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Noch mehr Virtualisierung in Linux 2.6.23

Schlanker Hypervisor virtualisiert Linux. Der kleine Hypervisor Lguest hat es noch in den aktuellen Linux-Entwicklungszweig geschafft, der zum Kernel 2.6.23 führt. Er ist besonders einfach gehalten und dient Entwicklern und Nutzern vor allem für Experimente mit Virtualisierung. Im Unterschied zu KVM kann Lguest keine volle Virtualisierung – läuft daher aber auch auf Prozessoren ohne Virtualisierungstechnik.
/ Julius Stiebert
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Nachdem bereits Teile der Virtualisierungslösung Xen in den aktuellen Entwickler-Kernel gelangten, nahm Linus Torvalds nun auch noch Lguest (früher Lhype) auf(öffnet im neuen Fenster) . Dieser verhältnismäßig kleine Hypervisor setzt im Unterschied zu der ebenfalls im Kernel vorhandenen Kernel-based Virtual Machine (KVM) keinen Prozessor mit AMD-V- bzw. Intel-VT-Technik voraus. Dementsprechend ist allerdings auch keine volle Virtualisierung möglich und so läuft nur Linux selbst als Gast. Zudem gibt es noch keine 64-Bit-Unterstützung und auch weitere Funktionen, die Xen und KVM bieten, fehlen Lguest.

Dafür überzeugt Lguest durch seine Einfachheit, die ihn zum Testen besonders geeignet macht – es reicht nämlich das Modul zu laden, um den Hypervisor zu verwenden. Anschließend kann ein paravirtualisierter Linux-Kernel, der also selbst Unterstützung für Lguest enthält, als Gast ausgeführt werden. Die seit Linux 2.6.20 enthaltene Schnittstelle "paravirt_ops" unterstützt Lguest, so dass Kernel mit aktiviertem paravirt_ops unter dem Hypervisor laufen können.

Lguest ist im Linux-Kernel 2.6.23-rc1 enthalten, der unter kernel.org(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit steht. Auf der Projektseite(öffnet im neuen Fenster) ist die Dokumentation der Software online verfügbar.


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