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Neue Suchmaschine für die Wissenschaft

Globale Metasuche unter Federführung der USA und Großbritannien. Unter dem Titel WorldWideScience ist auf Initiative der USA und Großbritanniens eine neue Metasuchmaschine ans Netz gegangen. Unter Federführung des US-Energieministeriums wird die schnelle Suche in weltweit verteilten Datenbanken mit wissenschaftlicher Fachliteratur ermöglicht.
/ Jens Ihlenfeld
8 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

Unter der Adresse WorldWideScience.org(öffnet im neuen Fenster) ist seit kurzem eine neue Metasuchmaschine für wissenschaftliche Informationen im Internet verfügbar. Betrieben wird WorldWideScience.org vom US-Energieministerium in Zusammenarbeit mit der British Library in London. Die WorldWideScience-Metasuche wird unter der Bezeichnung "Federated Search" als neue Technik angepriesen(öffnet im neuen Fenster).

Ein Vorteil von WorldWideScience.org gegenüber Google soll der Zugang zu Datenbanken sein, die vom Suchmaschinen-Primus nicht indiziert werden. Nach Aussagen der Betreiber erfasst die Suchmaschine mehr als 200 Millionen Dokumente weltweit. "Die wissenschaftliche Forschung bringt eine Fülle von Erkenntnissen hervor, die global verteilt archiviert werden und über die gewöhnlichen Suchmaschinen nicht erreichbar sind. Diese internationale Partnerschaft wird dieses riesige Reservoir des Wissens [...] verfügbar machen", so Raymond L. Orbach, Unterstaatssekretär im US-Energieministerium.

Die Suchmaschine erfordert die Aktivierung von JavaScript und durchsucht parallel 16 Datenbanken aus 10 Ländern. Deutschland ist mit der noch recht jungen Metasuchmaschine Vascoda(öffnet im neuen Fenster) vertreten, die von einem Zusammenschluss von Fachbibliotheken im ganzen Land betrieben wird.

Eine Stichprobensuche mit WorldWideScience.org ergab, dass man im günstigsten Fall direkt auf ein gefundenes Dokument zugreifen kann. Im ungünstigsten Fall erhält man lediglich Informationen über den Standort eines Werkes in einer bestimmten Bibliothek irgendwo auf der Welt. Bei manchen Treffern erhält man das Angebot, das jeweilige Dokument käuflich zu erwerben.

Im Januar dieses Jahres hatten Vertreter des US-Energieministerium und der British Library in Anwesenheit von Abgesandten aus Finnland, Frankreich, Deutschland, Portugal, Kanada, China, der Russischen Föderation und Südkorea eine Absichtserklärung über die Errichtung eines Wissenschaftsportals unterzeichnet(öffnet im neuen Fenster). Das neue Angebot sollte auf dem US-Portal Science.gov(öffnet im neuen Fenster) aufbauen und die verteilte Metasuche in verschiedenen Datenbanken mit wissenschaftlicher Fachliteratur ermöglichen. Das US-Energieministerium wird durch das Office of Scientific and Technical Information (OSTI) vertreten, das beim Aufbau von Science.gov eine führende Rolle gespielt hat. Andere Länder sind eingeladen, sich am neuen Wissenschaftsportal zu beteiligen.

Kurz nach der US-/UK-Initiative hatte die EU-Kommission unter dem Titel "Communication on scientific information in the digital age: access, dissemination and preservation(öffnet im neuen Fenster)" ihrerseits eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen zu verbessern. Mit WorldWideScience.org vergleichbare Resultate sind aus der EU-Initiative noch nicht hervorgegangen. [Robert A. Gehring]


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