Bundesrat winkt verschärften Hacker-Paragrafen durch

Umstrittene Regelungen könnten Arbeiten von Sicherheitsexperten kriminalisieren

Den umstrittenen Plänen der Bundesregierung zum "Strafrechtsänderungsgesetz zur Bekämpfung der Computerkriminalität" hat nach dem Bundestag nun auch der Bundesrat zugestimmt. Hacker und Informatiker hatten die geplante Regelung heftig kritisiert, sehen sie die Arbeit von Sicherheitsexperten und auch die universitäre Lehre doch bedroht und kriminalisiert.

Artikel veröffentlicht am ,

Für Kritik sorgt vor allem die Einführung des § 202c StGB "Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten". Demnach macht sich strafbar, wer "Passworte oder sonstige Sicherungscodes, die den Zugang zu Daten (§ 202a Abs. 2) ermöglichen, oder [...] Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist, herstellt, sich oder einem anderen verschafft, verkauft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht" und riskiert bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe.

Inhalt:
  1. Bundesrat winkt verschärften Hacker-Paragrafen durch
  2. Bundesrat winkt verschärften Hacker-Paragrafen durch

Dabei gilt als Straftat nach § 202b, wenn jemand "sich oder einem anderen unbefugt unter Anwendung von technischen Mitteln nicht für ihn bestimmte Daten (§ 202a Abs. 2) aus einer nichtöffentlichen Datenübermittlung oder aus der elektromagnetischen Abstrahlung einer Datenverarbeitungsanlage verschafft". Der geänderte § 202a stellt unter Strafe, sich oder einem anderen unbefugt "Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung" zu verschaffen.

Diese Formulierung kritisierte unter anderem die Gesellschaft für Informatik (GI), weil Programme darin nicht nach ihrer Einsatzart, sondern vielmehr nach ihrem Aufbau definiert werden. Es würde also nicht mehr zwischen Anwendungen zur Begehung von Straftaten und solchen für legale Zwecke unterschieden. So führe der gewählte Wortlaut zu einer Kriminalisierung der heute in allen Unternehmen, Behörden und von Privaten verwendeten Programme zur Aufdeckung von Sicherheitslücken in IT-Systemen. Dies betreffe also Programme und Tools, die zur Absicherung gegen Angriffe unverzichtbar seien.

Der Chaos Computer Club (CCC) hatte bereits im September 2006 gewarnt, der Gesetzentwurf stelle die Arbeitsgrundlagen von Sicherheitsberatern und Netzwerkexperten unter Strafe, da eben bereits der Besitz und die Verbreitung von Werkzeugen zur Netzwerkanalyse und zur Aufdeckung von Sicherheitslöchern in Rechnersystemen strafbar wären. Die Arbeit der Sicherheitsexperten sei damit kaum mehr möglich und von ungerechtfertigter Kriminalisierung bedroht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Bundesrat winkt verschärften Hacker-Paragrafen durch 
  1. 1
  2. 2
  3.  


.pg 15. Jul 2007

Warum verwendet eigetnlich fast jeder IT-Newsticker im Zusammnhang mit dem Hacker...

dumpfbacke 11. Jul 2007

Denk mal darüber nach, warum das so ist du elender Parteigenosse! Bevor ich irgend einem...

dumpfbacke 11. Jul 2007

Nicht, dass Du jetzt enttäuscht bist, aber diese Methoden gab es schon bei der SS...

dumpfbacke 11. Jul 2007

Dein Vergleich hinkt, weil es immer noch Menschen gibt, die weder Auto, noch Motorrad...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ron Gilbert
Chefentwickler von Monkey Island sauer auf Community

"Die Leute sind gemein": Ron Gilbert, Chefentwickler von Return to Monkey Island, reagiert auf Kritik am Grafikstil des Adventures.

Ron Gilbert: Chefentwickler von Monkey Island sauer auf Community
Artikel
  1. US-Streaming: Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat
    US-Streaming
    Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat

    Netflix hat zunehmend Probleme, neue Abonnenten zu halten. Der Anteil an Neukunden, die nach einem Monat wieder kündigen, steigt.

  2. 25% Prozent Rabatt auf Security-Workshops
     
    25% Prozent Rabatt auf Security-Workshops

    Nur noch bis Donnerstag, 7. Juli in der Golem Karrierewelt: 25 Prozent Rabatt auf ausgewählte Onlineseminare zu Security-Themen!
    Sponsored Post von Golem Karrierewelt

  3. CD Projekt Red: Ursachenforschung über Bugs in Cyberpunk 2077
    CD Projekt Red
    Ursachenforschung über Bugs in Cyberpunk 2077

    War ein Dienstleister schuld an den massiven Fehlern in Cyberpunk 2077? Darauf deutet ein umfangreicher, aber umstrittener Leak hin.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RX 6800 679€ • Samsung SSD 2TB (PS5-komp.) 249,90€ • MindStar (Zotac RTX 3090 1.399€) • Nanoleaf günstiger • Alternate (TeamGroup DDR4-3600 16GB 49,99€, Be Quiet Silent Tower 159,90€) • iPhone SE (2022) günstig wie nie: 481,41€ • Switch OLED günstig wie nie: 333€ [Werbung]
    •  /