• IT-Karriere:
  • Services:

Keine Copyright-Verlängerung für Musikaufnahmen im UK

Forderungen der Musikindustrie abgelehnt

Die britische Regierung hat heute die Verlängerung der urheberrechtlichen Schutzfristen für Musikaufnahmen von 50 auf 95 Jahre abgelehnt. Die Musikindustrie protestiert gegen die Entscheidung und sieht in ihr eine Enteignung.

Artikel veröffentlicht am ,

Die heutige Entscheidung bedeutet einen herben Rückschlag für die Musikindustrie. Sie bemüht sich seit Jahren, in der EU und weltweit längere Schutzfristen für Aufnahmen auf Tonträgern durchzusetzen. In Großbritannien wie in den meisten anderen EU-Staaten sind Aufnahmen 50 Jahre lang nach Erscheinen urheberrechtlich geschützt. In den USA beträgt die Schutzfrist 95 Jahre und in Australien 70 Jahre. Die Rechte von Textern und Komponisten sind unabhängig von den Rechten der Aufnahme deutlich länger geschützt. Der Wegfall des Urheberrechtsschutzes betrifft lediglich aufführende Künstler wie Sir Cliff Richard, und die Plattenfirmen, von denen die Aufnahmen ursprünglich auf den Markt gebracht wurden.

Stellenmarkt
  1. WEGMANN automotive GmbH, Veitshöchheim
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Zwickau, Dresden

Im vergangenen Jahr hatte der so genannte Gowers-Report die Verlängerung der Schutzfristen abgelehnt und heftigen Protest auf Seiten der Musikindustrie ausgelöst. Im Mai 2007 hatte der Kulturausschuss des Parlaments in einem Bericht eine Verlängerung der Schutzfrist auf 70 Jahre empfohlen. Die Regierung begründet in der Reaktion auf den Bericht ihre Ablehnung der Schutzfristverlängerung folgendermaßen: "Berücksichtigt man [...] den Einfluss auf die Gesamtwirtschaft, [...] wäre es für die Regierung unangemessen, auf die [EU-]Kommission [...] entsprechenden Druck auszuüben."

Die britischen Konservativen hatten sich zuletzt auf die Seite der Musikindustrie geschlagen. David Cameron, Vorsitzender der Konservativen, stellte Anfang Juli der Musikindustrie eine Schutzfristverlängerung auf 70 Jahre in Aussicht. Im Gegenzug sollte die Musikindustrie dabei helfen, die sozialen Probleme des Landes zu lösen. Cameron forderte die Musikindustrie kaum verholen zur Zensur auf. Statt Gewalt verherrlichender Songtexte sollten "positive Vorbilder für Jugendliche" angeboten werden, die diese "bewundern" und "zum Vorbild nehmen" könnten.

John Kennedy, Direktor des internationalen Verbands der Musikindustrie (IFPI) kommentierte die Entscheidung der britischen Regierung so: "Schon bald werden einige der großartigsten Werke britischer Musik den Künstlern weggenommen, die sie aufgeführt haben [...]". Alison Wenham, Vorsitzende des Verbandes der unabhängigen Musikproduzenten (AIM), sekundierte ihm: "Es ist einfach ungerecht, den britischen Musikern und Plattenfirmen dieselbe, lebenslange Belohnung zu verwehren, die andere Kreative [...] erhalten.". Geoff Taylor, Vorsitzender des britischen Verbandes der Musikindustrie (BPI), kündigte an, sich mit der Zurückweisung durch die Regierung nicht zufrieden zu geben: "Wie werden auf europäischer Ebene weiter für ein faires Urheberrecht kämpfen."

Auch in Deutschland setzt sich die Musikindustrie energisch dafür ein, eine Verlängerung der Schutzfristen auf 95 Jahre zu erreichen. Dabei wird sie tatkräftig von Veteranen des Musikgeschäfts wie Udo Jürgens unterstützt. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ sich das Anliegen unlängst persönlich vortragen. [von Robert A. Gehring]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 27,99€
  2. 49,99€ (Release 7. Mai)
  3. 5,75€
  4. 29,99€

einzelhandelspoet 30. Jul 2007

Dann bekommst Du aber das Problem, dass es sich für Plattenfirmen lohnt, einen bekannten...

Der Musikus 25. Jul 2007

öhmm, sorry, sollte heißen: erben, wollt ihr ewig von sachen profitieren, die ihr nicht...

Der Nordstern 25. Jul 2007

Oder ist das nur so ein "Alibiurteil", wo man der Bevölkerung weismacht, es gäbe...

Hordarc 25. Jul 2007

Jupp, ich finde 50 Jahre auch schon unangemessen, 20 Jahre wie bei Patenten reichen...

Anonymer Nutzer 25. Jul 2007

Man sieht mal wieder die Propagandamaschine der MI anlaufen. "Enteignung" nennen die das...


Folgen Sie uns
       


Knights of the Old Republic (2003) - Golem retro_

Diverse Auszeichnungen zum Spiel des Jahres, hohe Verkaufszahlen und Begeisterung nicht nur unter reinen Star-Wars-Anhängern - wir spielen Kotor im Golem retro_.

Knights of the Old Republic (2003) - Golem retro_ Video aufrufen
Data-Mining: Wertvolle Informationen aus Datenhaufen ziehen
Data-Mining
Wertvolle Informationen aus Datenhaufen ziehen

Betreiber von Onlineshops wollen wissen, was sich verkauft und was nicht. Mit Data-Mining lassen sich aus den gesammelten Daten über Kunden solche und andere nützliche Informationen ziehen. Es birgt aber auch Risiken.
Von Boris Mayer


    Spitzenglättung: Die Pläne zur Zwangsabschaltung von Wallboxen gehen zu weit
    Spitzenglättung
    Die Pläne zur Zwangsabschaltung von Wallboxen gehen zu weit

    Die Netzbetreiber wollen in großem Umfang in die Anschlüsse der Verbraucher eingreifen. Das macht die Elektromobilität unnötig teuer und kompliziert.
    Ein IMHO von Friedhelm Greis

    1. CES 2021 So geht eine Messe in Pandemie-Zeiten
    2. USA Die falsche Toleranz im Silicon Valley muss endlich aufhören
    3. Handyortung Sinnloser Traum vom elektronischen Zaun gegen Corona

    Google vs. Oracle: Das wichtigste Urteil der IT seit Jahrzehnten
    Google vs. Oracle
    Das wichtigste Urteil der IT seit Jahrzehnten

    Der Prozess Google gegen Oracle wird in diesem Jahr enden. Egal welche Seite gewinnt, die Entscheidung wird die IT-Landschaft langfristig prägen.
    Eine Analyse von Sebastian Grüner


        •  /