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Little Big Planet: Unkonventionell und drollig

Media-Molecule-Gründer Alex Evans zeigt seinen Eskapismus-Baukasten. Alex Evans, einer der Gründer von Media Molecule, führte uns während der E3 2007 mit grenzenloser Geduld seinen Eskapismus-Baukasten Little Big Planet vor – wie er es seit der GDC 2007 – bei der das Spiel als eines der Highlights im PS3-Portfolio angekündigt worden war – bestimmt schon viele Hundert Male gemacht hat.
/ Jens Ihlenfeld
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Little Big Planet ist erst in zweiter Linie ein konventionelles Videospiel. Es wird zwar vorgefertigte Levels geben, in erster Linie aber ist es ein drollig aussehender, ungeheuer vielseitiger Level-Editor. Die Besonderheit ist, dass man die Level baut, während man selbst darin mit bis zu drei Freunden als putzige Figur unterwegs ist.

Mit wenigen Menüs kann man aus einer Vielzahl an Texturen, Materialien und vorgefertigten Objekten wählen, und diese auf Wände malen, im Level fallen lassen oder zusammenstecken. Alle Objekte gehorchen physikalischen Regeln und erlauben in der Kombination eine im wahrsten Sinne des Wortes unendliche Vielfalt an Ideen.

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Wir haben uns von Alex näher zeigen lassen, wie das in der Praxis funktioniert. Per Buttondruck ruft man das "Hauptinterface" auf, das aus gerade mal vier Icons besteht, etwa für "Objekte", "Formen" oder die "eigene Figur". Wählt man nun zum Beispiel den Punkt Objekte aus, stehen rund 50 vorgefertigte Gegenstände zur Wahl, darunter Holzschüsseln, Karotten oder Kugeln. Wie gesagt, alle diese Dinge haben physikalische Eigenschaften wie Gewicht oder Stabilität.

Eine Schräge lässt sich zum Beispiel so bauen: Wir "malen" eine große Holzkiste, schneiden dann das meiste davon wieder weg, wie bei einem Malprogramm. Anschließend kippen wir die Konstruktion. Sobald wir den Baumodus verlassen, muss unsere Kreation dann aber den Regeln der Schwerkraft gehorchen: Wenn sie nicht nur andere Kisten abstützen soll, wird sie sofort zu Boden fallen. Wenn wir sie hingegen an einem "Motor" befestigt haben, wird aus der schrägen Rampe ein Dreschflegel. Nun könnten wir mit nur zwei Buttonklicks unsere Figur an diesen Dreschflegel anheften, so dass sie durch den halben Level geschleudert werden würde.

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Damit, und jetzt kommen wir zurück zu den konventionellen Spielen, wäre es zum Beispiel möglich, ein Hindernis zu überwinden. Aber nur, wenn das der Designer des Levels auch erlaubt – ansonsten könnte man sich einfach eine Holzschüssel herbeizaubern, hineinspringen und der Schüssel das Attribut "Fliegen" zuweisen.

Die Faszination von Little Big Planet lässt sich dabei nur schwer in Worte fassen.

Little Big Planet – Der Editor
Little Big Planet – Der Editor (01:47)

Alex zeigte uns außerdem noch verschiedene Kreationen, die sein Team angeblich "in jeweils maximal zwei Stunden gebastelt haben". Das waren meistens verrückte Maschinen, etwa der Stompinator oder der Liftinator. Der "Particle Accelerator" bestand zum Beispiel aus zwei großen Zahnrädern, die sich übereinander angeordnet in gegenläufige Richtung drehten. Wenn man nun Fässer auf die eine Seite dieser Konstruktion fallen oder rollen lässt, werden diese von den Zahnrädern erfasst, leicht gequetscht und mit großer Geschwindigkeit auf der anderen Seite herauskatapultiert.

Und hinter der Kreation "Caterpillar" versteckt sich ein aberwitziger "Tausendfüßler": Mehrere bewegliche Elemente formen den Körper, in regelmäßigen Abständen sind Motoren eingebaut, an denen jeweils ein dickes Holtbrett befestigt ist, das länger ist als der Körper hoch. Der Effekt: Die Bretter drehen sich um Uhrzeigersinn, jedes der beweglichen Elemente hebt sich beim Bodenkontakt seines Bretts mit dem Boden etwas und schiebt den ganzen Tausendfüßler nach vorne. Wie uns Alex demonstrierte, kann die Konstruktion sogar größere Hindernisse überwinden.

Little Big Planet ist sicherlich eines der ungewöhnlichsten Spielkonzepte, die zurzeit in der Mache sind – und dürfte sowohl 5- als auch 50jährigen gefallen, sofern sie etwas Bastel- und Konstrukteursfreude mitbringen. Nur den Namen finden wir nicht optimal, zumal er an ein ungewöhnliches Action-Adventures namens Little Big Adventure erinnert, das damit gar nichts zu tun hat. Der ebenfalls anwesende David Reeves, Europa-Chef von Sony Entertainment Europe, zumindest scherzte: "Heißt es denn überhaupt noch Litte Big Planet? Wir haben es schon so oft umbenannt." [von Jörg Langer(öffnet im neuen Fenster)]


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