Infineon spart Strom mit neuer Transistorarchitektur

Auf der Halbleiter-Konferenz "VLSI Technology Symposium" zeigten die Infineon-Forscher Transistoren mit dreidimensional geformtem Gate-Anschluss und gleichzeitig integriertem Gate-Dielektrikum mit hoher Dielektrizitätskonstante und Metall-Elektrode in hochkomplexen digitalen Schaltkreisen. Hinsichtlich Schaltgeschwindigkeit, Ruhestrom und Effizienz beim Schaltvorgang sollen die Chips so Rekorde aufstellen.
Dabei setzen die Infineon-Forscher auf einen Multi-Gate-Feldeffekt-Transistor, der im Gegensatz zur heute verbreiteten planaren Standardtechnik dreidimensional modelliert ist. So will Infineon den Energiebedarf beim Ein- und Ausschalten von Transistoren auf das absolut Notwendige reduzieren: Der steuernde Kontakt des Transistors umschließt den stromführenden Siliziumkanal nun von mehreren Seiten ("Multi-Gate") und bietet somit eine um den Faktor zwei größere Angriffsfläche, um den Transistor wesentlich effizienter auszuschalten.
"Im Vergleich zu heutigen Schaltungen haben wir um den Faktor 10 kleinere Ruheströme gemessen. Das verdoppelt die Energieeffizienz und Batterielaufzeit mobiler Geräte" , freute sich Prof. Dr. Hermann Eul, Mitglied des Infineon-Vorstands und Leiter des Geschäftsbereichs Communication Solutions über die neuen Ergebnisse. "Diese Ergebnisse bestärken uns darin, dass wir Multi-Gate-Transistoren kombiniert mit unserem Anwendungs-Know-How in Produkte mit größtem Nutzen einbringen können, bei denen niedriger Stromverbrauch und niedrige Kosten im Vordergrund stehen. Die neue Architektur wird beispielsweise dafür sorgen, dass sich Anwender ihre Videos auf portablen Geräten auch zu Ende ansehen können."
Das Herstellungsverfahren wird von Infineon im Rahmen seiner Beteiligung am europäischen Forschungszentrum IMEC (Interuniversity Micro Electronics Center, Leuven, Belgien) weiter erforscht und könnte nach der Strukturgröße von 32 Nanometer als Basistechnik für die Serienfertigung zum Einsatz kommen.



