Neues zu Leopard alias MacOS X 10.5
Jobs demonstrierte einen Geschwindigkeitsvergleich zwischen 32- und 64-Bit-Anwendungen durch das Laden eines riesigen Bildes und die Anwendung zahlreicher Filter. Das Bild war dabei nach Angaben von Jobs 4 GByte groß, wobei die 64-Bit-Anwendung das Rennen deutlich für sich gewann. Die 32-Bit-Software war in 81 Sekunden fertig, die 64-Bit-Version in 28 Sekunden. Laut Apple sei je nach Anwendung ein Geschwindigkeitsvorteil vom 2- bis 3fachen gegenüber 32-Bit-Anwendungen zu verzeichnen, wohl abhängig von den zu verarbeitenden Datenmengen.
Dateien lassen sich mit "Quick Look" ohne das Öffnen der Anwendungen nun vorab betrachten, wobei eine Reihe von Applikationen von Hause aus unterstützt werden, während Entwickler weitere Dateitypen hinzufügen können. Neben Textformaten, Bildern, Videos und PDFs lassen sich so auch Word- und Excel-Dateien vorab betrachten.
Durch das Dock verdeckte Fenster spiegeln nun die Symbole des Docks wieder. Der neue Finder sieht den Anwendungen Mail und iTunes deutlich ähnlicher. Die interne Suche Spotlight greift nun auf Wunsch und je nach Berechtigung auch auf andere Macs und Server im Netz zu. Außerdem wurde die Funktion "Shared files" verbessert, teilte Jobs mit.
Apple will sein .Mac-Angebot zudem auch um eine Funktion erweitern, die den Zugriff auf den heimischen Mac erlaubt, auch wenn dieser nur über eine dynamische IP mit dem Internet verbunden ist. Dabei wird laut Apple der gesamte Datentransfer verschlüsselt. Die bereits zuvor angekündigte Funktion "Core Animation" in Leopard wurde erneut gezeigt: Sie ermöglicht es Entwicklern, Animationen in ihren Programmen mit unterschiedlichen Medientypen kombiniert einzusetzen, beispielsweise Texte, 2- und 3D-Grafiken sowie Videos.
Boot Camp, das ebenfalls zum Lieferumfang von Leopard gehören wird, sieht Apple als Ergänzung zu den Virtualisierungslösungen von Parallels und VMWare, nicht als Konkurrenz. Die Lösung von Apple, die in Leopard eingebunden sein wird, unterstützt XP und Vista. Jobs sprach davon, dass die "tatsächliche Geschwindigkeit" von den beiden Windows-Betriebssystemen damit erreicht werden könne. Ob er sich dabei auf SATA-Treiber bezog, die der Festplatte die "tatsächliche" Geschwindigkeit entlocken, ließ der Apple-CEO allerdings offen.
Für die Widget-Umgebung Dashboard wurden nach Jobs' Angaben bislang 3.000 Anwendungen entwickelt. Für den Webbrowser Safari ist in Leopard eine Anwendung enthalten, mit der aus einer beliebigen Website ein Widget herausgeschnitten werden kann, das dann selbstständig Veränderungen im markierten Bereich anzeigt. So lassen sich beispielsweise Bilder oder Texte abfragen, selbst wenn die Website keine RSS-Feeds zur Verfügung stellt.
Auch iChat wurde überarbeitet: Mit iChat Theatre ist es möglich, alle Dateitypen, die sich mit Quick Look öffnen lassen, via iChat auch auf dem Rechner des Gesprächspartners anzuzeigen. Die neuen Photobooth-Effekte lassen sich live auf die per iChat übertragenen Bilder anwenden, um sie zu verfremden.
MacOSX 1.0.5 "Leopard" soll im Oktober 2007 erscheinen. Die Basis-Version wird 129,- US-Dollar (ebenso in Euro) kosten, genauso wie die Business-, Enterprise- und Ultimate-Version, wie Jobs scherzhaft auf Anspielung des Vista-Preismodells meinte.
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