Parallels veröffentlicht modifizierte Wine-Quelltexte
Der Parallels Desktop 3.0 bietet hardwarebeschleunigte 3D-Grafik auf Basis von OpenGL 1.5 und DirectX 8.1, so dass Spiele wie Quake, Half Life 2 und World of Warcraft in virtuellen Maschinen funktionieren sollen. Dabei verwendet Parallels dafür Bibliotheken des Wine-Projektes, das an einer freien Umsetzung des Windows-API arbeitet und sich in letzter Zeit besonders DirectX widmet.
Die Wine-Entwickler wurden erstmals darauf aufmerksam, als Parallels Screenshots veröffentlichte, auf denen einige Fehler zu erkennen waren, die in Wine stecken. Als der Parallels Desktop 3.0 dann veröffentlicht wurde, fand das Wine-Team vier seiner DLLs, die bei der Installation von Windows als Gastsystem eingerichtet werden. Auf eine Anfrage im Parallels-Forum hin wurde der Einsatz der Wine-Software bestätigt und versprochen, man könne den Quelltext innerhalb weniger Tage erhalten. Denn: Wine unterliegt den Bestimmungen der LGPL, einer Abwandlung der GPL, die zwar den Einsatz in proprietärer Software erlaubt, aber dennoch verlangt, dass veränderte LGPL-Software wieder unter dieser Lizenz veröffentlicht werden muss.
Nachdem das Wine-Projekt nun öffentlich erklärte, Parallels habe die Herausgabe der Quelltexte abgelehnt und die Angelegenheit in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit bekam, reagierte nun Parallels und stellte die nur leicht modifizierten Quelltexte zur Verfügung. Die Vorwürfe des Wine-Projekts weist Parallels-CEO Nick Dobrovolskiy allerdings zurück: Der Parallels Desktop sei immer lizenzkonform gewesen. Parallels habe die Verwendung des Codes wiederholt überprüft und die Quelltexte an das Wine-Team übergeben. Damit hat sich Parallels aber wohl recht viel Zeit gelassen.
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