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Kandy Mobile - Mobiltelefon-Produkt speziell für Kinder (U.)

Handy mit Sonderfunktionen für junge Menschen. Mit dem Schuleintritt wächst schon bald der Wunsch vieler Kinder nach einem eigenen Mobiltelefon. Aber viele Eltern sorgen sich, dass die Mobilfunkkosten ins Unermessliche steigen und es keine Kontrolle darüber gibt, welche Inhalte auf das Schüler-Handy gelangen. Hier will die Kandy Mobile AG im Herbst 2007 für den deutschen Markt eine passende Lösung bieten.
/ Ingo Pakalski
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Unter dem Produktnamen Kandy Mobile will das Unternehmen nicht nur ein speziell auf die Bedürfnisse von Schulkindern zugeschnittenes Mobiltelefon auf den Markt bringen, sondern auch passende Funktionen bieten, mit denen Eltern entsprechende Kontrollmöglichkeiten an die Hand bekommen. Dazu wird das Kandy-Mobile-Handy quasi von der Außenwelt abgeschottet, um einen unkontrollierten Datenaustausch zu verhindern. Kandy Mobile richtet sich vor allem an Schulkinder im Alter von 6 bis 12 Jahren und nutzt das Netz von E-Plus.

Das Handy verfügt daher nicht über eine Bluetooth-Funktion, weist keine Infrarotschnittstelle auf und bietet auch keinen WAP- oder Web-Browser. So sollen keine Inhalte auf das Mobiltelefon gelangen, die nicht kindgerecht sind. Das System sieht vor, dass Inhalte nur über eine USB-Verbindung, eine PC-Software sowie passende Zugangsdaten auf das Mobiltelefon gelangen.

Über diesen Weg lässt sich auch ein Kostenlimit einstellen, das eine Ausnahme kennt: Selbst wenn das Guthaben ausgeschöpft ist, sind die Eltern oder andere Bezugspersonen in jedem Fall vom Kandy-Mobile-Handy aus erreichbar. Somit haben die Eltern die Gewissheit, dass ihre Kinder sie in jedem Fall in Notsituationen erreichen können. Damit unterscheidet sich Kandy Mobile von herkömmlichen Prepaid-Angeboten, die bei Erreichen der Guthabengrenze keinerlei Telefonate mehr erlauben.

Als weiterer Unterschied zu Prepaid-Paketen sind bei Kandy Mobile sämtliche Bezahlangebote dauerhaft abgeschaltet, so dass Schulkinder ihr Taschengeld nicht etwa für überteuerte Premium-SMS oder teure Hotline-Anrufe ausgeben können. Um die Kosten im Blick zu behalten, können die Eltern bestimmen, welches Limit nicht überschritten werden darf. Hierbei soll auch ein transparentes Tarifmodell helfen, zu dem aber noch keine Details vorliegen. Außerdem lässt sich einstellen, welche Kontakte aus dem Handy heraus angerufen werden dürfen.

Über eine PC-Software werden Daten über ein USB-Kabel auf das Kandy-Mobile-Gerät übertragen. Die Software ist mit einem Kennwort vor unberechtigten Zugriffen geschützt, so dass Kinder ohne das Einverständnis ihrer Eltern keine Daten auf das Mobiltelefon spielen können. Prinzipiell verarbeitet das Handy nur Java-Spiele, Klingeltöne, Bildschirmhintergründe sowie Hörspiele oder Musikdateien im MP3-Format. Andere Dateiformate werden bewusst nicht unterstützt, um Missbrauch zu verhindern.

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Über ein Portal bietet Kandy Mobile Inhalte, die speziell für Kinder geeignet sein sollen und nach eigenen Angaben zuvor vom Anbieter auf Tauglichkeit geprüft werden. Dort sollen dann kostenpflichtige Inhalte sowie Gratisangebote zu finden sein.

Mit der PC-Lösung haben die Eltern zudem die Möglichkeit, die Position des Kandy-Mobile-Handys zu orten. Vorausgesetzt das Kind hat das Mobiltelefon dabei, lässt sich so feststellen, wo sich der Nachwuchs herumtreibt. Kandy Mobile will damit aber weniger überwachungsgetriebene Eltern unterstützen, sondern sieht diese Funktion als Hilfe in Notsituationen. Hierüber können Eltern ihre Kinder aber auch stärker kontrollieren und festlegen, dass sie eine SMS erhalten, sobald der Nachwuchs einen vorher festgelegten Bereich mit dem Mobiltelefon verlässt. Update: Diese Funktion wird Kandy Mobile nicht bieten, siehe die Ergänzung am Ende dieses Artikels.

Die Ortung geschieht hierbei über das Mobilfunknetz und im Unterschied zu einer GPS-Ortung liefert diese auch Daten, wenn sich das Kind in geschlossenen Räumen befindet. Denn eine GPS-Ortung benötigt eine Sichtverbindung zum Satelliten. Als Besonderheit lässt sich die Ortungsfunktion von den Kindern nicht abschalten, da hierfür die Zugangsdaten der Eltern benötigt werden. Eine einzelne Ortung kostet jeweils 49 Cent.

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Kandy Mobile hat zum Start ein spezielles Mobiltelefon entwickelt, das bewusst in einigen Funktionen eingeschränkt ist, aber durch sein Aussehen auf keinen Fall als Kinderhandy zu erkennen sein soll. Denn Schüler legen nach Untersuchungen von Kandy Mobile keinen Wert darauf, durch ein spezielles Mobiltelefon "erkannt" zu werden. Sie wollen im Grunde am liebsten die Mobiltelefone der Erwachsenen verwenden. Um aber den Austausch von Daten zu unterbinden, kam es zur Eigenentwicklung. Optisch kann das Mobiltelefon durchaus mit Geräten namhafter Handy-Hersteller mithalten.

Technisch sind vom Kandy-Mobile-Handy keine Wunder zu erwarten, aber der Hersteller geht davon aus, dass alles dabei ist, was Schüler von einem Mobiltelefon wünschen. In Marktanalysen hat Kandy Mobile nach eigenen Aussagen erfahren, dass Kinder zwar gerne SMS versenden, aber mit der Eingabe von Buchstaben über eine Handy-Klaviatur nicht so gut klarkommen. Auch aus diesem Grund besitzt das Kandy-Mobile-Gerät keine Handy-Klaviatur.

In der SMS-Software werden Buchstaben eingegeben, indem das Kind in einer alphabetisch sortierten Liste den passenden Buchstaben mit einem 5-Wege-Navigator auswählt. Nach Kandy-Mobile-Angaben fällt dies Kindern zwischen 6 und 12 Jahren wesentlich einfacher, als es Erwachsenen erscheinen mag. Um den 5-Wege-Navigator sind einige Schnellwahltasten gruppiert, um ausgewählte Kontakte zügig anrufen zu können.

Das 101 x 42 x 16 mm messende Mobiltelefon wiegt 81 Gramm und besitzt ein Display mit einer Auflösung von 128 x 160 Pixeln, das bis zu 65.536 Farben anzeigt. Dem integrierten MP3-Player kann entweder über den Handylautsprecher oder über Kopfhörer gelauscht werden. Für Letzteres steht ein 3,5-mm-Anschluss bereit und das Handy bietet Java MIDP 2.0.

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Ein Steckplatz für eine Micro-SD-Speicherkarte befindet sich bewusst unter dem Akku, den ein mit Schrauben gesicherter Deckel schützt. Damit sollen Kinder eine Speicherkarte nicht ohne weiteres austauschen können. Aber falls dies doch gemacht wird, lassen sich nur wenige Daten mit dem Mobiltelefon anzeigen, da eben viele Formate ganz bewusst nicht unterstützt werden.

Mit einer Akkuladung schafft das Mobiltelefon eine Sprechzeit von etwa 4 Stunden und soll im Bereitschaftsmodus rund 10 Tage durchhalten. Es gibt keine Fotokamera und das Mobiltelefon ist mit einem SIM-Lock versehen, um den Einsatz von SIM-Karten zu verhindern, die nicht von Kandy Mobile stammen. Bei der Geräteentwicklung hat Kandy Mobile nach eigenen Angaben besonderen Wert auf möglichst geringe Strahlenwerte gelegt. Der SAR-Wert liegt unterhalb von 0,6, was vom Bundesamt für Strahlenschutz empfohlen wird. Der gesetzliche Richtwert sieht einen SAR-Wert von 2,0 als unbedenklich an.

Ralph Stegmüller, CEO und einer der Gründer von Kandy Mobile, fasst zusammen, wie es zu der Produktentwicklung kam: "Wir haben festgestellt, dass es bisher noch kein spezielles Mobilfunkangebot für Kinder gibt, das den kindlichen Wunsch nach Spaß und Unterhaltung mit dem berechtigten Bedürfnis von Eltern nach Sicherheit und Kontrolle optimal verbindet." Daraus wurde ein Angebot entwickelt, das gewährleisten soll, dass Kinder in einem definierten Rahmen sinnvolle Freiheiten beim Telefonieren erhalten und Eltern ein gutes Gefühl und die Gewissheit haben, ihre Kinder bei ihrer Entwicklung sinnvoll zu unterstützen.

Kandy Mobile soll zum September 2007 starten und dann im Spielzeughandel sowie in den Shops von E-Plus und bei weiteren Kooperationspartnern zu finden sein. Noch liegen keine Details zu den geplanten Tarifen vor. Diese Informationen sollen aber noch im Juli 2007 veröffentlicht werden.

Nachtrag vom 6. Juli 2007 um 15:03 Uhr:
Wie die Presseabteilung von Kandy Mobile betonte, wird es über Kandy Mobile bei den Ortungsfunktionen doch keine Möglichkeit geben, einen Bereich zu bestimmen, den das Kind quasi nicht verlassen darf, weil die Eltern per SMS dann darüber benachrichtigt werden. Bei einer Produktpräsentation in den Redaktionsräumen von Golem.de hatte Kandy Mobile eine solche Option seinerzeit in Aussicht gestellt.


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