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Eve-Online-Add-On: Mehr Hitze, Geschwindigkeit und Teamwork

Revelations-II-Erweiterung ermöglicht Hoheitsrechte über Sternkonstellationen. Das Online-Rollenspiel Eve Online wird mit einer weiteren Erweiterung versorgt. Revelations II bringt die Früchte der "Need for Speed"-Initiative und lässt die Kriegsführung – dank neuer Frontlinien – interessanter werden. Zudem soll auch das Spiel "außerhalb" des Spiels durch neue Werkzeuge interessanter werden und endlich lohnt es sich, gemeinsam Missionen zu bestreiten. Außerdem hatte Golem.de die Gelegenheit, mit CCP ein wenig über die Hintergründe des Spiels, die Firma und die weiteren Planungen zu sprechen.
/ Andreas Sebayang
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Seit 4:00 Uhr in der Früh ist der Cluster von Eve Online nicht mehr zugänglich. Der Grund: Abonnenten des Weltraum-Online-Rollenspiels werden mit dem zweiten von insgesamt drei Revelations-Erweiterungen beglückt. Etwas ungewöhnlich ist dabei, dass CCP Games dieses Mal sogar eine Woche zu früh fertig geworden ist. Inhaltlich erwartet die Spieler ein wahrer Brocken an Neuerungen, die sich in erster Linie auf schwer darstellbare Geschwindigkeitsverbesserungen beim Umgang mit großen Flotten konzentrieren. Es gibt zudem auch neue Inhalte für Einsteiger des Spiels.

Da Eve Online auch vier Jahre nach dem Start noch neue Spieler anzieht, hat CCP erneut die Spieleinführung umgekrempelt. So soll das ursprünglich sehr zeitaufwendige Tutorial jetzt auf 25 Prozent des ursprünglichen Inhalts zusammengeschrumpft sein. Außerdem starten die Spieler nun direkt im Weltraum und können eigens geschützte Dungeons nutzen, um erste Flugerfahrungen zu sammeln.

Zahlreiche Änderungen gibt es im PvE-Spiel, also dem (gemeinsamen) Spiel gegen Computergegner. Missionen im Auftrag von Nicht-Spieler-Firmen können nun gemeinsam geflogen werden und die Belohnungen werden zwischen den Spielern geteilt. Missionen für die neuen Level-5-Agenten bringen nun auch Großkampfschiffe ins Spiel, sowohl auf der eigenen Seite als auch beim computergesteuerten Gegner, so dass sich die Spieler zusammenschließen müssen, um die Missionen zu bestehen, die zudem ausschließlich in unsicheren und möglicherweise von Spielerpiraten kontrollierten Gebieten angeboten werden.

Änderungen gibt es auch bei den Belohnungen: Die Loyalitätspunkte werden für das neue System je Arbeitgeberfirma zusammengerechnet und können entsprechend zum Einkaufen besonderer Gegenstände benutzt werden. Die Zeiten über das ganze Universum verteilter Punkte sind damit vorbei.

Wie auch schon bei Revelations I will CCP mehr Wert auf dynamische Inhalte legen. Die bisher statischen Komplexe der Stufen 3 bis 10, die Gegenstücke zu größeren Dungeons in anderen Online-Rollenspielen, werden alle entfernt. Stattdessen müssen diese und andere neue Komplexe nun aktiv gesucht werden. Somit ist es nicht mehr möglich, jeden Tag einen bestimmten Komplex auszunutzen, wie es große Allianzen und auch Gold-Farmer bis zuletzt getan haben und für die die Kontrolle dieser Komplexe äußerst wichtig war.

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Ein neues Hitzesystem erlaubt es Piloten im Weltraum gezielt einzelne Schiffssysteme in anscheinend ausweglosen Situationen zu überladen. Wer lieber mit einem "Knall" untergehen möchte, der kann aus den Waffensystemen noch das Letzte herausholen. Der Pilot riskiert jedoch, dass die Systeme dabei kaputtgehen und kann diese erst in einer Raumstation wieder reparieren. Ähnliches gilt für Fluchtmanöver, für die sich die Antriebssysteme überladen lassen, um dem überlegenen Gegner zu entkommen.

Weitere Neuerungen sind unter anderem die Verwaltung von Spielerfirmen, die mit einigen neuen Exportfunktionen in das XML-Format bedacht wurde, Detailänderungen bei der Speicherung von Daten und Anpassungen an Windows Vista. Mit Revelations II werden auch zahlreiche Fehler und einige Exploits im Spiel behoben.

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Die anderen Änderungen und Neuerungen im Spiel betreffen vor allem die alten Hasen, die auch Erfahrungen in den von Spielern kontrollierten Territorien haben und werden so direkten Einfluss auf die Kriegsvorbereitung und -durchführung zwischen Spielerallianzen und -firmen haben.

Gegen den so genannten "Blob", also eine konzentrierte Ansammlung von vielen Schiffen einer Flotte auf kleinstem Raum, hilft der überarbeitete Stealth Bomber, der eine neue Rolle einnimmt. Der Pilot eines Stealth Bombers kann sich getarnt in die Nähe des Flottenverbandes bewegen und anschließend eine Bombe absetzen, die eine recht große Fläche abdecken kann. Neben Bomben, die Schaden zufügen, existieren noch Bomben, die die Energiesysteme beeinträchtigen und die Zielauffassung stören.

Ein besonderes Augenmerk hat CCP auf die Player Owned Structures (POS) gelegt. Diese vergleichsweise kleinen Sternenbasen, die in der Nähe von Monden stationiert werden, haben jetzt eine strategischere Rolle und sollen dank neuer Funktionen zu einem Zuhause für Spieler werden, bei dem es lohnt, auch einmal zu verweilen.

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Eine bedeutende Rolle nehmen verschiedene Änderungen an Modulen der Sternenbasis ein. So werden unter anderem die Waffensysteme nun außerhalb des schützenden Schildes der Basis positioniert und können zudem vom Spieler selbst gesteuert werden. Bisher wurden die Waffensysteme ausschließlich automatisch gesteuert. Im Automatikmodus schalten die Systeme jedoch zwischen den Angreifern hin und her, so dass eine geeignet zusammengestellte Flotte praktisch nichts zu befürchten hatte. Die vom Spieler selbst gesteuerten Systemen können konzentrierter genutzt werden, so dass wohl auch Opfer bei Großkampfschiffen zu erwarten sind.

Da diese als Subsysteme nun auch einzeln angreifbar sind, werden extern gelagerte Module mit mehr Panzerung ausgestattet. Für den Angreifer ergibt sich so die Möglichkeit, gezielt einzelne Module nach und nach auszuschalten und so den großen Angriff auf die eigentliche Sternenbasis vorzubereiten.

Zu den ausschaltbaren externen Modulen gehören auch Sprungtore zwischen verschiedenen Sternenbasen, die eine schnelle Verbindung auch für Flotten mit kleineren Schiffen erzeugen, Scansysteme und die neuen Cynosaural Generators bzw. Jammers. Letztere verhindern, dass gegnerische Großkampfschiffe in das System springen können, während Erstere eigenen Großkampfschiffen ein Sprungziel anbieten.

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Die etwas größeren Außenposten, die von Spielern dauerhaft in einem System platziert und auch von Gegnern übernommen werden können, bekommen auch zahlreiche Erweiterungen spendiert, die sich ebenfalls gezielt durch spezialisierte Flotten ausschalten lassen.

Mit den Aufrüstungen kommen auch Änderungen in das Hoheitssystem ins Spiel. Einige dieser Aufrüstungen lassen sich nur installieren, wenn die Allianz entsprechende Hoheitsrechte im Sonnensystem oder gar in der gesamten Sternenkonstellation hat. Die neuen Hoheitsrechte sind in vier Stufen aufgeteilt und abhängig davon, wie lange eine Allianz bereits ein entsprechendes System beherrscht. Um eine ganze Konstellation unter die eigene Kontrolle zu bringen, braucht es dann schon fast zwei oder auch mehr Monate. Dafür sind dann Sternenbasen und Außenposten im Hauptsystem der Konstellation unverwundbar. Der Gegner muss also erst die umgebene Infrastruktur benachbarter Systeme vernichten.

Die sehr umfangreich ausgefallenen Patchnotes(öffnet im neuen Fenster) gibt es leider nur nach einer Anmeldung bei Eve Online zu sehen. Der Eve-Online-Cluster sollte am morgigen 20. Juni 2007 ab 4 Uhr wieder erreichbar sein, dann dürfte die Erweiterung über das automatische Update verfügbar sein. Einige wenige Funktionen, wie etwa der Export der eigenen Geldbörse in das XML-Format, sollen erst zwei Tage später funktionieren.

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Im Gespräch mit Golem.de plauderte Elisabet "Beta" Gretarsdottir (Marketing Director CCP Games) noch etwas aus dem Nähkästchen, was die Erweiterung, das Spiel und die nähere Umgebung des Spiels angeht. Damit meint CCP auch "Propaganda Warfare", also die Kriegsführung außerhalb des Spiels zur Stärkung der eigenen Moral und Senkung der Moral des Gegenübers.

CCP selbst versucht sich aus derartigen Konflikten rauszuhalten und sieht sich eigentlich eher als "Hausmeister" des Universums, wurde jedoch in der Vergangenheit mit in Konflikte hineingezogen. Auch wenn einzelne Fälle zu weit gehen, glaubt man bei CCP nicht, dass "Propaganda Warfare" bereits am Limit ist.

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Ein gewisser Reifegrad der Spieler – der Altersdurchschnitt liegt bei 27 Jahren – trägt dazu bei, denn zum Spiel gehören auch einige "Soft-Skills", wenn etwa eine Allianz mit mehreren tausend Spielern zu leiten ist oder schwierige diplomatische Gespräche zu führen sind. Die neuen Exportfunktionen mit Revelations II sollten ebenfalls ihren Anteil am Spiel außerhalb der Spielmechanik haben.

Der als Konsequenz auf die Vorfälle anstehende Aufbau von demokratischen Wahlen geht ebenfalls voran. Laut CCP ist es nur konsequent, dass Island als eines der ersten demokratischen Länder auch die erste Demokratie in einem Spiel ermöglicht. Das "Council of Interstellar Management", welches aus gewählten Spielern besteht, ist eigentlich eine alte Idee und bestand schon vorher, wird jedoch zur Steigerung der Transparenz "neu erfunden". CCP gibt damit dem Druck der Community nach, die mehr Möglichkeiten für die Gesellschaft in Eve Online fordern.

Für die Zukunft bestehen schon weitere Planungen, die nun etwas konkreter werden. Die auf dem vergangenen Fanfest bekannt gegebene Entwicklung des Clients für MacOS X nähert sich dem Ende. Auch wenn CCP mit einer konkreten Ankündigung noch vorsichtig ist, lässt sich sagen, dass noch vor dem kommenden Fanfest(öffnet im neuen Fenster) der auf Transgamings Cider-Technik basierende Client veröffentlicht werden soll. Besitzer eines Intel-Macs können dann ebenfalls bei Eve Online mitspielen, jedoch definitiv erst, nachdem die ersten Mac-Spiele von Electronic Arts erscheinen.

Die dritte und zugleich letzte Erweiterung in der Revelations-Reihe soll die langerwartete neue Grafik-Engine mit sich bringen, die den recht alten Grafikunterbau auf den aktuellen Stand bringen und insbesondere auf modernen Grafikkarten auch deutlich schneller laufen soll. CCP Games peilt für die letzte Erweiterung grob das Ende des Jahres 2007 an. Erscheinungstermine sind bei CCP Games jedoch mit besonderer Vorsicht zu genießen und Genaueres ist wohl erst zum Fanfest zu erwarten.

CCP selbst ist kräftig am Wachsen, zählt mittlerweile 210 Mitarbeiter und will noch weitere 100 Mitarbeiter einstellen, die hauptsächlich in Atlanta bei CCP White Wolf arbeiten sollen. Ein Hinweis darauf, dass die Arbeiten an dem Online-Rollenspiel World of Darkness vorangehen. Auf die Frage, ob auf dem Fanfest vielleicht schon etwas zu erwarten wäre, antwortete Elisabet Gretarsdottir, dass es sich um ein Eve Fanfest handelt. Mitarbeiter des Studios in Atlanta werden aber sicher in Reykjavik (Island) vor Ort sein.


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