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ComBots in der Kritik

Ein-Produkt-Unternehmen verkündet Geschäftsergebnis. Ein wenig verwundert es schon: Der Web.de-Ableger ComBots, der immerhin börsennotiert ist, meldet fast keine Umsatzerlöse. Das Unternehmen bekommt nun von einem der Aktionäre die Aufforderung, den gesamten Bilanzgewinn auszuschütten, der aus dem Verkauf des Portalgeschäfts von Web.de resultiert.
/ Andreas Donath
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Nach einem Bericht(öffnet im neuen Fenster) des Manager-Magazins will Christian Strenger, ein ehemaliger Sprecher des DWS-Fonds, diesen radikalen Schritt auf der Hauptversammlung beantragen. Laut dem Magazin-Bericht wird dies mit der Aussichtslosigkeit des Geschäftsmodells von ComBots begründet. Die liquiden Mittel des Unternehmens lagen laut Eigenangabe im ersten Quartal 2007 bei stolzen 496 Millionen Euro, der Umsatz war nahe Null.

ComBots' einziges Produkt ist ein Instant Messenger: Er läuft parallel auf Handy und Windows-PC, der Nutzer kann zeitgleich mit einem Konto auf unterschiedlichen Geräten angemeldet sein. Zur Visualisierung der Gesprächspartner sind Comic-Figuren lizenziert worden – der Dienst will sich unter anderem über animierte Avatare finanzieren. Für "Aragorn" aus "Herr der Ringe" oder "Garfield" zahlt der Nutzer pro Figur happige 2,49 Euro.

Der Verlust sank im ersten Quartal auf EBITDA-Basis (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 16,9 Prozent auf jetzt 5,9 Millionen Euro. Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern im ersten Quartal 2007 gegenüber dem Vorquartal von minus 7,9 Millionen Euro auf minus 7,2 Millionen Euro. Das erste Quartal 2007 schloss ComBots mit einem Nettoverlust von 7,2 Millionen Euro ab.

Das Ein-Produkt-Unternehmen ComBots wird nach Darstellung des Manager-Magazins trotz Börsennotierung ähnlich wie ein Familienunternehmen beherrscht. ComBots-Chef Michael Greve und sein Bruder Matthias gehören rund 50 Prozent der Firma Cinetic, die die 56,14 Prozent an ComBots hält. Der Aufsichtsrat von ComBots ist mit Vater Felix Greve besetzt, der ebenfalls ein größeres Aktienpaket hält.

Das Unternehmen beschäftigt dem Bericht nach rund 130 Mitarbeiter.


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