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IRC+ soll sterbendes IRC-Netzwerk retten

KVIrc- und XChat-Entwicklungsteams unterstützen das Vorhaben. Die Autoren von IRC+ sind sich sicher: Das Internet Relay Chat (IRC) liegt im Sterben. Instant Messenger graben den IRC-Netzwerken durch erhöhten Komfort das Wasser ab. Mit dem seit kurzem erhältlichen Arbeitsentwurf von IRC+ soll dem entgegengesteuert und die Benutzung von IRC einfacher werden.
/ Andreas Sebayang
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Den Statistiken von irc.netsplit.de(öffnet im neuen Fenster) zufolge nimmt die Anzahl der Nutzer zumindest in den größten IRC-Netzwerken stetig ab. Das QuakeNet und das IRCnet haben ihren Höhepunkt längst hinter sich. Kurz nach dem Beginn des Jahres 2005 haben die Nutzerzahlen teils dramatisch abgenommen.

Bei den beiden nachfolgenden IRC-Netzen Undernet und EFnet setzte dieser Trend bereits früher ein. Das EFnet hatte etwa Mitte 2003 noch über 140.000 Nutzer, heute sind es nur noch knapp 70.000. Das QuakeNet als derzeitiger Spitzenreiter der Statistik verlor von etwa 240.000 Nutzern Anfang 2005 ebenfalls fast die Hälfte seiner Chatbevölkerung und hat nur noch um die 125.000 Nutzer.

Doch wo sind die Benutzer von IRC hin? Laut den Machern von IRC+ sind die Instant Messenger für den Verlust verantwortlich, Jabber, ICQ, MSN und andere Chatdienste, die teils nicht mit Chaträumen aufwarten können, aber dafür einen gewissen Komfort mit sich bringen, der offenbar auch alte IRC-Hasen anzieht.

Komfort, der im IRC-Netzwerk nur mit Mühen umgesetzt werden kann. Schon die Implementierung eines "universellen (also auf allen Netzwerken funktionierenden) Auto-Log-In" soll in einem IRC-Client auf Grund der vielen verschieden arbeitenden Netzwerke nahezu unmöglich sein.

"Also müssen die Nutzer lernen und die Kommandozeile benutzen. Im Zeitalter von Mac, Beryl und Vista kommt einem das steinzeitlich vor, und IRC wird die folgenden Jahre mehr und mehr Nutzer verlieren", heißt es auf irc-plus.org(öffnet im neuen Fenster), die nicht nur auf die Misere aufmerksam machen und sich darüber beschweren, sondern auch gleich etwas dagegen tun wollen. Denn derzeit schreckt die komplizierte Bedienung den IRC-Nachwuchs ab.

IRC+ soll die Lösung heißen, die seit kurzem in einem ersten Working Draft(öffnet im neuen Fenster) (Arbeitsentwurf) vorliegt. Der Arbeitsentwurf will vor allem mit Problemen aufräumen, bei denen jedes Netz bisher seine eigene Suppe kocht. Mit verstärkter Standardisierung von Funktionen soll es für Entwickler von IRC-Clients einfacher werden, diese umzusetzen und infolgedessen auch der Nutzer von einer vereinfachten Bedienung profitieren.

Statt der bisher teils unterschiedlich in den Netzen implementierten "Notices" sollen in IRC+-fähigen Netzwerken dem Client standardisierte numerische Werte geliefert werden. Auf den Versuch, einen Nickname zu registrieren, antwortet die Gegenstelle etwa mit 804 für eine erfolgreiche Registrierung oder mit 805 für eine misslungene Registrierung. IRC+ schlägt dafür den Nummernbereich 800-899 für die eigene Nutzung vor.

Die beiden Entwicklungsteams der IRC-Clients XChat(öffnet im neuen Fenster) und KVirc(öffnet im neuen Fenster) gehören zu den Unterstützern des Vorschlags und fordern insbesondere auch die Macher von IRC-Servern auf, sich an der Arbeit an dem Standard zu beteiligen.

Sollte der IRC+-Standard angenommen werden, versprechen sich die Autoren davon eine deutliche Vereinfachung der Handhabung von IRC. Nutzer müssten sich dann keine komplizierte Befehle mehr merken, Clients sollen verstehen, was Dienste wollen und können zudem die Nachrichten der Dienste in die lokal eingestellte Sprache übersetzen.

Außerdem soll der neue Standard Funktionen wie einen Passwortmanager für IRC-Clients ermöglichen und sichere MD5-Log-Ins erlauben, die das Passwort schützen, selbst wenn die Verbindungen nicht durch SSL geschützt werden. Der IRC+-Standard selbst soll trotz neuer Funktionen rückwärtskompatibel bleiben.


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