Plattenfirma muss nach Niederlage Anwaltsgebühren zahlen

Capitol Records hatte ohne ausreichende Beweise geklagt

Ein US-Bezirksgericht in Oklahoma hat der zu Unrecht von der Plattenfirma Capitol Records wegen illegalen Filesharings verklagten Debbie Foster die Erstattung ihrer Anwaltsgebühren durch die RIAA zugestanden. Die Plattenfirma muss an die Verteidiger von Debbie Foster 68.685,23 US-Dollar zahlen.

Artikel veröffentlicht am ,

Debbie Foster war im November 2004 von Capitol Records wegen der illegalen Verbreitung von Musikstücken verklagt worden, deren Rechte die Plattenfirma innehat. Aus den beim Internet-Provider erhobenen Daten würde hervorgehen, dass Debbie Foster oder jemand aus ihrem Haushalt sich illegaler Filesharing-Aktivitäten schuldig gemacht hätten. Eine außergerichtliche Einigung schlug Foster aus und im Dezember 2005 entschied das zuständige Gericht gegen sie.

Stellenmarkt
  1. Embedded Software Developer / Engineer (m/f/d)
    OTT Hydromet GmbH, Kempten
  2. Teamassistenz im Bereich IT (m/w/d)
    XENIOS AG, Heilbronn
Detailsuche

Debbie Foster wehrte sich jedoch gegen die ihrer Meinung nach unberechtigten Vorwürfe und das Urteil. Auf Anraten ihrer Anwälte erhob sie 2006 wegen falscher Anschuldigungen ihrerseits Klage gegen die Plattenfirma. Zu dem Zeitpunkt als die illegalen Filesharing-Aktivitäten stattfanden, hätte sie gar keinen funktionsfähigen PC besessen, so Foster. Folglich hätte sie auch ihren Internet-Zugang gar nicht benutzen können. Die von Capitol Records vorgelegten Daten des Internet-Providers seien nicht geeignet, so Fosters Anwälte, das Gegenteil zu beweisen.

Mit Fosters Klage konfrontiert, beantragte Capitol Records die Abweisung der eigenen Klage und der Klage von Foster ohne Anerkennung einer Schuld. Das Gericht gab dem Antrag statt. Zugleich erklärte Richter Lee West Debbie Foster im Juli 2006 zur "siegreichen Partei" in dem Verfahren und sprach ihr einen Anspruch auf Erstattung ihrer Anwaltsgebühren zu.

Jetzt, ein Jahr später, hat Richter West die Höhe der zu erstattenden Anwaltsgebühren auf 68.685,23 US-Dollar festgelegt. Diese Höhe ergibt sich aus den Anwaltsgebühren von 175,- US-Dollar pro Stunde bei 339,02 Arbeitsstunden für die Anwälte. Rechtliche Hilfsarbeiten wurden im Umfang von 28,1 Arbeitsstunden berücksichtigt; dazu kommen Ausgaben für Zeugen und Kopiergebühren.

Der Fall von Debbie Foster ist der erste, in dem eine Plattenfirma zur Zahlung von Anwaltsgebühren der gegnerischen Partei verurteilt wurde. Zusätzlich dazu muss Capitol Records die Ausgaben für die eigenen Anwälte tragen. In der Summe dürften sich die Verfahrenskosten auf deutlich über 100.000 US-Dollar belaufen.

Ob die Höhe der nun zu zahlenden Anwaltsgebühren einen Einfluss auf die Klagestrategie der Musikindustrie haben wird, ist allerdings derzeit noch nicht abzusehen. [Robert A. Gehring]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


lulula 02. Aug 2007

Ja. Zumindest bei Verleumdung und Vortäuschen einer Straftat. Anders sieht die Sache...

Captain 18. Jul 2007

Dafür habt ihr ja euren Abmahnwahnsinn, also stell dich mal nicht so an.

Das Original 18. Jul 2007

auch wenn ich verstehe was du meinst, aber die sache mit der "urheberpflicht" ist...

hihihaha 17. Jul 2007

komisch, nachdem ich die headline ungefähr 10 mal korrekt las, baute mir mein hirn ein...

Rupert 17. Jul 2007

Ja ich bin da voll deiner Meinung. Die Musikindustrie muss mal einsehen, dass man eben...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Infiltration bei Apple TV+
Die Außerirdischen sind da!

Nach Foundation wartet Apple innerhalb kürzester Zeit gleich mit der nächsten Science-Fiction-Großproduktion auf. Diesmal landen die Aliens auf der Erde.
Eine Rezension von Peter Osteried

Infiltration bei Apple TV+: Die Außerirdischen sind da!
Artikel
  1. Truth Social: Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz
    Truth Social
    Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz

    Hacker starten in Trumps-Netzwerk einen "Online-Krieg gegen Hass" mit Memes. Der Code scheint illegal von Mastodon übernommen worden zu sein.

  2. Krypto: NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoin
    Krypto
    NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoin

    Nordrhein-Westfalen hat Bitcoin im achtstelligen Eurobereich beschlagnahmt und will diese jetzt loswerden - im Rahmen einer Auktion.

  3. Rust, Deepfake, Sony, Microsoft: Konsolen-Termin für Among Us, mehr Speicher für die Xbox
    Rust, Deepfake, Sony, Microsoft
    Konsolen-Termin für Among Us, mehr Speicher für die Xbox

    Sonst noch was? Was am 22. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Seagate SSDs & HDD günstiger (u. a. ext. HDD 14TB 326,99) • Dualsense PS5-Controller Weiß 57,99€ • MacBook Pro 2021 jetzt vorbestellbar • World of Tanks jetzt mit Einsteigerparket • Docking-Station für Nintendo Switch 9,99€ • Alternate-Deals (u. a. iPhone 12 Pro 512GB 1.269€) [Werbung]
    •  /