Ex-ATI-Chef Dave Orton verlässt AMD
Dave Orton war mit der Übernahme von ATI vor einem Jahr zum Chip-Hersteller gewechselt, zuvor war der Ingenieur seit Mitte 2004 CEO von ATI. Auch zu diesem Unternehmen kam Orton durch einen Kauf: Anfang des Jahres 2000 hatte ATI das junge Unternehmen ArtX übernommen, das durch die Entwicklung des Grafikchips "Flipper" für Nintendos Gamecube aufgefallen war. ArtX wiederum war eine Ausgründung von SGI, wo Dave Orton als Leiter der Grafikabteilung zuvor den Grafikprozessor für die Konsole Nintendo 64 entwickelt hatte.
Ortons Erfahrung als Entwickler von neuartigen Grafiklösungen brachte im Jahr 2000 frischen Wind in das Unternehmen ATI, die ArtX-Technologie – die auch schon einen externen Grafikprozessor und die integrierte Grafik des Chipsatzes Aladdin7 hervorgebracht hatte – diente in der Folge als Basis für die ATI-Produkte. Die ArtX-Designs wurden innerhalb von zwei Jahren zu vollwertigen GPUs umgestrickt, und Mitte 2002 konnte ATI mit der 9000er-Serie einen Überraschungserfolg landen – vor allem das Modell Radeon 9700 setzte die bisher unangefochtenen Nvidia-Prozessoren unter Druck. Mit den aktuellen ATI-Chips der Generation R600 kommt AMD nicht mehr an die Leistungen der Nvidia-Produkte heran, bietet diese aber besonders günstig an.
Dave Orton hat bei AMD nicht einen, sondern zwei Nachfolger. Rick Bergman, ein ehemaliger ATI-Vize, leitet nun die "Graphics Products Group" bei AMD. Eine neue "Consumer Electronics Group" wird von Adrian Hartog geführt, der früher Chief Technology Officer (CTO) bei ATI war. Diese neue Abteilung kümmert sich verstärkt um die bisher selten im Rampenlicht stehenden ATI-Chips, die nichts mit Computergrafik zu tun haben. So stellte das Unternehmen schon vor der Übernahme durch AMD unter anderem Video-Prozessoren für digitale Fernsehgeräte her, zu den Kunden gehört hier unter anderem Sony.
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