht am ,

Zu diesen Resultaten kamen Wissenschaftler um die Professorin Elaine Fox von der Universität von Essex, die seit 2004 mit den selben Testpersonen Versuche zur Auswirkung von elektromagnetischen Feldern durchgeführt hatten. Dazu wurden zwei Gruppen gebildet: 56 Personen gaben schon vor der Studie an, elektrosensibel zu sein und unter Symptomen wie Übelkeit, Angstzuständen und Müdigkeit zu leiden, wenn sie der Strahlung von Handy-Masten ausgesetzt werden. 144 Personen einer Kontrollgruppe bezeichneten sich als nicht beeinflussbar durch die Strahlung. In Doppel-Blindtests wurden alle Teilnehmer dann wiederholt Handy-Masten ausgesetzt, die nach den Standards für GSM (D- und E-Netze) und UMTS funkten.

Dabei wussten die Teilnehmer nicht, wann die Antennen funkten, und wann sie abgeschaltet waren. Im Laufe der Tests brachen 12 Elektrosensible wegen körperlicher Beschwerden die Versuche ab, so dass diese Gruppe auf 44 Teilnehmer schrumpfte, die aber bis zum Ende durchhielten. Zwei der Handy-Empfindlichen und fünf Personen aus der Kontrollgruppe konnten dabei in allen Tests zuverlässig erkennen, ob die Masten funkten oder nicht - laut Angaben der Mediziner gegenüber der BBC ein statistisch zu erwartender Wert.

Die Elektrosensiblen zeigten jedoch neben den beschriebenen Symptomen auch einen erhöhten Blutdruck und einen stärkeren Schweissfilm auf der Haut, selbst wenn die Strahlung nicht vorhanden war. Die körperlichen Reaktionen treten also messbar auf, auch wenn der vermutete Auslöser nicht gegeben ist. Professor Fox erklärte das laut BBC so: "Glaube ist eine mächtige Sache. Wenn man wirklich daran glaubt, dass einem etwas schadet, dann wird es das auch tun." Zu ähnlichen Ergebnissen kam in Deutschland 2006 bereits eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Die Studie (PDF) wurde von der britischen Regierung und Mobilfunk-Betreibern finanziert. Dennoch loben gegenüber der BBC auch Handy-Kritiker wie die Organisation Powerwatch die Untersuchung als "eine der am besten angelegten und durchgeführten" zum Thema. Laut Powerwatch müsse man nun die bisherigen Annahmen für die Untersuchung von Elektrosensibilität überdenken: "Obwohl man nicht völlig ausschließen kann, dass eine kleine Minderheit hier wirklich empfindlich ist, ist der Anteil dieser Personen wahrscheinlich weit geringer als die bisher angegebenen 3 bis 35 Prozent."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Maiky 31. Jul 2007

Ich dachte immer, dass hohe frequenzen nicht in den Körper eindringen, wie z.B. tiefe...

Reini 27. Jul 2007

Zigaretten passiv rauchen aber nicht. Aber das ist ein anderes Thema. Mir gehts darum...

sx1 27. Jul 2007

1.: Hättest du die anderen Beiträge gelesen, hättest du festgestellt, dass es so etwas...

die_Wahrheit 27. Jul 2007

[...] Danke für die Wiederholung, das ist ja genau das, was ich gesagt habe.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Drohendes Einfuhrverbot
Apple stoppt US-Verkauf der Apple Watch Series 9 und Ultra 2

Apple kommt in den USA den Behörden zuvor und nimmt die Apple Watch Series 9 und Ultra 2 aus dem Handel. Hintergrund sind Patentstreitigkeiten.

Drohendes Einfuhrverbot: Apple stoppt US-Verkauf der Apple Watch Series 9 und Ultra 2
Artikel
  1. Autonome Fahrzeuge und LLMs: Wofür KI im Militär genutzt wird
    Autonome Fahrzeuge und LLMs
    Wofür KI im Militär genutzt wird

    Hersteller von KI-Lösungen fürs Militär sind meist sehr sparsam mit Details - trotz vieler Warnungen wird künstliche Intelligenz aber für militärische Anwendungen entwickelt und bereits genutzt. Ein Einblick.
    Von Andreas Meier

  2. Energieversorgung: Nachfrage nach Wärmepumpen kühlt ab - außer in Deutschland
    Energieversorgung
    Nachfrage nach Wärmepumpen kühlt ab - außer in Deutschland

    Der Europäische Wärmepumpenverband zeigt sich wegen sinkender Absatzzahlen besorgt, aber hierzulande bleibt das Interesse groß.

  3. Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
    Whistleblower
    Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

    Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P5 Plus SSD 500GB 39,99€ • Nur noch kurz: 3 für 2 Games-Aktion (PS5, PS4, Xbox, PC) • Apple Week • AVM Fritz Box 7510 74,99€ • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar, AC: Mirage & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ [Werbung]
    •  /