Wann kommt die bessere Xbox-360-Hardware?
Ursprünglich war eine von 90- auf 65-nm-Strukturbreite geschrumpfte PowerPC-CPU für die Xbox 360 für Anfang 2007 angekündigt. Bereits Ende 2006 gab es dann aber Gerüchte, dass vor Mitte 2007 nichts daraus würde. Microsoft und der beauftragte Halbleiter-Hersteller Chartered Semiconductor Manufacturing kommentierten entsprechende Meldungen zwar nicht, auf eine Xbox-360-Revision mit geschrumpfter Elektronik warten Kunden aber bisher vergeblich.
Auch die bisher nur in den USA lieferbare und für Japan aber noch nicht für Europa angekündigte schwarze Xbox 360 Elite ist nur eine modifizierte herkömmliche Xbox 360 mit zusätzlichem HDMI. Hitze, hohe Lautstärke und großer Strombedarf bleiben damit leider bestehen, eine kompaktere, verbesserte und weniger Abwärme produzierende Elektronik hätte sich hier positiv auswirken können. Auch von einer Integration des nur als externes Zubehör angebotenen HD-DVD-Laufwerks wollte Microsoft bisher nichts wissen.
Mittlerweile ist das Jahr 2007 zur Hälfte um, so dass sich erneut die Frage stellt: Wo bleibt die Xbox 360 mit auf 65-nm-Strukturbreite geschrumpfter Elektronik? Wer wegen der verbesserten Hardware nachfragt, die Microsoft anlässlich der Masse von Xbox-360-Defekten versprochen hat, bekommt derzeit keine Informationen. Dafür sorgt derzeit eine Meldung(öffnet im neuen Fenster) aus einem Redakteursblog der US-Tageszeitung The Mercury News für Spekulationen um ein mögliches neues Xbox-360-Modell.
Die Elektronik im neuen Xbox-360-Modell soll den Projektnamen "Falcon" (engl. Falke) tragen und sowohl beim Prozessor als auch dem Grafikchip mit 65-nm-Prozesstechnik aufwarten. Damit könne Microsoft Kosten sowie Platz im Gehäuse sparen und dennoch das Hauptproblem der Xbox 360 – die Überhitzung – loswerden. Zumindest wenn bei den Kühlkörpern mehr Geld investiert wird als in der Vergangenheit. Laut Mercury News will Microsoft die neuen Falcon-Chips im Sommer auf Herz und Nieren testen, schätzungsweise könnte dann die neue Elektronik im Herbst 2007 in den Handel kommen.
Die Spekulationen gehen noch weiter: Microsoft könnte das Xbox-360-Design noch an mehr Stellen ändern, um es attraktiver zu machen. Das klobige Netzteil könnte in das Gehäuse wandern, mutmaßt Mercury-News-Redakteur Dean Takahashi. Microsoft könnte auch die Innereien komplett überarbeiten und das Gehäuse kompakter machen. Auch das HD-DVD-Laufwerk zur Standardausstattung zu machen, könnte sinnvoll sein, zumal Microsoft zu den Unterstützern des Formats gehört – und Sony mit der PlayStation 3 vormachte, welchen Einfluss das von Hause aus verbaute interne Blu-ray-Laufwerk auf die Blu-ray-Filmverkäufe haben kann.
Wenn es darum geht, die Kosten und damit den Preis der Konsole zu senken, wäre das im Vergleich zum DVD-Laufwerk deutlich teurere HD-DVD-Laufwerk aber vielleicht eher eine Hürde. Nachdem Sony mit der PlayStation-3-Preissenkung in den USA laut Amazon.com-Verkaufscharts gerade seine Verkaufszahlen hochtreibt, könnte Microsoft mit einer deutlich günstigeren Xbox 360 wieder einiges wettmachen. Mit der günstiger herzustellenden, da deutlich weniger auf Hardware-Leistung getrimmten Nintendo-Wii-Konsole wird aber vermutlich auch die Xbox-360-Falcon nicht mithalten können.
Es wäre aber sowohl für Microsoft als auch Sony kontraproduktiv, sich auf einen zu wilden Preiskampf einzulassen. Vor allem Microsoft kosten die Garantieverlängerung und vielen Xbox-360-Reparaturen in diesem Geschäftsjahr über 1 Milliarde US-Dollar. Das Geld will mit dem für 2007 angekündigten Netzwerk-Shooter Halo 3 erst einmal eingespielt sein.
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