Wegen AMD-Verspätung: Grafikkarten-Markt bricht ein
Bereits seit über zehn Jahren betrachtet Jon Peddie (JPR(öffnet im neuen Fenster)) den Markt für Grafikprodukte. Seine jetzt veröffentlichten Zahlen beziehen sich nur auf Grafikkarten, nicht auf die integrierten Lösungen, wie sie vor allem bei Notebooks, aber auch günstigen Office-PCs angeboten werden.
Im ersten Quartal 2007 sind laut JPR weltweit 20,6 Millionen Grafikkarten verkauft worden, was 2,2 Prozent weniger als im vorherigen Quartal und 7,4 Prozent weniger als im ersten Quartal 2006 sind. Die damit erzielten Umsätze lagen aber 28,8 Prozent unter dem vierten Quartal 2006 oder ganze 46,1 Prozent unter dem ersten Quartal 2006. Insgesamt soll das Marktvolumen für Grafikkarten im Untersuchungszeitraum bei 3,5 Milliarden US-Dollar gelegen haben.
JPR macht für den Einbruch neben einem gefallenen durchschnittlichen Preis für Grafikkarten auch den vermehrten Einsatz von integrierter Grafik verantwortlich. Zudem habe Nvidia nach der Vorstellung der G80-Generation im Oktober 2006 seine bisherigen Produkte sehr günstig angeboten, um die Lager zu räumen. Durch das Erscheinen der Mobil-GPUs und der G80-Mittelklasse ist dort der Umstieg auf DirectX-10-Prozessoren auch bereits vollzogen. Viele Kunden hätten laut den Marktforschern aber auch auf den mindestens sechs Monate verspäteten R600 von AMD gewartet, von dem zudem erst ein Modell als Grafikkarte verfügbar ist.
Diese Effekte seien jedoch alle nur kurzfristig spürbar, stellt Jon Peddie fest. Zwar könne man als einzig Positives über das erste Quartal 2007 sagen, "dass die Dinge nicht mehr sehr viel schlimmer werden können", aber bereits im zweiten Quartal 2007 soll sich der Markt laut JPR deutlich erholen. Bei seinen Untersuchungen zum vierten Quartal 2006 hatte Jon Peddie noch einen Schub durch Windows Vista erwartet – dieser ist nun offenbar auch ausgeblieben.