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Estnischer Regierungschef: An uns wird Cyber-Krieg getestet

Angriffe direkt aus dem Kreml? Der estnische Ministerpräsident Andrus Ansip sieht sein Land russischen Angriffen ausgesetzt - nicht in Form militärischer Gewalt, sondern durch elektronische Attacken. "In Estland wurde das Modell eines neuen Cyber-Krieges getestet" , sagte Ansip dem Tagesspiegel.
/ Andreas Donath
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Der Regierungschef des kleinen baltischen Landes(öffnet im neuen Fenster) bemerkte dazu, dass damit zum ersten Mal ein unabhängiger Staat solchen Internetangriffen ausgesetzt sei. Die wochenlang anhaltende "Blockade" von Webseiten von Regierungsbehörden verglich er mit Blockaden von Häfen oder Flughäfen.

Ansip wendet sich an die internationale Staatengemeinschaft, um auf diese neue Form der Bedrohung gemeinsam eine Antwort zu finden: "Wir müssen uns bemühen, solche Angriffe in Zukunft zu verhindern. Das ist ein Problem, das alle Staaten angeht."

Der estnische Regierungschef erneuerte gegenüber der Zeitung seine Vorwürfe, dass ein Teil der Internetangriffe von Computern der russischen Regierung ausging. Eine Beteiligung Russlands sei "absolut keine Frage" , sagte Ansip. Einige Angriffe seien von IP-Adressen des Kremls gekommen und es sei unwahrscheinlich, dass jemand von außerhalb diese Adressen für derartige Angriffe benutzt habe.

Zugleich sprach sich der Ministerpräsident dafür aus, den Dialog mit Russland fortzusetzen. "Wir sind bereit für eine Partnerschaft" , sagte er. Auch eine strategische Partnerschaft zwischen der EU und Russland sei nach wie vor möglich.


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