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Gnome wird zum Online-Desktop

Stärkere Integration von Web-Angeboten. Auf der derzeit in Birmingham stattfindenden Gnome-Konferenz Guadec stellten die Entwickler ihre Ideen für einen Online-Desktop vor. Die nächste Gnome-Generation soll nicht nur Web-Dienste stärker integrieren, sondern könnte auch Einstellungen auf einem Server ablegen.
/ Julius Stiebert
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Über den "Online-Desktop" reden die Gnome-Entwickler schon länger, doch auf der Guadec(öffnet im neuen Fenster) konkretisierte der Red-Hat-Mitarbeiter Havoc Pennington die Pläne in seiner Keynote: Es geht hierbei um die stärkere Integration von Web-Diensten wie den verschiedenen Google-Applikationen oder Flickr. So könnten also die Daten des Google-Kalenders von einem Applet angefragt und ebenso auf dem Desktop angezeigt werden, wie neue Fotos bei Flickr. Es handelt sich also nicht um einen in den Browser gesteckten Desktop, sondern es geht dem Gnome-Team um eine bessere Integration dessen, was ohnehin schon genutzt würde.

Doch die Ideen reichen offensichtlich noch weiter: Möglich wäre darüber hinaus, Desktop-Einstellungen auf einem Server abzulegen. Bei der Anmeldung an einem anderen Computer mit Gnome würden diese geladen und der gewohnte Desktop stünde bereit. Auch bei einer Neuinstallation oder beim Start einer Live-CD würde die Zeit zur erneuten Einrichtung der Desktop-Umgebung entfallen.

Dies weckte bei vielen der Anwesenden wohl Unbehagen, weshalb Pennington in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) nochmals auf einige der Einwände einging. Vor allem sei wichtig zu verstehen, dass die neuen Funktionen als Option gedacht seien und alle Daten auch weiterhin ausschließlich lokal gespeichert werden könnten, so Pennington. Letztlich ließe sich dieses Problem durch Verschlüsselung aber einfach lösen.

Zwar bindet der Gnome Online Desktop bestehende Dienste ein, doch um beispielsweise die Anmeldedaten für diese zu speichern, wird wahrscheinlich auch eine Serverkomponente nötig. Derzeit wird dafür Red Hats Online-Dienst Mugshot(öffnet im neuen Fenster) verwendet, dessen Entwicklungs-Team Pennington leitet. Dies soll aber nicht so bleiben. Langfristig wird die Unabhängigkeit von einem bestimmten Anbieter angestrebt, auch um einen Vorteil gegenüber Microsoft zu haben, die ihre eigenen Live-Services in Windows integrieren wollen.

Die Guadec-Präsentation zum Online-Desktop und zwei Screencasts sind online verfügbar(öffnet im neuen Fenster) .


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