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Spieletest: Resident Evil 4 - Auch auf der Wii purer Horror

Umsetzung für Nintendos Wii überzeugt durch gelungene Steuerung. Die erste Veröffentlichung von Resident Evil 4 – seinerzeit noch exklusiv für Nintendos Gamecube – hat bereits über zwei Jahre auf dem Buckel, der Qualität des Spiels konnte der Zahn der Zeit bisher aber kaum etwas anhaben: Sowohl das Original als auch die etwas später veröffentlichte Umsetzung für die Playstation2 setzten neue Maßstäbe in Sachen Horror-Atmosphäre und Grusel-Action. Jetzt bringt Capcom eine Umsetzung für Nintendos Wii und erneut stellt sich fast uneingeschränkte Begeisterung ein.
/ Thorsten Wiesner
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Inhaltlich haben die japanischen Entwickler nichts verändert – im Mittelpunkt des Spiels steht natürlich wieder Leon S. Kennedy, der in früheren Resident Evil-Spielen schon gegen die mysteriöse Umbrella Corporation und ihre düsteren Machenschaften im Einsatz war. Diesmal ist sein Auftrag allerdings ein ganz anderer: Die Tochter des US-Präsidenten wurde entführt – und vertraulichen Quellen zufolge soll sie in einem nicht näher benannten Dorf irgendwo in Europa gefangen gehalten werden. Kennedy macht sich also auf den Weg in die kleine Ortschaft – und wird gleich zu Beginn von mordlustigen Bewohnern empfangen, die nichts anderes im Kopf haben, als ihn mit Mistgabeln, Äxten, Brandsätzen oder sogar Kettensägen das Leben zu nehmen.

Bald schon stellt sich allerdings heraus, dass diese Dorfbewohner noch zu Leons kleinsten Problemen gehören, auf den ersten Bosskampf muss nicht lange gewartet werden – und dank filmreifer Zwischensequenzen, wunderbar spannend inszenierter Skript-Ereignisse und abwechslungsreichem Gameplay dauert es nur wenige Minuten, bis man wirklich erstaunlich tief in das Spielgeschehen eintaucht.

Wer atemberaubende neue Grafiken oder sonstige spürbare technische Veränderungen erwartet wird enttäuscht sein – Resident Evil 4 ist weder inhaltlich noch optisch wirklich anders als auf dem Gamecube und der PS2; alle Infos aus unserem Gamecube-Test gelten somit uneingeschränkt auch für die Wii-Version.

Neuerungen gibt es natürlich trotzdem – und zwar vor allem bei der Bedienung. Capcom hat die Steuerung bestmöglich an Wiimote und Nunchuk angepasst, so dass Leon jetzt auf ganz neue Art und Weise gesteuert wird. Das Laufen erfolgt komplett mit dem Nunchuk – ähnlich wie bei Zelda werden Leons Bewegungen mit dem kleinen Analogstick geführt. Die Wiimote hingegen lenkt die Waffen, fungiert als eine Art Laserpointer wenn mit Pistolen und Gewehren agiert wird, lässt einen Gegner anvisieren und ermöglicht durch Schütteln das Nachladen. Vor allem aber ist das Ganze äußerst präzise umgesetzt; Zielen und Schießen waren in Resident Evil 4 noch nie so exakt möglich wie auf der Wii.

Resident Evil 4 für Wii
Resident Evil 4 für Wii (02:29)

An der fehlenden Jugendfreigabe hat sich natürlich nichts geändert – auch auf der Wii ist Resident Evil 4 erst für Spieler ab 18 Jahren zu haben. Die können sich dann allerdings über die Midprice-Einordnung des Spiels freuen: Das Programm ist für etwa 40,- Euro im Handel erhältlich.

Fazit:
Natürlich kann man sich darüber streiten, ob in den zwei Jahren seit Veröffentlichung der Gamecube-Version nicht genügend Zeit für grundlegende Veränderungen gewesen wäre – vor allem die Grafik ist auf der Wii kaum besser als in der Original-Version. Andererseits ist und bleibt Resident Evil 4 eines der besten und vor allem spannendsten Action-Spiele der letzten Jahre, das dank Bedienung mit Wiimote und Nunchuk nun ein noch intensiveres Spielerlebnis ermöglicht – wer bisher weder Gamecube- noch PS2-Version besitzt, sollte nun wirklich zugreifen.


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