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Petition: Keinen ISO-Standard für Microsofts Office-Format

FFII: "Zweiter ISO-Standard für Office-Dateien stiftet nur Verwirrung". Der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) hat eine Online-Petition an die ISO gestartet, in der sich Nutzer dagegen aussprechen können, dass Microsofts Office-Format Open XML als ISO-Standard akzeptiert wird. Das konkurrierende OpenDocument Format (ODF) ist bereits seit Mai 2006 ein ISO-Standard.
/ Ingo Pakalski
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Die Petition sieht keine Notwendigkeit darin, neben dem OpenDocument Format (ODF) ein weiteres Office-Format zu standardisieren und meint, dass die Standardisierung einzig und allein vorgeschlagen wurde, um Microsofts Interessen zu erfüllen. Ein zweiter ISO-Standard würde nur unnötige Kosten auf Seiten der Industrie, der Regierungen und der Nutzer nach sich ziehen. Außerdem stifte ein zweiter ISO-Standard nur unnötige Verwirrung.

Erst in der vergangenen Woche hat Microsoft einen offenen Brief veröffentlicht, in dem die Notwendigkeit der ISO-Standardisierung für Open XML bekräftigt wurde. Als zentrales Argument tat Microsoft so, als ob es sich bei ODF und Open XML um komplett unterschiedliche Dinge für vollkommen andere Einsatzzwecke handele, obwohl die Einsatzgebiete der beiden Formate vollkommen deckungsgleich sind.

Die Petition unter www.noooxml.org(öffnet im neuen Fenster) listet weitere Gründe auf, warum Microsofts Open-XML-Format auf keinen Fall als ISO-Standard verabschiedet werden dürfe: Derzeit gebe es demnach keine überprüfbare Implementierung von Open XML, da das in Office 2007 verwendete Dateiformat nicht den Open-XML-Spezifikationen entspreche.

Zudem seien mehr als 10 Prozent der Beispiele im Open-XML-Format kein gültiges XML und niemand könne garantieren, dass ein Anbieter von Software mit einer vollständigen Open-XML-Spezifikation nicht später von Microsoft wegen Patentverletzung verklagt und im Zuge dessen zu einer Lizenzzahlung verpflichtet werde. Außerdem könne es Konflikte mit anderen ISO-Standards geben, die in Open XML genutzt werden.

Im Open-XML-Format für Tabellenkalkulationen gebe es darüber hinaus einen schweren Fehler, der verhindere, dass Daten eingegeben werden können, die vor dem Jahr 1900 liegen. Dieser Fehler betreffe nicht nur die Open-XML-Spezifikation, sondern auch die Versionen 2000, XP, 2003 sowie 2007 von Microsofts Tabellenkalkulation Excel. Schließlich würden viele wichtige Informationen in den zur Standardisierung eingereichten Open-XML-Spezifikation einfach fehlen.

In der Online-Petition unter www.noooxml.org(öffnet im neuen Fenster) können Personen dafür stimmen, dass das Open-XML-Format nicht zum ISO-Standard wird. Außer dem Namen muss dazu das Land, der Wohnort und die E-Mail-Adresse angegeben werden. Hier ist es aber auch möglich, Kommentare zu dem Themengebiet zu hinterlassen. Bis zum Erscheinen dieser Meldung hatten bereits knapp 8.500 Personen die Petition unterzeichnet.

Im November 2005 verkündete Microsoft, das Open-XML-Format zum ISO-Standard machen zu wollen. Nachdem das OpenDocument Format (ODF) im Mai 2006 als ISO-Standard akzeptiert wurde, haben Marktforscher Microsoft nur geringe Chancen ausgesprochen, dass auch das Open-XML-Format als ISO-Standard verabschiedet wird. Denn "die ISO wird nicht mehrere XML-Dokumentenformate absegnen", hieß es damals von Gartner.


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