Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Linux-Treiber-Initiative ein Erfolg

Firmen lassen Treiber von Kernel-Programmierern schreiben. Das Angebot der Linux-Kernel-Entwickler, kostenlos für Firmen Gerätetreiber zu entwickeln, funktioniert. Bisher seien 12 Firmen auf das Angebot eingegangen, so einer der Entwickler. Vor allem für Nischenprodukte würden derzeit Treiber im Auftrag programmiert.
/ Julius Stiebert
28 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

Greg Kroah-Hartman machte das Angebot Anfang 2007 auf der Linux-Kernel-Mailingliste. Würden Firmen den Entwicklern ihre Hardware-Spezifikationen zur Verfügung stellen, würden sie im Gegenzug kostenlos Linux-Treiber entwickeln. Da Hardware-Hersteller ihre Dokumentationen jedoch gerne wie ihren Augapfel hüten, wurde zusammen mit der Linux Foundation ein Programm organisiert, womit die Entwicklung im Rahmen einer Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) stattfinden kann.

Letztlich sei die Ankündigung ein "Marketing Hype" gewesen, sagte Kroah-Hartman nun gegenüber der australischen Linux World(öffnet im neuen Fenster), doch man sei mit Firmen zusammengekommen. Bisher seien zwölf Firmen auf das Angebot eingegangen, die in der Regel eher Treiber für Nischenprodukte haben wollten, etwa Serial-over-TCP-Controller für Teleskope und professionelle Videoprodukte. Nur ein Hersteller wollte Unterstützung für all seine Produkte. Namen nannte der Novell-Mitarbeiter nicht.

Etwa 80 Leute seien mittlerweile an dem Projekt beteiligt, das unter linuxdriverproject.org(öffnet im neuen Fenster) nun eine Homepage hat. Diese seien nicht alle nur Entwickler, sondern beispielsweise auch Projekt-Manager, die dem Projekt auf andere Weise helfen wollten.

Ein Treiber ist laut Kroah-Hartman bereits in den Kernel gelangt. Der Code wird unter der GPL veröffentlicht, die Entwickler arbeiten aber unter einem NDA, so dass nur sie an die Dokumentation der Hardware kommen. Mit diesem Vorgehen haben die OpenBSD-Entwickler ein Problem und sind überzeugt, dass dies freier Software ganz allgemein schaden würde. Kroah-Hartman sieht dies differenzierter: Ohnehin würden die meisten Linux-Treiber unter NDA geschrieben, da sie von Mitarbeitern der jeweiligen Hersteller stammen würden, deren Verträge eine entsprechende Klausel enthielte. Der GPL-Quelltext kann allerdings ebenfalls als Dokumentation dienen – nach Kroah-Hartmans Ansicht sind die Treiber in der Regel besser geschrieben, als die Spezifikationen.


Relevante Themen