EU: Keine Zeit für deutsche Kleinstaaterei bei Handy-TV
Für alternative Methoden der Bildübertragung auf mobile Geräte, zum Beispiel per UMTS oder DMB, brechen damit schwere Zeiten an. Zwar dürfen sie natürlich weiterhin existieren, doch zwingt Redings Entscheidung alle EU-Staaten dazu, DVB-H besonders zu fördern. Mit dieser Vorgabe wolle die EU-Medienkommissarin dem nach Angaben des Nachrichtenmagazins Europa eine Führungsrolle beim mobilen Fernsehen sichern, der nach Schätzungen schon im Jahr 2010 ein Volumen von neun Milliarden Euro erreichen könnte.
Reding fand deutliche Worte für die Arbeitsweise der Deutschen: "Wir dürfen nicht darauf warten, bis auch die letzte deutsche Landesmedienanstalt endlich entschieden hat, mit welchem Standard und mit welchen Frequenzen Handy-TV stattfinden soll."
Hierzulande herrscht ein buntes Durcheinander von unterschiedlichen Herangehensweisen. Beispielsweise bietet RTL Nachrichten für UMTS-Handys. ZDF und ARD planen eigene derartige Angebote. Die ARD will nach Focus-Informationen sogar mit den Geldern der Gebührenzahlern eine Doppelversorgung bieten: Nachdem zunächst die "Tagesschau" eine 100-Sekunden-Ausgabe für Mobiltelefone startet, soll der Bayerische Rundfunk am 1. August 2007 ein ähnliches Programm als Test senden: Die BR-Rundschau will drei Monate lang UMTS-Handys mit dem aktuellen Weltgeschehen in Form einer 100 Sekunden langen Videoclip-Ausgabe beschicken.
Vor allem Nokia setzt auf DVB-H, während asiatische Hersteller wie Samsung und LG das dort bereits im Einsatz befindliche DMB stützen.



