CCC ruft zum Boykott gegen Fingerabdrücke im Pass auf
Ab 1. November 2007 sollen nach dem neuen Passgesetz die Abdrücke zweier Finger im Reisepass gespeichert werden, obwohl Experten hieran Kritik übten(öffnet im neuen Fenster). Fingerabdrücke im Pass bringen laut CCC keine zusätzliche Sicherheit und die Beteiligten wüssten dies auch. Es gehe um eine erkennungsdienstliche Behandlung auf den Meldeämtern: "Wie Kriminelle werden die Bürger gezwungen, ihre Fingerabdrücke beim Staat abzuliefern, ohne dass die Bundesregierung jemals sinnvoll begründet hat, warum diese biometrische Vollerfassung nötig ist", kommentierte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn das neue Gesetz.
Der Hacker-Verein sieht das Vorgehen eher als Überwachungsmaßnahme, der Staat habe ein immer stärker werdendes Interesse, alle Daten seiner Bürger zu erfassen. Aber auch in der Praxis bringe das neue Vorgehen Probleme für Reisende mit. So hätten Untersuchungen gezeigt, dass 3 bis 5 Prozent der Bevölkerung keine ausgeprägten Fingerabdrücke haben – besonders bei älteren Menschen trifft dies auf. Beim Einreiseversuch in Länder, die nicht das Schengener Abkommen(öffnet im neuen Fenster) unterzeichnet haben, könne dies von besonderer Behandlung bis zu einer Einreiseverweigerung und Rückweisung führen. Dasselbe würde bei defektem RFID-Chip im Pass geschehen.
"Mit dem sofortigen, schrankenlosen Online-Abruf der Passbilder schon bei Ordnungswidrigkeiten wird eine neue Dimension des staatlichen Biometrieterrors gegen die Bürger erreicht. Kombiniert mit Verfahren zur automatischen Gesichtserkennung sind der permanenten Alltagsüberwachung nun keine Grenzen mehr gesetzt", sagte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn.
Der CCC fordert daher zum Boykott auf: Bürger sollen die Abgabe ihrer Fingerabdrücke ganz einfach verweigern. Nur so könne die Totalüberwachung verhindert werden. Wie bei Weigerung dann aber ein neuer Reisepass beantragt werden kann, verrät der CCC leider nicht.
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