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Lina: Details zur Funktionsweise

Binarys müssen für Virtual Machine erstellt werden. Mit Lina sollen sich Linux-Anwendungen unter Windows und MacOS X nutzen lassen und dort das native Aussehen der Oberfläche annehmen. Außer dieser Ankündigung blieb Weiteres zur Funktionsweise bisher jedoch im Dunkeln. Nun sind weitere Details bekannt.
/ Julius Stiebert
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Mit Lina sollen laut Ankündigung Linux-Applikationen plattformunabhängig werden. So sollen sie sich auch unter Windows und MacOS X nutzen lassen und sich dort jeweils dem nativen Aussehen anpassen. Auf der Homepage und auch im veröffentlichten Whitepaper fanden sich jedoch keine Details zur näheren Funktionsweise. Offensichtlich nutzt Lina, ähnlich wie Java, eine virtuelle Maschine (VM) als Unterbau, schreibt nun LinuxDevices.com(öffnet im neuen Fenster) .

Diese muss auf dem Zielsystem installiert sein und Entwickler müssen ihre Programme für die Lina-VM kompilieren. Möglich soll dies mit C- und C++-Programmen sein, sofern passende Interpreter installiert sind, auch mit Perl und Python. Laut Lina-CTO Nile Geisinger soll das Kompilieren der Programme für Lina einfach sein und sich nicht vom Erstellen gewöhnlicher Linux-Binarys unterscheiden.

Die VM soll den x86-Prozessor der Host-Maschine virtualisieren, worauf dann ein modifizierter Linux-Kernel 2.6.19 läuft. Zudem gibt es ein Dateisystem mit Linux-Bibliotheken, die so geändert wurden, dass sie beispielsweise Systemaufrufe abfangen und weiterleiten. Derzeit soll die Lina-VM einen 15 MByte großen Download umfassen und nach der Installation 40 MByte auf der Festplatte belegen.

Auch wenn bereits seit vier Jahren an Lina gearbeitet wird, fehlen derzeit noch einige Funktionen. Momentan nutzt Lina Trolltechs Qt-Bibliothek, Unterstützung für die GTK+-Bibliotheken fehlt hingegen noch. USB-Geräte lassen sich aus den Linux-Anwendungen heraus noch nicht nutzen und unter Umständen ist auch der Zugriff auf andere Hardware noch nicht möglich. Zwar würden Programme mit grafischer Benutzerschnittstelle die höchste Priorität genießen, für den Anfang sei jedoch wichtig, Kommandozeilen- und Webanwendungen lauffähig zu machen, so Geisinger.

Das Ziel ist unverändert: Die Lina-Entwickler hoffen, dass Unternehmen ihre Anwendungen künftig zuerst unter Linux entwickeln und sie dann mittels Lina Nutzern anderer Betriebssysteme zur Verfügung stellen. Die Software soll laut LinuxDevices.com in der dritten oder vierten Juniwoche veröffentlicht werden, zudem soll dann auch eine Entwicklerseite unter OpenLina.org starten.


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