Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Lässt das iPhone Deutsche kalt?

Nur wenige Deutsche wollen zwei Umfragen zufolge Apples Handy kaufen. Gemäß zwei jüngst veröffentlichter Umfragen ist Deutschland bisher kaum vom iPhone-Hype ergriffen. Je nach Umfrage wollen 0,4 bzw. 3 Prozent der Befragten das Apple-Handy kaufen. Bis dahin dauert es aber noch, denn das iPhone wird voraussichtlich erst im vierten Quartal 2007 nach Europa kommen.
/ Ingo Pakalski
150 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Eine von der Unternehmensberatung Marketing Partners durchgeführte Umfrage hat 1.000 Männer und Frauen im Juni 2007 über 14 Jahren befragt, die bevölkerungsrepräsentativ ausgewählt wurden. Demnach kennen 16,5 Prozent der Deutschen das iPhone und 0,4 Prozent wollen sich das Apple-Handy in jedem Fall kaufen. 2,9 Prozent der Befragten wollen es sich vielleicht zulegen und 5,5 Prozent sind noch unschlüssig. 72,5 Prozent gaben an, auf keinen Fall Geld für das Apple-Handy ausgeben zu wollen.

Die Befragten, die den Kauf eines iPhones in Erwägung ziehen, nannten fünf Gründe für den Erwerb: Für 22 Prozent spielt das Aussehen des Mobiltelefons eine entscheidende Rolle und 20 Prozent schätzen die Ausstattung. Für 14 Prozent war die Bedienung besonders wichtig und für 10 Prozent der Befragten zählte das Image, das damit verbunden wird. 7,4 Prozent würden sich aufgrund der Erfahrungen mit Apple für ein iPhone entscheiden. Hierbei waren Mehrfachnennungen möglich.

Von denen, die kein iPhone kaufen würden, beklagten sich 44 Prozent über einen zu hohen Preis. Je nach Ausbaustufe kostet das Mobiltelefon 500,- oder 600,- US-Dollar. Hierzu kommt zwingend der Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrags mit einer Laufzeit von 2 Jahren hinzu. In den USA kostet der günstigste Tarif monatlich 60,- US-Dollar. In zwei Jahren kommen somit für das Gerät und den Vertrag Ausgaben in Höhe von rund 2.000,- US-Dollar zusammen.

Als weitere Gründe gegen einen iPhone-Kauf beklagten 15,5 Prozent, dass das Handy zu viele unnötige Funktionen biete. 2,5 Prozent bemängelten hingegen einen nicht ausreichenden Leistungsumfang des Mobiltelefons.

Auch das Beratungsunternehmen Accenture hat in Deutschland eine Umfrage zum iPhone in Auftrag gegeben, die von TNS Infratest durchgeführt wurde. Im Juni 2007 wurden dazu 1.003 Personen im Alter zwischen 14 und 70 Jahren befragt. Unter diesen hätten 50 Prozent der Deutschen schon von Apples iPhone gehört; 3 Prozent der Befragten wollen sich das neue Handy anschaffen. Knapp 80 Prozent der Deutschen interessieren sich der Umfrage zufolge überhaupt nicht für das Apple-Handy.

Da Apple – wie auch in den USA – das iPhone in Europa nur über einen einzigen Netzbetreiber anbieten will und beim iPhone-Kauf somit unter Umständen ein Betreiberwechsel notwendig wird, fragte Accenture nach der Bereitschaft, den Mobilfunknetzbetreiber zu wechseln. 12 Prozent der Befragten halten einen Wechsel für möglich, wenn der eigene Mobilfunkvertrag ausläuft. Vor Ablauf des laufenden Handyvertrags wären 1 Prozent der Befragten zu einem Wechsel bereit.

Besonders hoch ist die Wechselbereitschaft von Schülern, von denen 35 Prozent zu einem anderen Netzbetreiber gehen würden. Offen blieb aber hierbei, ob die befragten Schüler einen 2-Jahres-Vertrag mit einem Mobilfunknetzbetreiber abgeschlossen haben. Gerade Schüler und Jugendliche verwenden meist Prepaid-Angebote, bei denen keine Vertragsbindung besteht. Stellt sich zudem die Frage, wo Schüler die Summe von 500,- US-Dollar für das iPhone auftreiben.

Im Internet haben über 43.000 Anwender beim Apple-Händler Gravis Interesse am iPhone bekundet. Dabei wurde auch nachgefragt, ob für den Kauf eines iPhones der Mobilfunknetzbetreiber gewechselt würde. Dies bejahten 57 Prozent der Befragten. 68 Prozent der Befragten haben bereits einen iPod gekauft und 44 Prozent besitzen einen Apple-Computer.

Zum Vergleich: In den USA würden sich nach jüngsten(öffnet im neuen Fenster) Umfragen(öffnet im neuen Fenster) zwischen 2 und 9 Prozent der Befragten auf jeden Fall ein iPhone zulegen. Grundsätzliches Interesse besteht bei 13 bis 17 Prozent der US-Amerikaner und 60 Prozent der Befragten kennen das Apple-Handy.

Nach Ansicht der Unternehmensberater von Marketing Partners trifft Apple mit dem iPhone den Geschmack und die Bedürfnisse der Kunden. "Eine Strategie der Wettbewerber, die im Kern auf ein multimediales Wettrüsten abzielt, könnte sich folglich als unwirksam erweisen. Es sollte also nicht in erster Linie darum gehen, anstelle einer 2-Megapixel-Kamera eine mit 3, 4 oder 5 Megapixeln anzubieten. Genauso wenig wäre es ratsam, dem iPhone mit einer Strategie begegnen zu wollen, alles technisch Mögliche in ein Gerät zu packen", meint Nikolaus Bremerich, Partner bei der Unternehmensberatung Marketing Partner.

Nachdem in den USA kürzlich die Tarife für das iPhone bekannt wurden, erschienen auch erste Testberichte zu dem Apple-Handy in US-Medien. Die Erkenntnisse aus den Tests hat Golem.de in einem Artikel zusammengefasst.


Relevante Themen