Ein Gigabit pro Sekunde über Plastikfaser übertragen
Die Polymerfaserkabel sind beispielsweise für Heimnetzwerke interessant. Kleine Wandlerboxen übersetzen das elektrische Signal aus der Kupferleitung in ein optisches Signal. Daran lassen sich die dünnen Kabel aus Kunststoff, die das optische Signal quer durch die Wohnung zum Empfänger transportieren, anschließen. Auf Grund der sehr hohen Übertragungsrate dieser Polymerfaserkabel könnten so beispielsweise HDTV-Signale im Haus übermittelt werden.
Die Forscher von Siemens Corporate Technology haben die Übertragungsgeschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde bislang nur im Labor über eine 100 Meter lange Teststrecke erreicht. Wann die Technik einsatzbereit ist, wurde nicht mitgeteilt.
Um die Geschwindigkeit zu erreichen, wurde ein Algorithmus angewendet, der die Lichtsignale so verändert, dass mehr Informationen in die verfügbare Bandbreite der Polymerfaser passen. Diese Mehrträgermodulation, die man auch bei DSL nutzt, haben die Forscher dabei so angepasst, dass sie auch auf Lichtsignale anwendbar ist.
"Durch die so genannte Quadratur-Amplituden-Modulation mit bis zu 256 Signalzuständen kann die so genannte Bandbreiteneffizienz gemessen in Bit pro Sekunde und Hertz deutlich erhöht werden", erklärte Sebastian Randel, Projektleiter bei Siemens Corporate Technology.
Nicht nur im Eigenheim, sondern auch in der Industrie-Automation sind die robusten und kostengünstigen Leitungen interessant. Randel sieht noch mehr Anwendungsmöglichkeiten für die schnellen Polymerfaser, etwa in der Automobilindustrie, bei der Steuerung von Windkraftanlagen oder in der Medizintechnik. Besonders dort wachsen die Datenmengen rasend schnell, da sich die Auflösung von bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie ständig erhöht.
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