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GEMA geht gegen VideoTube vor

VideoTube sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Mit einer einstweiligen Verfügung gegen VideoTube will die GEMA einmal mehr ihr Vorgehen gegen "Internetpiraterie" demonstrieren. VideoTube-Geschäftsführer Rudi Singer hat das Gefühl, die GEMA wolle an seinem Unternehmen eine Exempel statuieren, schließlich habe man sich immer bemüht den Forderungen der GEMA nachzukommen aber nicht die Mittel zur Verfügung wie die Google-Tochter YouTube.
/ Jens Ihlenfeld
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Die GEMA erwirkte vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen VideoTube, da dort nach Ansicht der GEMA Werke aus dem GEMA-Repertoire unlizenziert genutzt werden. Der Betreiber habe die "fortgeschrittenen Lizenzverhandlungen mit der GEMA vor Kurzem abgebrochen", so die Verwertungsgesellschaft weiter.

Der GEMA ist es ein Dorn im Auge, dass Nutzer auf der Seite VideoTube.de beliebige Videos in eine von den Betreibern bereit gestellte Internetplattform einstellen können, die andere Nutzer von dort aus jederzeit abrufen können. Eine Vielzahl der Videos sei mit Werken aus dem GEMA-Repertoire hinterlegt und zum Teil seien bei VideoTube ganze Musikvideos oder Konzertmitschnitte zu finden, so der Vorwurf.

"Entscheidendes Anliegen der GEMA ist es, für diese innovativen Nutzungsmodelle mit den Beteiligten eine einvernehmliche Lizenzierungslösung zu finden", erklärt Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA. "Mit der einstweiligen Verfügung haben wir hierfür ein wichtiges Signal für die rechtliche Bewertung der 'Web 2.0-Plattformen' gesetzt. Die Entscheidung zeigt, dass die Betreiber dieser Plattformen sich nicht jeglicher Verantwortung für Verletzungen des Repertoires unserer Mitglieder durch ihre Nutzer entziehen können."

Auch VideoTube würde gern mit der GEMA zusammen arbeiten, kann sich dies nach eigenen Angaben aber ob der zu hohen Forderungen der GEMA nicht leisten. Seine Firma hätte 20 Prozent des für 2007 geplanten Umsatzes an die GEMA abführen müssen, wäre er auf die Forderungen eingegangen, so VideoTube-Geschäftsführer Rudi Singer. Ohne Investor sei dies nicht möglich, die Alternative sei der Verkauf von VideoTube bei EBay.

Singer betont, VideoTube sei in der Vergangenheit den Forderungen der GEMA nachgekommen, habe beanstandete Videos gelöscht und der GEMA einen Zugang zur eigenen Platztform angeboten, mit dem diese hochgeladene Videos hätte frühzeitig prüfen können. Auch sei ein Filter in das System integriert worden, der Videos nach Begriffen durchsucht und ggf. aussortiert. Hinterlegt sind unter anderem alle Interpreten auf der GEMA-Liste.

Außerdem habe VideoTube ein System entwickelt, das digitale Abdrücke von Videos erstellt um zu verhindern, dass ein und dasselbe Video mehrfach hochgeladen wird. Der Forderung an die GEMA, digitale Abdrücke von GEMA-pflichtigen Musikstücken zur Verfügung zu stellen, sei die GEMA bis heute nicht nachgekommen. "Nur so wäre eine vollautomatische Filterung von GEMA-Inhalten aber möglich", meint Singer.

Im Gang an die Presse seitens der GEMA sieht Singer ein Zeichen dafür, dass es der GEMA weniger um die Sache als vielmehr um die Statuierung eines Exempels gehe: "Dafür müssen dann die kleinen, bemühten Partner den Kopf hinhalten", so der Geschäftsführer von VideoTube.


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