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Spieletest: Halo 2 - Vista-Shooter von gestern

Umsetzung des Xbox-Klassikers enttäuscht. Schon als Microsoft Anfang 2006 ankündigte, die PC-Umsetzung des erfolgreichen Xbox-Shooters Halo 2 ausschließlich für Windows Vista zu veröffentlichen, sorgte das für viel Unmut unter PC-Spielern. Der jetzt endlich fertig gestellte Titel lässt einem die Veröffentlichungspolitik von Microsoft allerdings noch unverständlicher erscheinen – denn Halo 2 ist vieles, aber mit Sicherheit kein guter Grund, auf ein neues Windows umzusteigen.
/ Thorsten Wiesner
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Gut drei Jahre liegt die Veröffentlichung für Halo 2 auf der Xbox mittlerweile zurück, beim Portieren auf den PC hat sich allerdings wenig getan – inhaltlich wird einem mehr oder weniger komplett dasselbe Spiel geboten. Wer das erste Halo nicht gespielt hat, könnte somit durchaus Probleme haben, der Story zu folgen – die ist nämlich nicht unbedingt immer voll und ganz transparent.

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Ausgangspunkt ist die Zerstörung der Ringwelt Halo, die gleich zu Beginn des Spiels von der siegreichen Menschheit gebührend gefeiert wird. Dem Master Chief – dessen Steuerung der Spieler natürlich auch in Teil 2 wieder übernimmt – wird auf einer Raumstation infolgedessen ein frenetischer Empfang bereitet. Die Freude währt allerdings nur kurz, denn urplötzlich tauchen die bekannten feindlichen Raumgleiter der Allianz auf und der altbekannte Konflikt bricht von Neuem los. Zunächst gilt es, die Raumstation zu verteidigen und eine riesige Bombe, die die Allianz dort installiert hat, unschädlich zu machen. Kurze Zeit später geht der Konflikt allerdings auf der Erde weiter und man findet sich überraschenderweise in einem Stadt-Szenario wieder.

Ein großer Vorzug von Halo 2 auf der Xbox waren eben diese vielen abwechslungsreichen Spielmomente und die Variation im Gameplay: Auch wenn sich einige Raumstationsabschnitte und Außenareale öfter mal zu wiederholen scheinen, sorgen die unterschiedlichen Alien-Rassen, die zahlreichen steuerbaren Fahrzeuge wie Jeeps und Raumgleiter oder die Waffenvielfalt – wobei der Master Chief immer zwei Waffen gleichzeitig mit sich herumtragen und benutzen kann – für viel Spielspaß. Mehr Informationen dazu können unserem Test der Xbox-Version entnommen werden.

Enttäuschend ist allerdings, wie lieblos das Ganze auf den PC portiert wurde. Die teils hakelige Steuerung lässt man sich eventuell noch gefallen, auch wenn gerade die Bedienung der Fahrzeuge sehr zu wünschen übrig lässt. Wirklich enttäuschend ist allerdings die Technik ausgefallen: Von Directx10-Effekten, die eventuell eine Beschränkung auf Vista verständlich gemacht hätten, ist nichts zu sehen, stattdessen sieht der Titel trotz höherer Auflösung und ein paar verschönerten Texturen kaum besser aus als auf der alten Microsoft-Konsole; mit aktuellen Top-Shootern kann sich das Spiel also nicht mal ansatzweise messen.

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So bleibt als einzige Neuerung die umfangreiche Online-Komponente inklusive Nutzung des Microsoft-Live-Service; zahlreiche Karten werden mitgeliefert, per integrierten Editor können weitere erstellt werden. Ob das als Kaufargument reicht, darf allerdings bezweifelt werden – zumal Microsoft Halo 2 für PC zum Vollpreis in die Läden bringt. Angesichts des altbekannten Gameplays und der größtenteils veralteten Technik wäre zumindest eine Veröffentlichung als Midprice-Spiel angebracht gewesen.

Halo 2 für PC ist bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 50,- Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wie erwähnt, wird Windows Vista zwingend als Betriebssystem vorausgesetzt.

Fazit:
Falls Microsoft tatsächlich geplant haben sollte, mit Halo 2 durch die Beschränkung aufs neue Betriebssystem die Verkäufe von Windows Vista anzukurbeln, dürfte das Unterfangen mehr als kläglich scheitern – die PC-Umsetzung des einstigen Vorzeige-Shooters ist alles andere als ein guter Grund für einen Windows-Umstieg. Die inhaltlichen Qualitäten des Spiels sind sicherlich auch nach drei Jahren noch unbestreitbar vorhanden, etwas mehr als ein derart liebloser 1:1-Port hätte es nach drei Jahren Wartezeit dann aber schon sein dürfen – für knapp 50,- Euro gibt es zahlreiche Shooter, die PC-Spielern weitaus mehr zu bieten haben.


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