Sun würde Ubuntu und Red Hat schützen
Bekannt für ausführliche Blog-Einträge hat Suns CEO Jonathan Schwartz einen längeren Text zum Thema Patente(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Darin stellt er die Veränderung der Medienlandschaft durch Online-Medien und nutzergenerierte Inhalte der Veränderung der Software-Industrie durch Open Source gegenüber. Die Software-Industrie mache denselben Wandel durch wie die Medienunternehmen.
Noch vor sieben Jahren seien StarOffice und Solaris Produkte gewesen, die von Suns Entwicklern stammten – Anwender hätten höchstens Wünsche äußern, aber nicht selbst den Quelltext anfassen können. Ebenso wie bei Zeitungen, deren Inhalte von bezahlten Redakteuren stammen und dem Leser nur die Möglichkeit eines Briefes an die Journalisten bleibt. Heute hingegen ist es jedem möglich, seine eigenen Inhalte online zu stellen.
Und auch für Sun sei der Community-Aspekt interessanter geworden. Die Folge: StarOffice und Solaris wurden nicht nur kostenlos, sondern auch freie Software – jeder kann sich an diesen Projekten beteiligen. Anlass dafür war, dass Suns größter Konkurrent Open-Source-Software wurde. Es hätte die Möglichkeit bestanden, diese auf Grund von Patentverletzungen zu verklagen, ebenso wie auch traditionelle Medien teilweise die Möglichkeit hätten, Firmen aus dem Bereich der neuen Medien zu verklagen. Hätte Sun aber die Open-Source-Community verklagt, wäre dies gleichbedeutend mit einer Zeitung, die die Schreiber ihrer Leserbriefe verklagt, so Schwartz.
Nach Schwartz' Ansicht besitzt Sun das größte und wertvollste Patentportfolio im Web. Doch wolle man dieses nicht nutzen, um andere zu verklagen. Vielmehr soll es laut Schwartz im Ernstfall sogar genutzt werden, um Red Hat und Ubuntu bzw. Canonical, die Firma hinter Ubuntu, zu verteidigen.
Wenngleich Schwartz nicht direkt auf Microsofts Vorwurf eingeht, Open Source verletzte die Patente der Redmonder – alleine Suns freie Büro-Software OpenOffice.org soll gegen 45 Patente verstoßen – liest sich sein Blog-Eintrag in Teilen wie eine Antwort auf Microsofts Äußerungen. Denn Sun scheint anderen Open-Source-Firmen offenbar beistehen zu wollen, sollte Microsoft sich zu Klagen entschließen. Wenngleich von Microsoft bereits zu hören war, dass Probleme gelöst werden sollen und keine Klagen geplant seien.
Schwartz hatte bereits vor einer Woche aus diesem Anlass eine Warnung ausgesprochen(öffnet im neuen Fenster): Drohende Klagen könnten Kunden dazu bringen, sich nach anderen Lösungen umzuschauen. Man solle Kunden also lieber zuhören, anstatt mit Klagen zu drohen. Auch deshalb hätte Sun sich in der Vergangenheit für Innovation statt Gerichtsprozesse entschieden. Ohnehin könne aber noch so viel Angst den Aufstieg freier Software nicht stoppen, gibt sich Schwartz überzeugt.
- Anzeige Hier geht es zu Linux: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


