Little Big Planet: Unkonventionell und drollig
Mit wenigen Menüs kann man aus einer Vielzahl an Texturen, Materialien und vorgefertigten Objekten wählen, und diese auf Wände malen, im Level fallen lassen oder zusammenstecken. Alle Objekte gehorchen physikalischen Regeln und erlauben in der Kombination eine im wahrsten Sinne des Wortes unendliche Vielfalt an Ideen.
Eine Schräge lässt sich zum Beispiel so bauen: Wir "malen" eine große Holzkiste, schneiden dann das meiste davon wieder weg, wie bei einem Malprogramm. Anschließend kippen wir die Konstruktion. Sobald wir den Baumodus verlassen, muss unsere Kreation dann aber den Regeln der Schwerkraft gehorchen: Wenn sie nicht nur andere Kisten abstützen soll, wird sie sofort zu Boden fallen. Wenn wir sie hingegen an einem "Motor" befestigt haben, wird aus der schrägen Rampe ein Dreschflegel. Nun könnten wir mit nur zwei Buttonklicks unsere Figur an diesen Dreschflegel anheften, so dass sie durch den halben Level geschleudert werden würde.
Die Faszination von Little Big Planet lässt sich dabei nur schwer in Worte fassen.

Alex zeigte uns außerdem noch verschiedene Kreationen, die sein Team angeblich "in jeweils maximal zwei Stunden gebastelt haben". Das waren meistens verrückte Maschinen, etwa der Stompinator oder der Liftinator. Der "Particle Accelerator" bestand zum Beispiel aus zwei großen Zahnrädern, die sich übereinander angeordnet in gegenläufige Richtung drehten. Wenn man nun Fässer auf die eine Seite dieser Konstruktion fallen oder rollen lässt, werden diese von den Zahnrädern erfasst, leicht gequetscht und mit großer Geschwindigkeit auf der anderen Seite herauskatapultiert.
Und hinter der Kreation "Caterpillar" versteckt sich ein aberwitziger "Tausendfüßler": Mehrere bewegliche Elemente formen den Körper, in regelmäßigen Abständen sind Motoren eingebaut, an denen jeweils ein dickes Holtbrett befestigt ist, das länger ist als der Körper hoch. Der Effekt: Die Bretter drehen sich um Uhrzeigersinn, jedes der beweglichen Elemente hebt sich beim Bodenkontakt seines Bretts mit dem Boden etwas und schiebt den ganzen Tausendfüßler nach vorne. Wie uns Alex demonstrierte, kann die Konstruktion sogar größere Hindernisse überwinden.
Little Big Planet ist sicherlich eines der ungewöhnlichsten Spielkonzepte, die zurzeit in der Mache sind – und dürfte sowohl 5- als auch 50jährigen gefallen, sofern sie etwas Bastel- und Konstrukteursfreude mitbringen. Nur den Namen finden wir nicht optimal, zumal er an ein ungewöhnliches Action-Adventures namens Little Big Adventure erinnert, das damit gar nichts zu tun hat. Der ebenfalls anwesende David Reeves, Europa-Chef von Sony Entertainment Europe, zumindest scherzte: "Heißt es denn überhaupt noch Litte Big Planet? Wir haben es schon so oft umbenannt." [von Jörg Langer(öffnet im neuen Fenster)]