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Virtuelles Sexspielzeug vor Gericht

Kopieren verboten? In Second Life ist alles anders als im First Life, dem echten, wahren Leben – fast alles. Wenn es ums Geld geht, hört aber auch in Second Life der Spaß auf. Die US-Firma Eros, Hersteller von virtuellem Sexspielzeug, hat am Dienstag vor einem US-Bezirksgericht Klage gegen einen Avatar namens Volkov Catteneo eingereicht, meldet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster). Eros wirft Volkov vor, in Second Life ein Gerät namens "SexGen" illegal kopiert und verkauft zu haben.
/ Jens Ihlenfeld
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Kevin Alderman, ein ehemaliger Gas-Wasser-Installateur, hat sich seit geraumer Zeit darauf spezialisiert, virtuelles Sexspielzeug für den virtuellen Gebrauch durch virtuelle Erwachsene in der virtuellen Welt von Second Life herzustellen. Verkauft werden die Spielzeuge gegen echtes Geld auf eBay. Das Geschäft läuft gut, sehr gut sogar. Alderman konnte den Werkzeugkasten des Installateurs in den Keller bringen und zwölf "Spielzeugmacher" einstellen, die für den notwendigen Nachschub bei eBay und in Second Life sorgen. Die Bedürfnisse von mehr als 7 Millionen Einwohnern wollen dort mit Phantasie bedient werden.

Beim Geld hört aber, wie gesagt, auch für Alderman der Spaß auf. Ein virtueller Konkurrent, der Avatar Volkov Catteneo, macht Alderman seit einer Weile das Leben schwer. Catteneo hat begonnen, den von Alderman und seinen Mitarbeitern entwickelten SexGen zu kopieren und ebenfalls mit Profit zu verkaufen. SexGen ist ein virtuelles Sexspielzeug, das "mehr als 150 Sexanimationen beherrscht und für 12.000 Linden-Dollar (45,11 US-Dollar) verkauft wird". Catteneo bietet seine Kopie für nur 4.000 Linden-Dollar an und verdirbt Alderman so das Geschäft. Das alles berichtet Eric Reuters(öffnet im neuen Fenster) für das "Second Life News Center" der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Sache ist ernst. In der Klageschrift "Eros LLC vs John Doe" wirft Aldermans Firma der Person, die sich hinter dem Avatar Catteneo verbirgt, Urheberrechtsverletzung vor. Der SexGen wird mit dem Hinweis "no copy" verkauft, was ein Kopieren in Second Life verhindern soll. Woher die Kopien stammen, die Catteneo verkauft, ist unklar.

Per Gerichtsbeschluss sollen jetzt Second-Life-Betreiber Linden Lab und Paypal dazu gezwungen werden, die persönlichen Daten, einschließlich Chat-Historie und Finanzdaten, herauszugeben. Alderman fordert Schadensersatz in dreifacher Höhe des entstandenen Schadens oder des von Catteneo erzielten Profits. Eigentlich ginge es ihm aber weniger um den Schadensersatz, sondern vielmehr darum, "dem Treiben ein Ende zu setzen", so Alderman gegenüber Reuters. "Ich versuche lediglich, mein Einkommen und meine Familie zu schützen." [von Robert A. Gehring]


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