Abo
  • Services:
Anzeige

Innenminister: USK ungeeignet, um Killerspiele einzustufen

Innenministerkonferenz soll Verbot von Killerspielen vorantreiben

Ab Donnerstag dieser Woche tagt die Innenministerkonferenz in Berlin, unter anderem steht das Thema Killerspiele und deren Verbot auf der Tagesordnung. Bereits auf der Vorkonferenz habe es einen fast einmütigen Beschluss gegeben, Killerspiele zu verbieten, sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann der Berliner Zeitung.

Lediglich Nordrhein-Westfalen sei noch skeptisch, was ein Verbot von Killerspielen angehe, so Uwe Schünemann gegenüber der Berliner Zeitung. "Wir sehen eine Notwendigkeit, dass der Artikel 131 Strafgesetzbuch, mit dem Gewaltdarstellungen verboten werden, verschärft wird. Ich denke, wir könnten uns hier auch mit der großen Koalition einigen", wird der Innenminister weiter zitiert.

Anzeige

Dabei gehe es nicht um ein "absolutes Verbot von Computerspielen", dies hält auch Schünemann für "absurd", sondern ein "Herstellungs- und Vertriebsverbot für absolut menschenunwürdige Spiele, bei denen schon in der Spielanleitung steht, dass der Gegner ganz langsam in den Tod getrieben werden soll." Entsprechende Forderungen kamen bereits in der Vergangenheit vor allem aus Niedersachsen und Bayern, die auch einen entsprechenden Gesetzesentwurf in den Bundesrat eingebracht haben.

Dass ein Verbot vermutlich wenig hilft, da die Spiele auch über das Internet verfügbar sind, lässt Schünemann nicht gelten: "So könnte man auch gegen die Bestrafung von Kinderpornografie argumentieren."

Die "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" (USK) hält Niedersachsens Innenminister "in keiner Weise dafür geeignet, Killerspiele altersgerecht einzuordnen. 60 Prozent der Spiele sind völlig falsch eingestuft." Dabei bezieht sich Schünemann vermutlich auf eine umstrittene Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) um Professor Christian Pfeiffer, einst Justizminister in Niedersachsen. Darin wurde eine nicht zufällige Stichprobe von 72 Spielen aus knapp 17.000 von der USK geprüften Spielen untersucht und das KFN kam zu der Einschätzung, dass von den 62 mit USK-Alterskennzeichen versehenen Spielen nur 22 (35,5 Prozent) angemessen eingestuft wurden. Bei 17 (27,4 Prozent) hat das KFN Zweifel an der Alterseinstufung und bei 23 (37,1 Prozent) halten die Forscher die Einschätzung der USK für nicht angemessen.

Allerdings sind sich die Autoren der Studie im Hinblick auf die Konsequenzen aus ihrer Untersuchung uneinig, ganz besonders was das strafrechtliche Verbot von "Killerspielen" angeht: Während Prof. Pfeiffer es für richtig hält, hier eine gesonderte strafrechtliche Verbotsnorm ins Auge zu fassen, sprachen sich die übrigen vier Autoren der Studie - Theresia Höynck, Thomas Mößle, Matthias Kleimann und Florian Rehbein - dagegen aus.

Ungeachtet dessen will Innenminister Schünemann die von Jugendschützern gelobte Selbstkontrolle der Spielehersteller durch eine "Bundesanstalt für Jugendmedienschutz" ablösen. Schünemann schränkt aber ein, dass es "aus verfassungsrechtlichen Gründen" wohl nicht möglich ist, "dass nur staatliche Stellen über eine Indizierung entscheiden". Das würde bedeuten, dass Spiele einer Zensur unterliegen, bevor sie auf den Markt kommen. Daher sei eine Mitarbeit der Unterhaltungssoftware-Industrie notwendig.

Allerdings wird schon heute die gutachterliche Entscheidung der USK nur durch die Unterschrift des ständigen Vertreters der Obersten Landesbehörden zum Verwaltungsakt und jedes einzelne Bundesland behält weiter ein Appelationsrecht gegen jede einzelne Altersfreigabe. Daneben gibt es weiterhin die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), die Spiele indizieren kann, sofern sie von der USK keine Einstufung erhalten.

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) sieht in dem Vorschlag von Bayerns Innenminister Günther Beckstein, der auch von Uwe Schünemann unterstützt wird, einen rechtswidrigen Eingriff in die Grundrechte der Produzenten und einen möglichen Verstoß gegen das Zensurverbot des Grundgesetzes.


eye home zur Startseite
killerspielerki... 29. Nov 2007

redfox2809 02. Jun 2007

Immer dieses dumme gesülze von den Politikern. Ich hol mir meine Spiele eh aus dem...

Dr Psycho 01. Jun 2007

Dieses ständige Blabla dieser aufgeblasenen Wichtigtuer... Ich kann es nicht mehr hören...

Nukular 01. Jun 2007

tja, und wieder ein Opfer der Medien. Die Person die Map gemacht hat, hat dies für ein...

Blork 31. Mai 2007

Man schaue auf deutsche Straßen, z.B. hier in Berlin, wobei dort einige lange nicht mehr...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Continental AG, Lindau am Bodensee
  2. dSPACE GmbH, Paderborn
  3. Georg Westermann Verlag, Druckerei und kartographische Anstalt GmbH & Co. KG, Braunschweig
  4. MEDION AG, Essen


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-82%) 7,99€
  2. (-11%) 39,99€
  3. (-85%) 2,25€

Folgen Sie uns
       


  1. Neuer Standort

    Amazon sucht das zweite Hauptquartier

  2. Matt Booty

    Mr. Minecraft wird neuer Spiele-Chef bei Microsoft

  3. Gerichtsurteil

    Internet- und Fernsehkunden müssen bei Umzug weiterzahlen

  4. Sicherheitsupdate

    Microsoft-Compiler baut Schutz gegen Spectre

  5. Facebook Messenger

    Bug lässt iPhone-Nutzer nur wenige Wörter tippen

  6. Multi-Shot-Kamera

    Hasselblad macht 400-Megapixel-Fotos mit 2,4 GByte Größe

  7. Mitsubishi

    Rückkamera identifiziert Verkehrsteilnehmer

  8. Otherside Entertainment

    Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

  9. Meltdown und Spectre

    "Dann sind wir performancemäßig wieder am Ende der 90er"

  10. Google Play Services

    Update gegen Chromecast-WLAN-Blockade kommt bald



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Vorschau Kinofilme 2018: Lara, Han und Player One
Vorschau Kinofilme 2018
Lara, Han und Player One
  1. Kinofilme 2017 Rückkehr der Replikanten und Triumph der Nasa-Frauen
  2. Star Wars - Die letzten Jedi Viel Luke und zu viel Unfug

EU-Netzpolitik: Mit vollen Hosen in die App-ocalypse
EU-Netzpolitik
Mit vollen Hosen in die App-ocalypse

Preiswertes Grafik-Dock ausprobiert: Ein eGPU-Biest für unter 50 Euro
Preiswertes Grafik-Dock ausprobiert
Ein eGPU-Biest für unter 50 Euro
  1. XG Station Pro Asus' zweite eGPU-Box ist schlicht
  2. Zotac Amp Box (Mini) TB3-Gehäuse eignen sich für eGPUs oder SSDs
  3. Snpr External Graphics Enclosure KFA2s Grafikbox samt Geforce GTX 1060 kostet 500 Euro

  1. Re: Schöne Änderung.

    Hotohori | 18:35

  2. kaufen, kaufen, kaufen

    cicero | 18:35

  3. Re: Ganz krasse Idee!

    Rob0815 | 18:35

  4. K r e a t i v i t ä t P U R

    t3st3rst3st | 18:35

  5. Re: Verstehe ich nicht

    zenker_bln | 18:34


  1. 16:57

  2. 16:48

  3. 16:13

  4. 15:36

  5. 13:15

  6. 13:00

  7. 12:45

  8. 12:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel