Studie: GPLv3 soll sich nicht um Softwarepatente kümmern

Microsoft bezahlt Umfrage unter Open-Source-Entwicklern

Welche Regelungen wollen Open-Source-Entwickler in einer Software-Lizenz? Dieser Frage geht eine Studie nach, die sich in erster Linie mit der GPLv3 beschäftigt. Um Softwarepatente soll sich eine Lizenz demnach nicht kümmern, heißt es. Geschrieben wurde die Arbeit von einem Professor der Harvard Business School - der dafür von Microsoft bezahlt wurde.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Vorgelegt wurde die Studie "A Developers Bill of Rights: What Open Source Developers Want in a Software License" (PDF) von Alan MacCormack, Professor der Harvard Business School und Mitarbeiter bei Keystone Strategy. Bezahlt wurde die Studie von Microsoft - die kritische Haltung speziell gegenüber dem Entwurf der dritten Version der GNU General Public License (GPL) ist daher also auch kaum verwunderlich.

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Viele der befragten Entwickler hätten sowohl an freier als auch an proprietärer Software gearbeitet und würden die Interaktion zwischen beiden Bereichen begrüßen, heißt es unter anderem in der Studie. Speziell zur GPLv3 heißt es darin, einige Befragte würden die Lizenz als Einschränkung ihrer Freiheiten und Flexibilität empfinden. Die für die Lizenz verantwortliche Free Software Foundation (FSF) würde den Entwicklern einen Glauben aufdrücken und damit die Interoperabilität zwischen Open- und Closed-Source-Software hemmen.

Ferner seien die Befragten der Meinung, die GPLv3 solle sich nicht um Softwarepatente und digitale Rechteverwaltung (DRM) kümmern. Auch sei die Lizenz nicht der Platz, um Verträge wie den zwischen Microsoft und Novell zu verhindern. "Restriktive Lizenzen sind nicht gut für die Community", wird ein nicht namentlich genannter Entwickler zitiert. Und: Die Entwickler hätten beklagt, dass bei der Lizenzentwicklung politische Ansichten wichtiger gewesen seien als die Freiheiten der Programmierer und Anwender. Die GPLv3 würde dazu dienen, die Vorstellungen der FSF weiter zu verbreiten. Entwickler würden eine flexible Lizenz fordern, um das Open-Source-Modell nutzen zu können. Interesse an politischen Überzeugungen und speziellen Vorgaben, wie ihr Code genutzt werden darf, wollen sie laut Studie nicht in einer Software-Lizenz sehen. Nach der Studie würde jedoch die GPLv3 speziell ihre Freiheiten einschränken und nur die der Nutzer achten.

Dabei stellt sich jedoch nicht nur die Frage, wie ernst eine von Microsoft bezahlte Studie genommen werden kann, die die GPLv3 kritisiert. Vielmehr ist auch ein Blick auf die Methodik interessant: Von 354 Interview-Anfragen per E-Mail erreichten 332 ihr Ziel, doch nur 34 wurden beantwortet. Eine Antwortrate von 11 Prozent sei jedoch mehr als ausreichend, steht in der Studie. Die Interviews wurden dann letztlich telefonisch durchgeführt. Darunter waren Entwickler des Linux-Kernels, von MySQL, PHP, PostgreSQL, JBoss, Eclipse und anderen. Diese werden jedoch nicht näher eingeordnet; welche Rolle sie innerhalb der Projekte spielen, bleibt also unklar. Auch ist weiterhin zu bedenken, dass von 15 beteiligten Projekten nur fünf selbst die GPL verwenden.

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Der aktuelle dritte Entwurf der Open-Source-Lizenz enthält Regelungen zu DRM, Softwarepatenten sowie eine Anti-Novell-Klausel. Die endgültige Fassung der Lizenz wird voraussichtlich noch 2007 fertig.

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Nameless 27. Mai 2007

Hat Microsoft ein eigenes Propagandaministerium? Jemand bei Microsoft muss sich doch den...

:-( 23. Mai 2007

Toll, heißt wohl nur Menschen aus den USA wurden befragt, andere Kulturen werden...

Harald Milz 23. Mai 2007

"Die Entwickler hätten beklagt, dass bei der Lizenzentwicklung politische Ansichten...

hmpf 23. Mai 2007

Darüber hinaus ist Linux "nur" der Kernel. Diverse zusätzliche kleine Programme drum...



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