Telekom-Streit: Bund drückt sich vor Verantwortung
"Der Bund drückt sich vor der Verantwortung. Er hat eine soziale Verpflichtung gegenüber den Telekom-Beschäftigten, die er endlich erfüllen muss", sagte Bsirske der Bild. Da der Staat der größte Telekom-Aktionär ist, erwartet Bsirske, dass die Politiker Verantwortung übernehmen. Doch stattdessen würden die Streikenden nur auf Schweigen stoßen: Die Politiker halten sich bislang aus der Diskussion heraus.
Auch die Telekom hat Bsirske scharf angegriffen: Der Konzern würde die streikenden Mitarbeiter massiv unter Druck setzen. Verdi wirft der Telekom vor, in mehreren Fällen Streikenden mit der Kündigung gedroht zu haben. Zudem würden Führungskräfte vermeintliche Noteinsätze anordnen, die tatsächlich jedoch gegen bestehende Notdienstregelungen verstießen. Darüber hinaus versuche die Telekom, Streikbrechereinsätze über Leih- und Zeitarbeitnehmer zu organisieren.
Klein beigeben wollen die Gewerkschaftler noch lange nicht: Notfalls wird sich der Arbeitskampf bis weit in die zweite Jahreshälfte hineinziehen, drohte der Gewerkschaftsboss.
Mit einem bundesweiten Aktionstag am Mittwoch, dem 30. Mai 2007, wollen die Verdi-Mitglieder ihre Solidarität mit den streikenden Telekom-Beschäftigten demonstrieren – denn die Auseinandersetzung ist nicht auf die Telekom beschränkt: Vorstände und Management anderer Unternehmen und Gesellschaften verfolgen den Ausgang dieser Auseinandersetzung interessiert.
Verdis Angst: Sollte sich das Telekom-Management mit seiner "Bulldozer-Politik" durchsetzen, könnten in Zukunft auch andere Großunternehmen auf dieses Vorbild für Gewinnmaximierung auf Kosten der Beschäftigten zurückgreifen.
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