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Harry-Potter-Kopierer mit Kamera-Metadaten ermittelbar?

Canon stellt Fahndungserfolg in Aussicht. Verlag und Autorin waren schockiert und kündigten rechtliche Schritte an, als eine abfotografierte Version des siebten Harry-Potter-Bandes ("Harry Potter and the Deathly Hallows") der Erfolgsreihe vorab schon im Internet zu finden waren. Wer die Bilder machte, ist nicht bekannt. Nun will sich ein Kamera-Hersteller mit forensischen Mitteln an der Jagd auf den Schwarzkopierer beteiligen.
/ Jens Ihlenfeld
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Nach einem Bericht(öffnet im neuen Fenster) der britischen "The Times" fand sich in den Metadaten der Repro-Fotos der Name des Kamera-Modells und dessen Hersteller. Das Exchangeable Image File Format (EXIF(öffnet im neuen Fenster)) ist in den Bildern der Kameras enthalten – seien es nun JPEG-, TIFF- oder Rohformate. Unter anderem befinden sich Informationen zum Kamera-Modell, zum Aufnahmedatum und diversen fotografischen Parametern in diesen Datenfeldern. Auch die Seriennummer der Spiegelreflexkamera, bei der es sich dem Bericht nach um Canons Rebel 350 handelt, ist nach Herstellerangaben dort zu finden. Hierzulande ist die Kamera als EOS 350D bekannt.

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Canon geht davon aus, dass das Modell in Amerika verkauft wurde. Natürlich ist keine direkte Verbindung zwischen Seriennummer, Eigentümer und Fotograf des Harry-Potter-Bandes daraus ableitbar. Doch könnte die Seriennummer einer Person zugeordnet werden, die die Kamera beispielsweise mit Kreditkarte kaufte, sie zur Reinigung oder Reparatur einschickte oder nach dem Kauf schlicht bei Canon registrierte. Auf dieser Basis könnten dann weitere Ermittlungen aufgenommen werden, um den Täter weiter einzukreisen, beispielsweise über ISP-Verbindungsdaten zu Tauschbörsen.

Die EXIF-Daten und weitere Informationen, die z.B. von Bildbearbeitungsprogramen in den Dateien abgelegt werden, lassen sich mit geeigneter Software (bspw. XNview(öffnet im neuen Fenster)) leicht löschen oder gar verfälschen. Aber auch weitere Spuren, die direkt im Bild zu finden sind, könnten den Beweis erbringen, dass die Bilder aus einer bestimmten Kamera stammen, wenn man das Gerät erst einmal gefunden hat: Bei praktisch allen Sensoren gibt es sogenannte Hot-Pixel(öffnet im neuen Fenster), Bildpunkte, die durch Fertigungsfehler hell hervorstechen. Deren Position ist zufallsabhängig aber spezifisch für die Kamera.

Ob es derartige Mühen allerdings wert sind, den Fotografen zu ermitteln, ist eine andere Frage. Ihn erwartet nach dem Bericht der Times kein straf- sondern "nur" ein zivilrechtliches Verfahren.


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