Spieletest: Eledees - Schießen und Sammeln auf der Wii
Intelligentes, aber schnell eintöniges Gameplay. Viel Wirbel wurde vorab um "Eledees" gemacht, die erste Entwicklung von Konami für die Wii-Konsole von Nintendo - mit ungewöhnlichem Gameplay und abgedrehter Story sollte der Titel für Furore sorgen. Leider kann das fertige und nach bereits länger zurückliegenden Verkaufsstarts in Japan und den USA nun auch hier zu Lande erhältliche Spiel nur begrenzt halten, was im Vorfeld versprochen wurde.
Die Eledees, die dem Spiel dem Namen geben, sind kleine farbige Lebewesen, die normalerweise unauffällig in unseren Häusern wohnen sollen, Unmengen von Energie enthalten - und somit in der Lage sind, Licht und Strom zu spenden. In der Vergangenheit haben sie das auch immer klaglos getan, eines Tages kommt es aber zu einem seltsamen Zwischenfall - und sämtliche kleinen Energiebündel machen sich aus dem Staub. In der Rolle eines kleinen Jungen geht es nun daran, die winzigen Lebensformen in einem Einfamilienhaus wieder einzusammeln und so dafür zu sorgen, dass Dinge wie Kühlschrank und der Fernseher, die plötzlich keinen Strom mehr haben, bald wieder ihren Dienst verrichten können.
Was sich an sich recht einfallsreich anhört, wird leider eher lieblos in mehreren recht unspektakulär gestalteten Standbildern erzählt - zusammen mit der an Details sehr armen und nicht wirklich sehenswerten Grafik eine doch recht enttäuschende Angelegenheit. Das Gameplay ist dafür zumindest anfänglich durchaus einfallsreich: Im Grunde spielt sich Eledees wie ein Shooter - nur dass man eben nicht mit einem Maschinegewehr Gegner erlegt, sondern mit einer Art Gravity Gun die Eledees anvisiert und dann per Knopfdruck einsammelt. Mit jedem gefangenen Eledee wächst die Energieleistung des Strahlers, so dass nach und nach all die nicht mehr funktionieren Elektrogeräte - ebenfalls durch gezielten Einsatz der Gravity Gun - wieder eingeschaltet werden können.
Natürlich warten die Eledees nicht einfach darauf, vom Spieler gefangen genommen zu werden, sondern setzen sich durchaus zur Wehr - so rennen sie etwa weg oder verstecken sich unter Tellern oder in Schränken. Gut also, dass sich der Energiestrahl auch dazu nutzen lässt, Schubladen zu öffnen oder Gegenstände durch die Gegend zu werfen und so die kleinen Lebewesen aus ihren Verstecken zu jagen. Je mächtiger der Energiestrahl ist, desto kraftvoller und einfacher lassen sich übrigens auch störende Hindernisse in Küche und Wohnzimmer entfernen.
Die Steuerung ist prinzipiell sehr intuitiv umgesetzt: Das Zielen mit der Wiimote klappt recht gut, das Öffnen von Schränken oder Schleudern von Gegenständen ergibt sich nach kurzer Einspielzeit ebenfalls von selbst - dazu muss der Controller eben nur ein bisschen gezogen oder geschwungen werden; von Zeit zu Zeit darf man auch mal kräftig schütteln, um Eledees aus diversen Gegenständen herauszutreiben.
Die Eledees teilen sich in verschiedene Klassen auf und erfordern teils bestimmte Fangstrategien. Hinzu kommt, dass spätere Level auch immer besondere Nebenbedingungen an das Vorgehen des Spielers stellen - dann muss etwa ein Zeitlimit eingehalten werden oder aber es darf nicht zu viel Geschirr bei der Jagd nach den Energiezwergen zu Bruch gehen. Allerdings ändern diese leicht variablen Rahmenbedingungen nichts daran, dass sich sehr schnell Monotonie einstellt; im Grunde muss nämlich in jedem Level dasselbe getan werden. Der recht unübersichtliche und hektische Multiplayer-Modus ist ebenfalls nicht gerade dazu angetan, den Spielspaß spürbar zu steigern.
Eledees ist exklusiv für Nintendo Wii im Handel erhältlich und kostet etwa 60,- Euro.
Fazit: Detailarme Grafik, simple Story und ein schnell ermüdendes Gameplay: Eledees ist alles andere als ein Highlight. Gute Ansätze sind zwar in Massen vorhanden, nach der grundsätzlich interessanten Spielidee scheint den Entwicklern das Kreativ-Potenzial aber ausgegangen zu sein - der Titel wirkt stellenweise eher wie eine Tech-Demo zum Demonstrieren der Controller-Fähigkeiten denn wie ein wirkliches Spiel.