Interview: Fedora bleibt freie Software

Golem.de: Sie sprachen schon Patentprobleme an, MP3-Unterstützung und Ähnliches gibt es in Fedora nicht. Arbeitet Fedora daran, dieses Problem zu lösen - Mono etwa wurde ja schon in Fedora 5 aufgenommen? Gibt es Pläne, um Video-Codecs, proprietäre Treiber etc. zu integrieren?

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Spevack: Wir nehmen nichts in Fedora auf, was nicht freie Software ist. Punkt. (lacht) MP3-Patente werden in den nächsten Jahren auslaufen und wenn unsere Anwälte uns sagen, wir können MP3-Unterstützung nun integrieren, werden wir dies tun. Für uns ist wichtiger, dass Nutzer solche Komponenten einfach von Drittanbietern nachinstallieren können. Dies war schon für Fedora 7 geplant, aber wir haben es nicht geschafft, also nehmen wir es uns erneut für Fedora 8 vor.

Aber es gibt eine Grenze, die ich nicht überschreiten möchte. Und das ist eben, etwas zu verbreiten, was nicht freie Software ist. Sicher, es ist Realität, dass Leute Feodra installieren und direkt ihre MP3s abspielen wollen. Wir müssen sie also darüber aufklären, warum MP3s schlecht sind und warum sie besser Ogg-Dateien nutzen. Aber sie sollen natürlich die Wahl haben und dies sollten wir ihnen ermöglichen. Zusammengefasst: Wir sollten es den Anwendern erleichtern, Codecs nachzuinstallieren, wir selbst werden jedoch auch weiterhin nur freie Software verbreiten.

Max Spevack
Max Spevack
Golem.de: Dell verkauft nun Computer mit Ubuntu. Gibt es ähnliche Bemühungen für Fedora?

Spevack: Ich kann darüber nicht konkret sprechen. Aber es gibt natürlich entsprechende Leute bei Red Hat, die sowohl RHEL als auch Fedora vorinstalliert auf Computer bringen wollen. Wenn es ein gutes Angebot für vorinstallierte Fedora-Systeme gibt, werden wir darauf eingehen. Aber es gibt bereits einzelne Händler, die Systeme mit Fedora verkaufen, zumindest in den USA. Natürlich, Dell ist ein großer Name, aber es ist eben nicht so, als könnte man nicht schon jetzt vorinstallierte Fedora-Maschinen bekommen.

Golem.de: Ist Linux mit der Dell-Ubuntu-Zusammenarbeit auf dem Desktop angekommen?

Golem.de: Ich hoffe es. Alles, was mehr Leute zu Linux bringt, ist gut. Wir werden sehen, was passiert und wie viele Systeme sie verkaufen. Insofern hoffe ich auch, dass Dell und Ubuntu ihre Zusammenarbeit transparent gestalten und ihre Zahlen veröffentlichen - auch wie viel sie verdient haben. Bisher wurden noch keine finanziellen Details veröffentlicht und das mag ich nicht, dafür bin ich zu sehr mit Open Source verbunden und mag Transparenz. Wir werden sehen, was in den nächsten sechs Monaten geschieht, aber ich hoffe, es läuft gut.

Golem.de: Zum Schluss noch einen kurzen Ausblick auf Fedora 8?

Spevack: Wir überlegen uns noch, was wir machen. Sicher aber werden die schon erwähnten Online-Dienste integriert, also unter anderem eine bessere Anbindung an unseren Mugshot-Dienst. Hoffentlich werden die ersten dieser Funktionen in unserer Entwicklerversion auftauchen, sobald Fedora 7 fertig ist. Auf unserer Wunschliste stehen zudem noch Sachen, die wir gerne für Fedora 7 gehabt hätten und uns nun für Fedora 8 vornehmen. Fedora 7 beinhaltet viele Änderungen - es wird gut und solide sein. So viel wie sich jedoch in dieser Version geändert hat, hat sich wohl zuvor noch nie getan. Fedora 8 sollte uns daher ermöglichen, weitere neue Funktionen zu integrieren, die dann auch ersichtlich sind, wie der Online-Desktop. Andererseits wird es wohl nicht so viele Neuerungen geben, sondern wir konzentrieren uns darauf, die mit Fedora 7 geschaffenen Grundlagen zu stabilisieren.

Am Donnerstag, dem 31. Mai 2007, hält Max Spevack auf dem LinuxTag 2007 in Berlin einen Vortrag über Fedora 7.

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anyGnom 31. Mai 2007

Fedora ist der Nachfolger des frueheren Red Hat Linux. Red Hat unterstuetzt Fedora...

Eddi the Eagle 30. Mai 2007

Danke. Aber mir hat immer noch keiner gesagt, weshalb Fedora 7 so gut sein soll. Ich...

IT... 30. Mai 2007

Warum sollte jemand sich den Datenmüll auf noch auf die Platte schaufeln? Da geht doch...



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